Presseinfo 216/14 — 01. September 2014


Sicher zur Schule – Sicher nach Hause!
Schulweg mit Schulanfängern rechtzeitig einüben

Schulweghelfer gesucht – Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer dankt Schülerlotsen und Schulweghelfern für ihr Engagement


Würzburg (ruf) – Anfang der übernächsten Woche beginnt für 10.104 ABC-Schützen in Unterfranken (davon: 3.001 aus der Region Untermain, 3.864 aus Würzburg und Umgebung sowie 3.307 aus der Region Main-Rhön) der Schulalltag. Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer weist in diesem Zusammenhang auf die Gefahren des Schulwegs vor allem für Schulanfänger hin.

An die erwachsenen Verkehrsteilnehmer appelliert er ausdrücklich, besonders zum Schulanfang ein waches Auge auf Schulkinder zu haben. „Kinder haben keine Bremse!“, mahnt der Regierungspräsident und weist darauf hin, dass Kinder oft ungestüm ihrem Bewegungsdrang folgen und dabei den Verkehr ganz vergessen können. Auch das Beispiel der Erwachsenen, vor allem an Verkehrsampeln und Fußgängerüberwegen, ist für das Verkehrsverhalten der Kinder von großer Bedeutung.

Er appelliert an die Eltern, mit ihren Kindern den Schulweg rechtzeitig einzuüben. Hierbei muss nicht der kürzeste Schulweg der sicherste sein. Es ist auch sinnvoll und notwendig, den Schulweg unter realen Bedingungen einzuüben, nicht am Wochenende oder in der verkehrsarmen Zeit. Sein Appell geht aber auch an die Kraftfahrer, auf die Kinder als die Schwächsten im Straßenverkehr besonders Rücksicht zu nehmen. Ausdrücklich erinnert er an die Regelung der Straßenverkehrsordnung, wonach sich Fahrzeugführer gegenüber Kindern so verhalten müssen, dass eine Gefährdung ausgeschlossen ist.

In den letzten Jahren haben sich die Schulwegunfälle von Schülern, die zu Fuß in die Schule unterwegs waren, verlagert auf Schulwegunfälle, die auf der Fahrt zur Schule im Auto der Eltern passieren. Hier ist darauf hinzuweisen, dass nach wie vor Eltern ihre Kinder in die Schule fahren, ohne sie durch die gesetzlich vorgeschriebenen Rückhaltesysteme dem Alter entsprechend zu sichern. Der Regierungspräsident bittet deshalb alle Eltern darum, auch bei nur relativ kurzer Fahrstrecke die Kinder ordnungsgemäß mit Kindersitzen bzw. den passenden Rückhaltesystemen anzuschnallen.

„Kinder sind unsere Zukunft. Sie sind das Kostbarste, was wir haben!“, betont Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, „Wir müssen alles tun, um sie zu schützen und ihre Sicherheit zu gewährleisten! Mein Dank gilt daher insbesondere den Schülerlotsen, den Schulweghelfern, den Schulbusbegleitern und Schulbuslotsen, die sich durch vorbildlichen, ehrenamtlichen Einsatz für die Verkehrssicherheit unserer Kinder in besonderer Weise einsetzen“. Schulwegdienste sind die beste Sicherung der Kinder auf dem Schulweg. Ehrenamtliche Schulweghelfer sind dabei auch in Unterfranken nach wie vor gesucht! Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, zugleich Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern, appelliert daher an alle Bürgerinnen und Bürger, namentlich auch an die Erwachsenen und die ältere Generation, über ein ehrenamtliches Engagement im Schulwegdienst nachzudenken. Viele reine Grundschulstandorte sind gerade auf das Engagement der Erwachsenen zum Schutz der jüngeren Schulkinder angewiesen. Interessierte können mit der Polizeiinspektion vor Ort, der Gemeinde, der Verkehrswacht oder der Schule in der Nähe Kontakt aufnehmen.

Zum weiteren Hintergrund:
In Unterfranken ereigneten sich im Jahr 2013 insgesamt 50 Schulwegunfälle (2008: 46 Schulwegunfälle; 2009: 43 Schulwegunfälle; 2010: 60 Schulwegunfälle; 2011: 61 Schulwegunfälle, 2012: 52 Schulwegunfälle), also 2 weniger als im Vorjahr 2012. Dabei wurden in Unterfranken im Jahr 2013 65 Kinder, das sind 9 Kinder mehr als im Vorjahr 2012, verletzt (davon 2013 16 schwer verletzte Kinder). 25 der verletzten Schulkinder 2013 waren Fußgänger, 17 waren Radfahrer.

Insgesamt ist in Bayern die Anzahl der Schulwegunfälle seit Jahren tendenziell rückläufig. Dies ist sicher auch der nachhaltigen Aufklärungsarbeit von Landesverkehrswacht, Polizei und anderen Institutionen, der Verkehrserziehung in der Schule sowie dem engagierten Einsatz von Schulweghelfern und Schülerlotsen zu verdanken. Noch 1972 ereigneten sich in Bayern 1.131 Schulwegunfälle mit Personenschaden. Dabei wurden 1.165 Schulkinder verletzt und 35 getötet. 2013 ist die Zahl der Schulwegunfälle in Bayern im Vergleich zum Vorjahr 2012 um -2,6% auf 682 gefallen. Dabei wurden in Bayern 2013 insgesamt 760 Kinder verletzt. Tragischerweise war im letzten Jahr in Bayern auch wieder ein Todesfall eines Schulkinds (2012: 1 Todesfall, 2011: 3 Todesfälle) auf dem Schulweg zu beklagen.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr und auf der Internetseite der Polizei Bayern.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109