Presseinfo 211/14 — 22. August 2014


Zugangszahlen bei den Asylbewerbern dramatisch gestiegen

Regierung fordert die staatlichen Landratsämter zur verstärkter Mithilfe bei der Unterbringung von Asylbewerbern auf


Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken hat aktuell alle unterfränkischen Landratsämter angeschrieben und auf die nochmals dramatisch gestiegen Asylbewerberzugangszahlen der letzten Wochen hingewiesen. Die Landratsämter müssen jetzt – nachdem die Kapazitäten in den Gemeinschaftsunterkünften der Regierung erschöpft sind – wöchentlich mit Direktzuweisungen von Asylbewerbern entsprechend gesetzlicher Quoten rechnen. Diese haben die Landratsämter als staatliche Aufgabe dann auf Kosten des Freistaates Bayern unterzubringen.

Zum Hintergrund:

Im Juli 2014 wurden insgesamt 19.431 Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gestellt (siehe Pressemitteilung des Bundesamtes vom 15.08.2014). Das sind über 75% mehr als im Juli 2013. Bayern hat von den bundesweiten Zugangszahlen 15 % und Unterfranken wiederum von den in Bayern unterzubringenden Asylbewerbern 10,8 % abzunehmen.

Allein in den letzten vier Wochen wurden der Regierung von Unterfranken regelmäßig wöchentlich mehr als 80 Asylsuchende vom Landesbeauftragten zur Verteilung in Unterfranken zugewiesen. Diese hat die Regierung bislang noch überwiegend in den 22 Gemeinschaftsunterkünften und zwei Ausweichunterkünften untergebracht. Auch in den nächsten vier Wochen ist mindestens mit 350 weiteren Asylbewerbern in Unterfranken zu rechnen.

Damit sind die Kapazitätsgrenzen der von der Regierung vorgehaltenen Gemeinschaftsunterkünfte erschöpft. Weitere Asylbewerber lassen sich dort nur noch vereinzelt unterbringen. Die Einrichtung neuer Gemeinschaftsunterkünfte wird zwar von der Regierung mit äußerst großem Nachdruck betrieben, kann aber mit der dramatischen Entwicklung nicht Schritt halten.

Die Regierung von Unterfranken sieht sich daher jetzt gezwungen, der in anderen Regierungsbezirken bereits seit längerer Zeit geübten Praxis zu folgen und ab der 35. Kalenderwoche Direktzuweisungen an die Landratsämter vorzunehmen. Insoweit wurden den Landratsämtern auch bereits konkrete Zuweisungszahlen mitgeteilt.

Zum Verständnis:

Auch der Regierung werden die Asylbewerber für Unterfranken kurzfristig zugewiesen. Darum ist es nicht möglich, vorherzusagen, ob überwiegend Familien oder Einzelpersonen in die Region kommen und aus welchen Ländern die Menschen kommen. Generell kommen die meisten Asylbewerber bundesweit derzeit aus Syrien, Serbien, Eritrea und Irak.

Die Regierung von Unterfranken bittet in diesem Zusammenhang die betroffenen Kommunen und die Bevölkerung um Verständnis für die oftmals sehr kurzfristige Zuweisung und Unterbringung von Asylbewerbern, sei es in eigenen Gemeinschaftsunterkünften der Regierung oder in der dezentralen Verantwortung durch die betroffenen jeweiligen Landratsämter. Der Staat und die Kommunen stehen hier in einer gemeinsamen gesellschaftlichen Gesamtverantwortung.

Die Regierung von Unterfranken dankt daher den vielen sozial engagierten Institutionen und Einrichtungen, und den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Belange der untergebrachten Asylbewerber einsetzen und damit die „gemeinsame Sorge“ für die Asylbewerber ernst nehmen.

Zur aktuellen Unterbringungsstatistik:

In Unterfranken waren Ende Juli 2014 insgesamt 3.239 Asylbewerber untergebracht, davon überwiegend, also 1.985 in Gemeinschaftsünterkünften/Ausweichunterkünften der Regierung von Unterfranken und 1.254 in 76 dezentralen Einrichtungen in der Zuständigkeit der Landratsämter.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109