Natura 2000 - Ein europaweites Schutzgebietsnetz


Natura2000

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Naturschutz
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Raum H 166 , Peterplatz 9
97070 Würzburg

Natura 2000 ist ein europaweites Schutzgebietsnetz zur Erhaltung gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten.
Es leistet einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung des "Übereinkommens über die Biologische Vielfalt", das 1992 anlässlich der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro unterzeichnet wurde.
Das Natura 2000-Schutzgebietsnetz besteht aus den Fauna-Flora-Habitat (FFH)-Gebieten (Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen) und den Vogelschutzgebieten (Richtlinie 2009/147/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. November 2009 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten). In den Anhängen der FFH- und Vogelschutz-Richtlinien sind die zu schützenden Lebensraumtypen und Arten benannt.
Mit zurzeit über 20 Prozent der Fläche der EU ist Natura 2000 das größte Schutzgebietsnetz weltweit.
Alle Mitgliedstaaten, darunter auch die Bundesrepublik Deutschland, haben sich verpflichtet, Natura 2000 umzusetzen und damit das Naturerbe Europas zu bewahren.

Beschreibung

Managementpläne

Damit die Natura 2000-Gebiete ihre Funktion im europäischen Biotopverbundnetz erfüllen können, müssen die wertgebenden Lebensraumtypen und Arten in einem günstigen Zustand erhalten werden. Die hierfür notwendigen Erhaltungs- und ggf. Wiederherstellungsmaßnahmen werden in Managementplänen festgelegt, die von der Naturschutz- und Forstverwaltung für jedes einzelne Natura 2000-Gebiet erstellt werden.
Grundlage der Managementplanung ist eine Erfassung und Bewertung der Lebensräume bzw. der Arten. Darüber hinaus werden im Managementplan die fachlich notwendigen Maßnahmen zur Erhaltung dieser Lebensraumtypen und Arten dargestellt.
Am Runden Tisch wird der Managementplanentwurf Flächeneigentümern und –nutzern, Kommunen, Behörden sowie weiteren Beteiligten und Interessierten vorgestellt. Dabei können Fragen geklärt und Vorschläge eingebracht werden.
Nur für Behörden ist der Managementplan rechtsverbindlich - für private Grundstückseigentümer und Nutzer stellt der Managementplan lediglich Empfehlungen zusammen, wie die Landnutzung ökologisch optimal umgesetzt werden kann. Bei der Nutzung ist deshalb allein das Verschlechterungsverbot entsprechend der FFH-Richtlinie maßgeblich. Die Durchführung geplanter Maßnahmen ist für private Eigentümer und Nutzer freiwillig.

Umsetzung der Managementpläne

Bei der Umsetzung des Managementplans wird zusammen mit den Eigentümern und Landnutzern besprochen, wie sich die einzelnen Maßnahmen bestmöglich realisieren lassen und welche Förderprogramme dafür ggf. genutzt werden können. Dafür stehen als Ansprechpartner die Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörden für das Offenland und die Gebietsbetreuer der Ämter für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten für den Wald zur Verfügung.
Der Erhalt unserer wertvollen Kulturlandschaft wird gelingen, wenn alle beteiligten Eigentümer und Bewirtschafter, Behörden und Verbände eng zusammenarbeiten.

Rechtsgrundlagen

RICHTLINIE 92/43/EWG vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen

RICHTLINIE 79/409/EWG vom 2. April 1979 über die Erhaltung der wildlebenden Vogelarten
 

Vergabe von Managementplänen

Der Freistaat Bayern, vertreten durch die Regierung von Unterfranken (SG 51), Peterplatz 9, 97070 Würzburg hat zur Erstellung von Managementplänen folgende Aufträge vergeben:

  • Fachbüro „Institut für Vegetationskunde und Landschaftsökologie (IVL)“: Erstellung der Managementpläne für die FFH-Gebiete 5828-301 „Naturschutzgebiet Urlesbachtal“ und 5930-371 „Ehemaliger Standortübungsplatz Ebern und Umgebung“ im Rahmen eines Vergabeverfahrens. Der Abschluss der Managementpläne ist für das dritte Quartal 2019 vorgesehen.
  • Fachbüro „Planungsgemeinschaft Landschaft Ökologie Naturschutz (PLÖN)“: Erstellung des Managementplans für das FFH-Gebiet 5927-371 „Maintal bei Sennfeld und Weyer“ im Rahmen eines Vergabeverfahrens. Der Abschluss des Managementplans ist für das dritte Quartal 2019 vorgesehen.
     

Weitere Informationen

Downloads

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

Dokument Typ Dateigröße
Natura 2000 in Unterfranken PDF 10.326 KB
Stand: 01.02.2018