Lärmschutz und Lärmaktionsplanung


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Technischer Umweltschutz
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Mechanische Schwingungen und Wellen in einem Medium, z.B. periodische Druckänderungen der Luft, werden als Schall bezeichnet.

Lärm ist belästigender Schall. Lärm kann psychische und physische Reaktionen auslösen.

Starker Lärm kann erheblich belästigen und ist dann als schädliche Umwelteinwirkung im Sinne des § 3 Abs. 1 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes anzusehen.

Beschreibung

Zur Beurteilung von Lärmeinwirkungen wird im Umweltschutz allgemein der A-bewertete Schalldruckpegel verwendet.

Die A-Bewertung berücksichtigt, dass die Hörschwelle des menschlichen Ohrs von der Frequenz der Schalldruckschwingung abhängt. Gut hörbar sind Frequenzen um 1.000 Hz (Schwingungen pro Sekunde), der Hörbereich des menschlichen Ohr reicht etwa von 20 bis 20.000 Hz.

Gebräuchliche Einheit für den Schallpegel ist das A-bewertete Dezibel, kurz dB(A).

Als Grenzen der schädlichen Umwelteinwirkung sind für Verkehrslärm in der Verkehrslärmschutzverordnung und für Lärm aus Anlagen in der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) Immissionsgrenzwerte bzw. Immissionsrichtwerte festgelegt.

Bei der Bauleitplanung (städtebauliche Planung) ist der Belang des Schallschutzes zu beachten. Die Anforderungen an den Schallschutz im Städtebau werden durch die schalltechnischen Orientierungswerte in Beiblatt 1 zu DIN 18005 konkretisiert.

Der 6. Teil des Bundesimmissionsschutzgesetzes (BImSchG) verlangt, dass von stark belasteten Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnlinien und Ballungsräumen Lärmaktionspläne erstellt werden. Die Zuständigkeiten wurden Mitte 2008 im Bayerischen Immissionsschutzgesetz (BayImSchG) geregelt.

Zu den hier wahrzunehmenden Aufgaben gehören z.B.

  • Stellungnahmen und Fachbeiträge zu Verwaltungsverfahren,
  • Stellungnahmen zu fachlichen Belangen bei Verwaltungsstreitsachen vor Gericht,
  • Schallausbreitungsrechnungen und Schallpegelmessungen,
  • Lärmminderungsplanung,
  • Fachaufsicht, Beratung der Kreisverwaltungsbehörden.

Lärmaktionsplanung:

Mit der Richtlinie 2002/49/EG vom 25.Juni 2002 über die Bekämpfung von Umgebungslärm (Umgebungslärmrichtlinie) hat die Europäische Gemeinschaft ein einheitliches Konzept vorgegeben, um schädliche Auswirkungen und Belästigungen durch Umgebungslärm zu vermindern. Danach sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, Lärmkarten zu erstellen und Lärmaktionspläne unter Beteiligung der Öffentlichkeit zu erarbeiten.

Die erstellten Lärmkarten für den Straßenverkehr können im Internet unter http://www.umweltatlas.bayern.de eingesehen werden.

Die Kartierung für die Eisenbahnstrecken erfolgte durch das zuständige Eisenbahnbundesamt und ist ebenfalls im Internet  zu finden.

Die Karten zeigen auf, welche Lärmbelastung im Umfeld der Hauptverkehrsstraßen und Bahnstrecken zu erwarten ist. Abrufbar ist der über den ganzen Tag gemittelte Pegel „LDEN" (Lärmbelastung Day-Evening-Night) mit Zuschlägen für den Abend und die Nacht und der Pegel „LNight" (Lärmbelastung gemittelt über die Nacht von 22.00 bis 6.00 Uhr). Sie stellen flächenhaft die auftretenden Schallimmissionen farbig in sogenannten Isophonenbändern (Bänder gleicher Schallpegel) dar. Die Schallpegel wurden berechnet und nicht durch Messungen ermittelt. Die in die Berechnung der Lärmkarten einfließenden Ausgangsdaten und die Ergebnisdaten stellen Mittelwerte dar, die flächenhafte Aussagen ermöglichen. Ausgangspunkt der Berechnungen ist ein dreidimensionales Geländemodell, welches alle relevanten Gegebenheiten beinhalten muss. Dazu gehören die Lage der Straßenabschnitte, die aktuelle Bebauung, der Geländeverlauf sowie eine Reihe schalltechnischer Parameter. Dadurch können unterschiedliche Geräuschsituationen verglichen werden.

Im Rahmen der Lärmminderungsplanung sollen nun für sogenannte Lärmbrennpunkte mit Hilfe von Lärmaktionsplänen notwendige Schallschutzmaßnahmen aufgezeigt werden um die Belastung für die betroffenen Bürger zu verringern. Ein Lärmbrennpunkt liegt vor, wenn Lärmwerte von mehr als 70 dB(A) tags (24-Stunden Wert LDEN) und 60 dB(A) nachts (Nachtwert LNight ) errechnet wurden. Ein weiteres Kriterium für einen Lärmbrennpunkt ist, dass mehr als 50 Einwohner in einem Ortsbereich von diesen Lärmwerten betroffen sind. Für einzelne oder wenige Gebäude ist eine Lärmminderungsplanung derzeit noch nicht erforderlich.

Aufgaben der Regierung von Unterfranken:

Die Regierung ist bei der Lärmaktionsplanung von Gemeinden beratend tätig. Für die Lärmaktionspläne an Autobahnen ist die Regierung nach Art. 8a Abs. 2 Satz 1 BayImSchG zuständig. Im Falle der Bundesautobahnen im Bereich der unterfränkischen Gemeinden ergab die Prüfung, dass aufgrund bereits realisierter bzw. aufgrund per Planfeststellungsbeschlüsse festgesetzterLärmschutzmaßnahmen sogenannte Lärmbrennpunkte in den Gemeinden nicht gegeben sind. Daher war eine Lärmaktionsplanung nicht angezeigt.
Für die Lärmaktionspläne an Haupteisenbahnstrecken war die Regierung bis 31.12.2014 nach Art. 8a Abs. 2 Satz 1 BayImSchG zuständig.
Sei dem 1. Januar 2015 ist das Eisenbahn-Bundesamt gemäß §47 e BImSchG zuständig für die Aufstellung eines bundesweiten Lärmaktionsplanes für die Haupteisenbahnstrecken des Bundes mit Maßnahmen in Bundeshoheit. Bei Lärmaktionsplänen für Ballungsräume wirkt das Eisenbahn-Bundesamt an der Lärmaktionsplanung mit.
Bei der Lärmaktionsplanung für die Haupteisenbahnstrecken bis 31.12. 2014 wurden die Entwürfe der Lärmaktionspläne vor der vorgeschriebenen Anhörung der Öffentlichkeit regelmäßig mit den betroffenen Gemeinden diskutiert. Nach Würdigung der im Rahmen der öffentlichen Anhörung vorgebrachten Anregungen und Bedenken wurde der überarbeitete Entwurf der Lärmaktionsplanung den Gemeinden und der Verkehrsabteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie mit der Bitte um Erteilung des in Art. 8a BayImSchG vorgeschriebenen Einvernehmens zugeleitet. Danach wurde die Lärmaktionsplanung abgeschlossen.

Rechtsgrundlagen

Weitere Informationen

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Lärmaktionspläne
Dokument Typ Dateigröße
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Dettelbach PDF 1.183 KB
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Gemünden am Main PDF 1.623 KB
Lärmaktionsplan Schiene Markt Goldbach PDF 936 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Heigenbrücken PDF 1.188 KB
Lärmaktionsplan Schiene Markt Hösbach PDF 1.556 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Kahl am Main PDF 937 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Karlstein am Main PDF 939 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Laufach PDF 1.132 KB
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Lohr am Main PDF 1.006 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Mainaschaff PDF 956 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Mainstockheim PDF 842 KB
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Marktbreit PDF 687 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Obernbreit PDF 920 KB
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Ochsenfurt PDF 1.479 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Partenstein PDF 920 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Rottendorf PDF 954 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Sailauf PDF 972 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Thüngersheim PDF 695 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Veitshöchheim PDF 999 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Wiesthal PDF 833 KB

Downloads

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Lärmaktionspläne - Entwurf -
Dokument Typ Dateigröße
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Aschaffenburg - Entwurf PDF 1.963 KB
Lärmaktionsplan Schiene Gemeinde Himmelstadt - Entwurf PDF 827 KB
Lärmaktionsplan Schiene Markt Hösbach - Entwurf PDF 1.556 KB
Lärmaktionsplan Schiene Stadt Kitzingen - Entwurf PDF 1.266 KB
Lärmaktionsplan Schiene Markt Zellingen - Entwurf PDF 889 KB
Stand: 19.12.2017