200 Jahre Unterfranken in Bayern (1814 - 2014)


Bezirkswappen

Pressestelle der
Regierung von Unterfranken

Johannes Hardenacke
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Im Jahr 2014 jährte sich die Eingliederung wesentlicher Teile Unterfrankens in den neubaierischen Staat zum 200sten Mal. Nach den Aktivitäten zur 150-Jahr-Feier im Jahre 1964 und zur 175-Jahr-Feier im Jahre 1989 sollte auch im Jahr 2014 diesem bedeutenden historischen Ereignis angemessen Rechnung getragen werden.

So wurden in Zusammenarbeit des Bezirks Unterfranken mit dem Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg und der Regierung von Unterfranken  und mit Unterstützung des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken im Besonderen folgende Aktivitäten realisiert:

Herausgabe und Vorstellung eines Historischen Atlasses "Unterfranken in Bayern 1814-2014"

Der Bezirk Unterfranken hat mit fachlicher Begleitung des Lehrstuhls für Fränkische Landesgeschichte der Universität Würzburg (Konzeption und wissenschaftliche Gesamtredaktion) einen historischen Atlasses mit dem Titel

"Unterfranken in Bayern 1814-2014 – Historischer Atlas zum 200-jährigen Jubiläum"

herausgegeben.

Fast 30 namhafte Autoren haben sich zusammengefunden, Unterfrankens politische, soziale, wirtschaftliche und kulturelle Geschichte der letzten 200 Jahre auf annähernd 60 Karten zu dokumentieren und in begleitenden Texten zu erläutern.

Der historische Atlas ist im Spurbuchverlag zum Preis von 24,- Euro erschienen. Er ist  seit dem 22. März 2014 erhältlich bzw. bestellbar (siehe Link).

Präsentation einer Wanderausstellung zum vorgenannten Thema

Die Ausstellung orientiert sich an dem gleichnamigen Atlas

„Unterfranken in Bayern 1814-2014“ – Historischer Atlas zum 200-jährigen Jubiläum“,

den der Bezirk Unterfranken (erschienen im Spurbuchverlag) unter wissenschaftlicher Leitung des Dr. Markus Naser von der Universität Würzburg (Lehrstuhl für Fränkische Landesgeschichte) herausgegeben hat. Die Ausstellung selbst bietet auf über 25 Tafeln auszugsweise einen Querschnitt durch 200 Jahre unterfränkische Geschichte, von den historischen Veränderungen, den wirtschaftlichen Umbrüchen, dem Weinbau, der Bevölkerungs- und Stadtentwicklung, der Konfessionsstruktur bis hin zur differenzierten Dialektstruktur in Unterfranken. Zwei Sondertafeln des Amtes für Ländliche Entwicklung Unterfranken zum Thema Weinbergflurbereinigungen und Feldflurbereinigungen runden das Ausstellungsangebot ab.

Die Ausstellung ist in Kooperation des Bezirks Unterfranken mit dem Amt für Ländliche Entwicklung Unterfranken und der Regierung von Unterfranken entstanden. Sie wurde nach ihrer Premiere am 21. März 2014 anlässlich eines Staatsempfangs im Anschluss zunächst bis zum 25. April 2014 in der Regierung von Unterfranken gezeigt. Ab Mai 2014 ging sie dann in Unterfranken auf Wanderschaft. Zu den jeweiligen Ausstellungsterminen luden die örtlichen Veranstalter rechtzeitig ein. Eine allgemeine Übersicht der Termine der Wanderausstellung für 2014 finden Sie hier.

Ausstellung Foyer 24 03 2014

Ausrichtung eines Festaktes mit Staatsempfang am Freitag, 21. März 2014, 19.00 Uhr in der Neubaukirche in Würzburg auf Einladung des Bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer

Rund 250 geladene Gäste konnte Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer zu Beginn der Festveranstaltung in der Würzburger Neubaukirche begrüßen. Die Begrüßungsansprache und das Schlusswort des Regierungspräsideten finden Sie hier (Es gilt das gesprochene Wort).

Den Festvortrag hielt Ministerpräsident Horst Seehofer. Die Manuskriptfassung seines Festvortrags (es gilt das gesprochene Wort!) finden Sie hier.

Den Fachvortrag zum Thema "Unterfranken 1814 – 2014: Zwei Jahrhunderte gesellschaftlichen Wandels und wirtschaftlichen Fortschritts" hielt Prof. Dr. Dirk Götschmann. Das Manuskript zum Vortrag finden Sie ebenfalls hier.

Den historischen Atlas und die Wanderausstellung stellte Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel beim Festakt vor. Sein Grußwortmanuskript (auch hier gilt das gesprochene Wort!) finden Sie gleichfalls hier.  

Für die musikalische Umrahmung sorgte das Akademische Orchester der Universität Würzburg.

Plakat Unterfranken 1814 - 2014

Franken0095

Am 01. April 2017 kann auch die Regierung von Unterfranken auf  200 Jahre Regierung von Unterfranken 1817-2017 zurückblicken.

Beschreibung

Historische Entwicklung - Unterfranken wird bayerisch

Nachdem in weiten Teilen Unterfrankens Jahrhunderte lang die Fürstbischöfe von Würzburg auch die weltliche Herrschaft inne hatten, brachen zu Beginn des 19. Jahrhunderts große Veränderungen an.

 

Karte der territorialen Verhältnisse in Unterfranken am Ende des Alten Reiches (1792)Karte der territorialen Verhältnisse in Unterfranken am Ende des Alten
Reiches (1792)
Bearbeitet von W. Schenk nach H.-H. Hofmann, Historischer Atlas von
Bayern, Teil Franken, Reihe II, Heft 1a, München 1958
Kartographie: W. Weber, Geographisches Institut der Universität
Würzburg 1997

 


Im Frieden von Luneville am 9. Februar 1801 war die Aufhebung der geistlichen Fürstentümer beschlossen worden. Das Hochstift Würzburg, die fränkischen Abteien und Reichsstädte erhielt Kurfürst Maximilian IV. Joseph von Pfalz Bayern als Entschädigung für seine an Frankreich abgetretene linksrheinischen Gebiete.

Am 27. November 1802 ging der letzte Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach nach Schloß Werneck, wo er als weltlicher Herrscher abdankte - nur das Bistum Würzburg war ihm geblieben. Die erste bayerische Herrschaft dauerte nur kurz. Durch den Frieden von Preßburg von 1805 zwischen Napoleon und Österreich wurde das Würzburger Land wieder von Bayern abgetrennt und an den Kurfürsten Ferdinand von Toskana gegeben, einem Bruder Franz des II. dem letzten Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation.

1814 kam das Großherzogtum Würzburg durch einen Vertrag Bayerns mit Österreich wieder und jetzt endgültig an Bayern. Der Vertrag wurde durch die Wiener Schlußakte vom 09.06.1840 bestätigt. Die Bevölkerung zählte nun zu den Untertanen des bayerischen Königs Max des I. Josef von Bayern.

Ebenfalls bayerisch wurde 1814 das Fürstentum Aschaffenburg, das heute dem Gebiet des bayerischen Untermains entspricht und bis dato eine eigene historische Entwicklung aufwies.

Aschaffenburg war 974 dem neugegründeten Stift Peter und Alexander geschenkt worden und gehörte etwa seit dem 10. Jahrhundert zum Erzbistum und Erzstift Mainz, welches von hier aus weitere Gebiete in Mainfranken bis in den Spessart und den Odenwald einnehmen konnte. Einem weiteren Vordringen über den Spessart hinaus setzten sich die Grafen von Rieneck entgegen. Nach ihrem Aussterben im Jahre 1559 übernahm das Erzbistum ihre Erbschaft und erhob Lohr zu einer Oberamtsstadt. Im 16. Jahrhundert wurde die Bedeutung Aschaffenburgs und seines Umlandes durch die Gründung eines Generalkommissariates nochmals unterstrichen. Der Säkularisation 1803 fiel aber auch das Mainzer Oberstift zum Opfer. Unter Napoleons Herrschaft entstand das Fürstentum Aschaffenburg, zum Fürsten des Gebietes ernannte er den Erzbischof von Mainz und Kurfürsten Karl-Theodor von Dalberg. 1806 wurden dem Fürstentum die Reichsstadt Frankfurt und 1810 auch noch die Fürstentümer Hanau und das ehemalige Hochstift Fulda einverleibt. Von 1810 bis 1813 hieß der Staat unter Führung Dalbergs Großherzogtum Frankfurt, die Residenz blieb weiterhin Aschaffenburg. 1813 löste sich das Großherzogtum Frankfurt nach den ersten Niederlagen Napoleons und der Resignation Dalbergs wieder auf. Das Fürstentum Aschaffenburg fiel am 26. Juni 1814 an das Königreich Bayern.

Mit dem Jahr 1814 wurde der mainfränkische Raum Teil der gesamtbayerischen Geschichte. Die neugewonnenen Landesteile erhielten zunächst den Namen Untermainkreis und ab 1838 den Namen Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg.

Wesentlich zu einer günstigen Entwicklung zwischen Franken und Bayern trug in der folgenden Zeit bei, dass Kronprinz Ludwig mit seiner Familie in den Schlössern Würzburg und Aschaffenburg residierte und seine Verbundenheit mit den Unterfranken auch in seiner Zeit als König durch die Errichtung verschiedener Bauwerke (Julius-Echter-Denkmal, Pompejanum, Förderung der Heilbäder Brückenau, Kissingen) dokumentierte.

Regierungssitz war und blieb seit 1814 Würzburg für den gesamten Regierungsbezirk.

Weitere Informationen

Stand: 08. September 2016