Demografischer Wandel in Unterfranken


Demografischer Wandel

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Der Demografische Wandel ist – neben den Themen Klimawandel und Energiewende – die wohl gravierendste und meistdiskutierte gesellschaftliche Veränderung unserer Zeit, insbesondere im Zusammenhang mit den aktuellen Wanderungsbewegungen.

Und so gehören der Demografische Wandel wie auch die Asyl- und Flüchtlingsthematik und die Energiewende derzeit zu den zentralen Handlungsfeldern in der Regierung von Unterfranken.

Kennzeichen des demografischen Wandels sind eine immer geringer werdende Geburtenrate bei gleichzeitig zunehmender Alterung der Bevölkerung und wachsender Zuwanderungsrate.
Vorausberechnungen auf Bundesebene schätzen, dass im Jahr 2060 die Einwohnerzahl Deutschlands von gegenwärtig 82 Millionen auf 67,6 Millionen (bei schwächerer Zuwanderung)  oder auf 73,1 Millionen Einwohner (bei stärkerer Zuwanderung) sinken wird  (Quelle: Neue Bevölkerunsgvorausberechnung für Deutschland bis 2060, Stand April 2015). Das entspricht einem Rückgang von ca. - 17 %  bzw. - 10 %.

Beschreibung

Demografischer Wandel in Bayern

Die Einwohnerzahl Bayerns nimmt nach Vorausberechnungen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung von derzeit 12,69 Millionen Einwohnern auf prognostizierte 13,32 Millionen Einwohnern und damit um 5,0 % bis 2034 im Vergleich zum Jahr 2014 zu.

Auch wenn frühere Vorausberechnungen von wesentlich geringerem Einwohnerwachstum ausgingen (z. B. 2012-2032 + 2,8 %), zeigen sich immer noch große Disparitäten innerhalb Bayerns: 
Für Süd- und Oberbayern werden weiterhin starke Zuwanderungen und damit Bevölkerungswachstum erwartet, während Nord- und Ostbayern, und damit auch Unterfranken, von z.T. starken Bevölkerungsverlusten betroffen sein werden.

Vergleich der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechungen Bayern 2032 und 2034

Bevölkerungsentwicklung in den kreisfreien Städten und Landkreisen Bayerns

 Prognose 2032 Reg Bevvorausb By 2034 Karte
Veränderung 2032 gegenüber 2012
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 2014
Veränderung 2034 gegenüber 2014
Quelle: Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, 2015

 

Zu berücksichtigen sind dabei die unterschiedlichen, methodischen Heransgehensweisen: So wurden zur Bevölkerungsvorausberechnung 2012-2032 erstmals der Zensus 2011 einbezogen, zur Berechnung des Zeitraums 2014-2034 zusätzlich ein höheres Wanderungssaldo als zuvor angenommen.

Detaillierte Informationen finden sich im Beitragsheft 547 des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung "Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für Bayern bis 2034"

Demografischer Wandel in Unterfranken

Der Regierungsbezirk Unterfranken liegt in einer Übergangsregion zwischen den Schrumpfungsgebieten in Thüringen und Oberfranken und den Wachstumsräumen der Metropolregion Nürnberg sowie dem Rhein-Maingebiet. Insgesamt wird Unterfranken ein Bevölkerungsrückgang von - 2,8 % bis 2034 errechnet. Das entspricht knapp 36.250 Einwohnern, bei derzeit 1,29 Millionen Einwohner und einem Rückgang auf 1,26 Millionen Einwohner im Jahr 2034. Im bayernweiten Vergleich werden nur dem Regierungsbezirk Oberfranken mit – 6,0 % höhere Bevölkerungsverluste prognostiziert.

Der ländliche Raum und insbesondere die nördlichen Landkreise Unterfrankens sind von den Bevölkerungsverlusten besonders stark betroffen, hier wird insbesondere eine starke Abnahme der natürlichen Bevölkerungsbewegung prognostiziert. Demgegenüber wird den meisten Kreisen Unterfrankens eine positive Wanderungsbewegung, mit einer Zuwanderung von durchschnittlich 5,8 % (2014-2034) vorausgesagt.

Das Durchschnittsalter wird von 44,0 Jahre (2014) auf 47,7 Jahre (2034) ansteigen, der Anteil der über 60- bis  75-Jährigen wird im selben Zeitraum um 29,2 % zunehmen, der über 75-Jährigen um 28,6 %. Damit wird im Jahr 2034 mehr als jeder Dritte Unterfranke über 60 Jahre alt sein, heute (2014) ist es noch jeder Vierte.

Vergleich der Altersgruppenanteile 2014 und 2034; Quelle: BayLfStaD 2015, eigene Darstellung

Veränderung Altersgruppenanteile 2034
 
 

Demografie-Spiegel für unterfränkische Gemeinden

Die zukünftige Einwohnerzahl auf Gemeindeebene, die Entwicklung der Altersstruktur oder die Entwicklung des Durchschnittsalters einer Gemeinde im Vergleich zu Landkreis, Regierungsbezirk und Bayern sind im Demographie-Spiegel des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung veröffentlicht. Anhand von Tabellen, Grafiken und Karten stehen für alle unterfränkischen (wie bayerischen) Gemeinden Daten und Fakten zum kostenfreien Download bereit. Für Gemeinden mit aktuell bis zu 5.000 Einwohnern stehen analog zur regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung Daten bis 2034 zur Verfügung, für Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern ist der Berechnungszeitraum auf 2014 bis 2028 angelegt (zur Methodik).

Die Regierung von Unterfranken stellt - basierend auf den Berechnungen des Statistischen Landesamts - die Auswertung für einen einheitlichen Vorausberechnungszeitraums für alle unterfränkischen Gemeinden zur Verfügung (2014-2028):

 

Demografie-spiegel Vorschau Legende By Demografie-spiegel Vorschau

Auswertung des Demografie-Spiegels für unterfränkische Gemeinden mit Klassifikation des Statistischen Landesamts (Abbildung links) und mit spezifischer Ausweisung von Gemeinden mit voraussichtlichem Einwohnerzuwachs (Abbildung rechts) basierend auf den Daten des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung 2016 (zum Vergrößern anklicken)

 

Aktivitäten und Handlungsfelder der Regierung von Unterfranken

Arbeitsgruppe Demografischer Wandel

Im Jahr 2010 rief Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die Arbeitsgruppe "Unterfranken im Demografischen Wandel" ins Leben, um zum einen zur Vertiefung des Bewusstseins dieser Problematik nach außen beizutragen und zum anderen nach Lösungsansätzen zu suchen, bei denen die Regierung von Unterfranken behilflich sein kann. Leiter der Arbeitsgruppe ist Abteilungsdirektor Wolfgang Jäger. Gleichzeitig sind Regierungsvizepräsident Jochen Lange als Beauftragter für Demografie und Regierungsdirektor Oliver Weidlich als Ansprechpartner für Demografie benannt.


Projekt „Förderung der interkommunalen Zusammenarbeit“

Gerade im Zuge des demografischen Wandels wird vielerorts in den Kommunen angesichts der begrenzten finanziellen Ressourcen über eine deutliche Intensivierung der interkommunalen Zusammenarbeit nachgedacht. Insbesondere um den Gemeinden hierbei eine Hilfestellung durch die fachlichen Kompetenzen der Regierung als Bündelungsbehörde anbieten zu können, wurde das Projekt mit gleichnamigem Projektmanagement gestartet.


Städtebauförderung

Das Sachgebiet „Städtebau“ berät die Kommunen bei der Bewältigung der Herausforderungen des demografischen Wandels und unterstützt sie, mit Fokus auf die Innenentwicklung, über Mittel der Städtebauförderung. Gemeindeallianzen können über Konzepte zur Sicherung der Daseinsvorsorge, speziell über das Städtebauförderungsprogramm „Kleinere Städte und Gemeinden - überörtliche Zusammenarbeit und Netzwerke“, gefördert werden.


Regionalmanagements und Regionalmarketinginitiativen

Alle unterfränkischen Regionalmanagements und -marktinginitiativen befassen sich mit dem Thema Demografischer Wandel. Exemplarisch sei hier das Fachforum Demografie/Fachkräftesicherung der Region Mainfranken GmbH genannt.


Öffentliche Vorträge

Am 19. Oktober 2014 sprach Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in Lohr am Main im Rahmen des „ALTERnativ-Forum – Altern ist bunt" zum Thema „Alt werden in Unterfranken - Fakten und Perspektiven der demografischen Entwicklung“. Unter dem Titel „ALTERnativ-Forum – Altern ist bunt" haben sich das evangelische Dekanat Lohr, der Kreiscaritasverband Main-Spessart, das Katholische Senioren-Forum Dekanat Lohr und die Volkshochschule Lohr/Gemünden zu einer Kooperation zusammengeschlossen, um jährlich mit einer größeren Bildungsveranstaltung Themen des Alter(n)s in Gesellschaft und Kirche bewusst zu machen.
 

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer referierte am 04. Oktober 2012 beim Friedrich-List-Gymnasium in Gemünden zum Thema „Wie sichern wir unsere Zukunft? Der demografische Wandel in Unterfranken und seine Folgen für uns“. Dabei werden die aktuellen und prognostizierten Entwicklungen sowie laufende Maßnahmen aufgezeigt und die Bevölkerung zur Diskussion und Beteiligung aufgerufen.


"Gesellschaftlicher Mehrwert durch Mehrgenerationenhäuser" überregionales Fachforum am 10. September 2014

Der demografische Wandel, geänderte Anforderungen der Arbeitswelt und kulturelle Vielfalt wirken sich unmittelbar auf die Gesellschaft aus: Mehrere Generationen einer Familie leben heute nicht mehr selbstverständlich unter einem Dach zusammen. Mobilität und Flexibilität gelten als Herausforderungen  - gleichzeitig sehnen sich Menschen nach wie vor nach Gemeinschaft. Die 12 unterfränkischen Mehrgenerationenhäuser bieten dieses Ambiente und vor allem vielfältige Dienstleistungsangebote für ihre Standorte. Am 10. September 2014 organisierte die Regierung von Unterfranken dazu ein erstes und bis dato bayernweit einmaliges, bezirksweites Fachforum mit mehr als 60 Teilnehmern - zu denen auch unterfränkische Landtagsabgeordnete gehörten (Ergebnisdokumentation).


Regionale Versorgungskonferenz zur ambulanten medizinischen Versorgung im ländlichen Raum am 31. Juli 2013

Zur Regionalen Versorgungskonferenz nahmen auf Einladung von Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer rund 80 Vertreter der unterfränkischen Ärzteschaft, der Kliniken, der Kassenärztlichen Vereinigung und der Krankenkassen, der Gesundheitsverwaltungen, sowie der unterfränkischen Kommunen und Regionalinitiativen teil. Im Vordergrund der Veranstaltung stand die Weiterentwicklung der ambulanten medizinischen Versorgung.


Tag der Offenen Tür 2012

Im Rahmen des Tags der Offenen Tür am 22.9.12 wurden der Öffentlichkeit die Auswirkungen der Demografischen Wandels in Unterfranken sowie die Handlungsfelder der Regierung aufbereitet und vorgestellt (Plakat).


Informationsveranstaltung der Regierung von Unterfranken "Auswirkungen des demografischen Wandels in Unterfranken" am 07. Mai 2010 in den Mainfrankensälen Veitshöchheim.

Die Veranstaltung richtete sich Politik und Fachwissenschaften. Staatssekretär Gerhard Eck sowie Vertreterinnen und Vertreter des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, des Staatsinstituts für Schulqualität und Bildungsforschung, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Regierung von Unterfranken und der Bürgermeister der Stadt Altena (Westf.) informierten über den demografischen Wandel und mögliche Reaktionen.

Weitere Informationen

Demografieportal des Bundes und der Länder

Das Demografieportal will mit aufbereiteten Fakten informieren und zum Mitreden über die Themen der Demografiestrategie einladen. Ergänzend werden gelungene Projekte und gute Ideen auf dem Portal vorgestellt und zum Erfahrungsaustausch angeregt.


Demografiestrategie des Bundes „Jedes Alter zählt“

2012 veröffentlichte der Bund seine Demografiestrategie. Diese beinhaltet Vorschläge, wie Deutschland künftig die Chancen und Potenziale des demografischen Wandels nutzen kann, um Wachstum und Wohlstand langfristig zu sichern. Die Handlungsfelder der Strategie lauten: Familie als Gemeinschaft stärken; Motiviert, qualifiziert und gesund arbeiten; Selbstbestimmtes Leben im Alter; Lebensqualität in ländlichen Räumen und integrative Stadtpolitik fördern; Grundlagen für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand sichern; Handlungsfähigkeit des Staates erhalten. Bereits 2011 veröffentlichte der Bund den Demografiebericht. Der Bericht liefert eine umfängliche Beschreibung der demografischen Lage in Deutschland sowie Szenarien für die weitere Entwicklung.


"Demografie-Leitfaden" der Bayerischen Staatsregierung

Der "Demografie-Leitfaden" bietet Fakten und Tipps rund um den Demografischen Wandel in Bayern. Links und Downloads informieren über Serviceangebote der Ministerien und für alle Gemeinden sind Zahlen zur künftigen Bevölkerungsentwicklung abrufbar. Der Leitfaden ist Teil der umfassenden Strategie zur Bewältigung des demografischen Wandels.


Bayerns Aktionsplan Demografischer Wandel

Um den demografischen Wandel im Land und auch in den Regionen zu bewältigen, beschloss die Bayerische Staatsregierung im November 2011 den „Aktionsplan Demografischer Wandel“: Der Aktionsplan ist Teil der Zukunftsstrategie „Aufbruch Bayern“ der Staatsregierung. Er beinhaltet drei Themenschwerpunkte:

  1. die finanzielle Unterstützung für Wirtschaft und Kommunen,

  2. die Stärkung von Bildung, Familien und Infrastruktur und

  3. die Abfederung der Bundeswehrreform.


Bevölkerungsvorausberechnungen des Bayerischen Landesamts für Statistik und Datenverarbeitung

Mit extra ausgearbeiteten Statistiken zum Demografischen Wandel in Bayern gibt das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung den lokalen Akteuren mit den Ergebnissen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung ein Instrument an die Hand, das – kombiniert mit dem Expertenwissen vor Ort – eine regionalspezifische Situationsanalyse auf Basis aktueller Daten ermöglicht. Als demografische Profile stehen Prognosen für Bayern, die Regierungsbezirke, Landkreise, kreisfreien Städte und für die Gemeinden der Öffentlichkeit zur Verfügung.


Prognosen des Statistischen Bundesamtes

Die Bevölkerungsvorausberechungen des Statistischen Bundesamtes ermöglichen es, künftige Veränderungen im Altersaufbau der Bevölkerung darzustellen und zu quantifizieren. Aufgrund der Stetigkeit der Bevölkerungsentwicklung können dazu Aussagen über einen relativ langen Zeitraum getroffen werden. Aktuell stehen die Ergebnisse der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung für Deutschland und die Länder zur Verfügung, die Tendenzen bis zum Jahre 2060 angibt.


Bundesinstitut für Bauwesen, Stadt- und Raumforschung

Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) ist eine Ressortforschungseinrichtung im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Es berät die Bundesregierung bei Aufgaben der Stadt- und Raumentwicklung sowie des Wohnungs-, Immobilien- und Bauwesens.  Ein Forschungsschwerpunkt ist die Thematik „Demografie und Raumentwicklung“. Hier werden demografische Prozesse speziell mit Blick auf Fragen der Raumentwicklung analysiert, prognostiziert und publiziert, z. B. die Raumordnungsprognose 2030. Ebenfalls einsehbar ist hier der aktuelle Raumordnungsbericht.
 

Stand: 28. Mai 2016