„Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“:
Regierung von Unterfranken bewilligt im Jahr 2009 rund 210.000 € aus dem Arbeitsmarktfonds, Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“ für verschiedene Projekte im Landkreis Haßberge und in der Stadt Schweinfurt
Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken hat auch im Jahr 2009 wieder Fördermittel aus dem
Arbeitsmarktfonds Bayern, Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“ ausgereicht. Die Fördermittel stammen aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen und wurden vom Bayerischen Landtag zur Verfügung gestellt. Insgesamt kamen
210.111 € an folgende Träger zur Auszahlung:
1. Bayer. Rotes Kreuz, Kreisverband Haßberge (gefördert mit 147.270 €)Projekt: Produktionsschule Haßberge
Zielgruppe sind Jugendliche, die einen schlechten oder gar keinen Schulabschluss haben oder auf Grund sozialer und/oder individueller Benachteiligungen – auch migrationsbedingter Integrationsprobleme – erhebliche Schwierigkeiten haben, einen Ausbildungsplatz zu erhalten und/oder mit einer klassischen Ausbildung überfordert wären. Weitere Zielgruppe sind auch solche Jugendliche, die längere Zeit arbeitslos sind und/oder im Hinblick auf Erwerbsarbeit (noch) völlig orientierungslos und/oder sozial auffällig geworden sind.
Kernstück der Produktionsschule sind arbeits- und berufsorientierte Dienstleistungswerkstätten, in denen sowohl theoretisches als auch praxisnahes, arbeits- und berufsorientiertes Wissen vermittelt wird. Es sollen auch Weiterbildungsoptionen durch die Vorbereitung auf die Aufnahme weiterführender Angebote des Berufs- und Schulsystems eröffnet werden.
Ziel ist es, möglichst viele Jugendliche in Ausbildung/Umschulung, weiterführende schulische Maßnahmen, in Arbeit oder in berufsvorbereitende Maßnahmen zu vermitteln. Das Projekt begann am 01.10.2005 und endete nach zwei Verlängerungen am 30.06.2009.
2. bfz gGmbH Schweinfurt (gefördert mit insgesamt 62.841 €)
a) Projekt: Initiativstelle – Interkultureller Jobcoach und Kulturdolmetscher für türkischstämmige Migranten (Merhaba Ausbildung) und Aussiedler im Stadtgebiet Schweinfurt (Privet Ausbildung), gefördert mit 41.563 €Mit diesem Projekt soll eine Beratungs- und Qualifizierungseinrichtung für Jugendliche mit Migrationshintergrund geschaffen werden, die nicht auf die Jugendlichen wartet, sondern auf sie zugeht und in ihrer Lebensumwelt wirkt. Der interkulturelle Jobcoach/Kulturdolmetscher hat das Ziel, benachteiligte Jugendliche mit Migrationshintergrund in eine Ausbildungs- und Arbeitsstelle zu vermitteln. Je eine Zielgruppe sind jugendliche türkischstämmige Migranten (Merhaba Ausbildung) sowie jugendliche hauptsächlich aus der ehemaligen UDSSR stammende Aussiedler (Privet Ausbildung) jeweils zwischen 15 und 25 Jahren, die nicht ohne Unterstützung bzw. ohne Weiteres auf „normalem „Wege“ eine Ausbildungs- oder Arbeitstelle bekommen. Projektziel ist, möglichst viele in Ausbildung und/oder Arbeit zu vermitteln.
Das Projekt begann am 01.11.2006 und endete am 31.10.2009.
b) Projekt: Berufswegebegleitung, sozialpädagogische Betreuung und praktische Qualifizierung für Jugendliche ohne Ausbildung (BQ-JoA), gefördert mit 21.278 €Mit dem Projekt soll der passgenaue Übergang in eine Berufsausbildung erleichtert und die Anzahl der Abgänger aus herkömmlichen JoA-Klassen in eine betriebliche Ausbildung durch betriebsnahe Qualifizierung und die Schaffung zusätzlicher Ausbildungsstellen erhöht werden. Darüber hinaus soll ein deutlicher Impuls für die Verbesserung der regionalen Ausbildungsstruktur gesetzt werden. Ein Berufswegebegleiter soll geeignete Praktikumsstellen vermitteln, die Ausbildungstätigkeit der Praktikumsbetriebe anregen und unterstützen. Des Weiteren soll er die Entwicklung der Gesamtpersönlichkeit der jugendlichen Teilnehmer unterstützen und hierbei durch sozialpädagogische Beratung und Betreuung Motivationsdefizite, Sozialisations- und Lerndefizite abbauen helfen. Daneben sollen zertifizierte Qualifikationsbausteine als wichtiger Qualifizierungsnachweis für die Ausbildung angeboten und damit gleichzeitig die Vermittlungschancen verbessert werden.
Das Projekt begann am 10.09.2007 und endete am 09.09.2009.
Was ist der Arbeitsmarktfonds?Der Arbeitsmarktfonds wurde von der Bayer. Staatsregierung aus Privatisierungserlösen (Offensive Zukunft Bayern Teil II) mit einem Volumen von rund 204,5 Mio. € aufgelegt. Aus den Zinsen hieraus werden einzelne Projekte gefördert. Der Arbeitsmarktfonds ist Bestandteil des Beschäftigungspakts Bayern, den die Staatsregierung am 11.06.1996 mit den Organisationen der Wirtschaft und den Gewerkschaften abgeschlossen hat.
Welche Zielrichtung hat der Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“?Mit Hilfe von neuen und innovativen Maßnahmen der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit sollen soziale Benachteiligungen junger Menschen (etwa bei unzureichender schulischer Ausbildung) ausgeglichen werden. Ebenso werden Hilfestellungen bei individuellen Beeinträchtigungen gegeben. Ziel ist, den Einzelnen in seiner beruflichen gegebenenfalls schulischen Ausbildung zu unterstützen. Auf diese Weise werden die soziale Integration und die Eingliederung in die Arbeitswelt (Aufnahme einer Berufsausbildung) ermöglicht.
Was sind die Voraussetzungen der Förderung?Durchführung von Maßnahmen mit dem Ziel der unmittelbaren Integration in die Ausbildung bzw. Aufnahme einer Beschäftigung.
Fördergrundsätze und Förderhöhe:Im Bereich der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit beträgt die Förderquote im ersten Jahr bis zu 90%, im zweiten Jahr bis zu 80% und im dritten Jahr bis zu 70% der förderfähigen Kosten. Eine finanzielle Einbindung der für die Jugendsozialarbeit zuständigen Kommunen soll gewährleistet sein.
An der Finanzierung der im Regierungsbezirk Unterfranken im Jahr 2009 geförderten Projekte beteiligten sich neben dem Freistaat Bayern und den jeweiligen Trägern auch der Landkreis Haßberge, die ARGE des Landkreises Haßberge und die Stadt Schweinfurt. Die Förderverfahren werden in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit abgewickelt.
Weitere Informationen: Weitere Informationen zum Arbeitsmarktfonds sind im Internetangebot des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen unter
www.stmas.bayern.de/arbeit/fonds/index.htm abrufbar.
Links zu weiteren Informationen (öffnet neues Browserfenster)
Seitenanfang