Score Sheets, Abbruchkriterien, versuchsbezogene Belastungseinschätzung


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Veterinärwesen
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Beschreibung

Die Belastungen (=Schmerzen, Leiden, Schäden), die Sie Ihren Tieren wegen der Klärung einer wissenschaftlichen Fragestellung aussetzen müssen, sind eine der ganz zentralen Komponenten bei einer Prüfung Ihres Tierversuchsantrags (Schaden/Nutzen-Analyse).
Da Sie den Tieren Belastungen aber nur soweit zumuten dürfen, wie diese tatsächlich wissenschaftlich unerlässlich sind und für Tiere, die im Zuge der Belastungen versterben, kein definiertes Versuchsende erreicht wird, sind solche „Beendigungen“ auch wissenschaftlich nicht tolerierbar.
Mit anderen Worten bedeutet dies, dass im Versuch selbst die Tiere nicht „einfach“ versterben, sondern bei Erreichen eines bestimmten definierten Endpunktes aus dem Versuch genommen oder schmerzlos getötet werden (Auch bei „LD 50 Versuchen“!).

 

Vor Versuchsbeginn muss deshalb klar sein,

  1. welche konkreten Belastungen auftreten (können) und
  2. ab welchem Punkt diese dann nicht mehr toleriert werden dürfen.

Die hierzu angestellten Überlegungen werden dann in der Belastungseinschätzung (1) und im Abbruchscore (Score Sheet) (2) abgelegt.
Durch definierte Beobachtungsintervalle und stimmige Beobachtungsparameter vervollständigen Sie diese Teilaspekte Ihres Genehmigungsantrages. Fügen Sie Ihrem Antrag die entsprechenden Anlagen bei!

Die Belastungseinschätzung (1)

Die Definition der Belastungen erfolgt auf Basis der versuchsbezogenen Belastungseinschätzung nach folgendem Formblatt und richtet sich mindestens an dem am stärksten belastenden Tierversuchsteil aus.
Die Belastungseinschätzung muss dabei zwingend unter Berücksichtigung der Vorgaben der RL 2010/63 erfolgen, andere Arbeitshilfen wie z.B. die des Schweizerischen Bundesamtes für Veterinärwesen usw. können hilfreich sein, sind letztendlich aber nicht rechtlich verbindlich.
Weiterhin ist zu beachten, dass der Antragsteller als Experte für das verwendete Tiermodell in der Lage sein muss, auch die kumulativen Belastungen der anderen Eingriffe im Versuch (z.B. Blutentnahmen, Narkosen, verhaltenskundliche Eingriffe usw.) zu bewerten und für die Gesamtbelastung zu berücksichtigen.

Der „Score Sheet“ (2)

Der Score Sheet definiert projektbezogen die „Humanen Endpunkte“. Sie wählen diese Endpunkte so, dass die wissenschaftliche Fragestellung bei geringstmöglicher Belastung geklärt werden kann. Je nach Versuch und Tiermodell werden hier andere Abbruchpunkte definiert sein, zur besseren Transparenz für Dritte hat es sich eingebürgert, ein Punktesystem zu nutzen. Die im Internet erhältlichen Muster sind oft gut als Anhaltspunkt geeignet, müssen aber praktisch immer noch individualisiert werden. Mit freundlicher Genehmigung des Arbeitskreises der Berliner Tierschutzbeauftragten (nach Morton and Griffiths, 1985) dürfen wir Ihnen u.a. folgende Muster vorstellen:

Vor direkter, nicht überarbeiteter Vorlage der Muster in einem Genehmigungsverfahren wird ausdrücklich abgeraten! Nutzen Sie auch sonstige Hilfestellungen Ihrer Einrichtung, soweit vorhanden.

Stand: 19.12.2017