Presseinfo 229/14 — 09. September 2014


Grund- und Mittelschulen gut versorgt!
Trendwende bei den Schülerzahlen – Einschulungen im Plus - Auch Schulverwaltungen reagieren auf steigende Asylbewerberzahlen

Unterfränkische Schullandschaft im Schuljahr 2014/2015


Würzburg (ruf) – Die Entwicklung der Schülerzahlen, die daraus resultierenden organisatorischen Anpassungen bei der Klassenbildung und der Lehrerversorgung und die weiterhin positive Entwicklung bei den Mittelschulen standen im Zentrum der diesjährigen Schuljahrespressekonferenz, in der Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die aktuelle Situation der Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen für das neue Schuljahr 2014/2015 darlegte.

„Erfreulich ist, dass sich der Schülerrückgang der letzten Jahre zumindest teilweise nicht mehr fortsetzt. Hier zeichnet sich eine gewisse Trendwende ab. Die Einschulungen liegen mit 3,2% in diesem Jahr sogar deutlich im Plus und können die Verluste der Klassen 2 bis 4 noch mehr als ausgleichen“, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seinem diesjährigen Fazit. Der Regierungspräsident verwies aber auch darauf, dass in Unterfranken bereits 54 Staatliche Grundschulen weniger als 80 Schüler und mittlerweile 16 Grundschulen weniger als 4 Klassen aufweisen. Dies stellt die Schulverantwortlichen naturgemäß vor allem bei der Lehrerversorgung kleiner Schulen vor große schulorganisatorische Herausforderungen.

Der Regierungspräsident betonte erneut, dass die Mittelschulen – zu Recht – bei Schülern, Eltern, aber auch bei den Betrieben ein hohes Ansehen genießen. Dies macht der verlangsamte Schülerrückgang bei den Mittelschulen deutlich (-1,3%; Vorjahr 2013/2014: -2,94%; Schuljahr 2012/2013: -4%), wobei der noch bestehende Schülerrückgang der demographischen Entwicklung und nicht dem Übertrittsverhalten geschuldet ist. Umgekehrt kommen zunehmend auch Schüler von Realschulen und Gymnasien an die Mittelschulen zurück. Fakt ist: Mehr Mittelschülerinnen und Mittelschüler als je zuvor erreichen den mittleren Bildungsabschluss und weniger als je zuvor verlassen die Mittelschule ohne Abschluss „Gut ausgebildete Mittelschüler sind für unsere Handwerksbetriebe unentbehrlich. Handwerk hat Zukunft. Hier bieten sich auch langfristig gute Berufschancen“, betonte der Regierungspräsident. „Mein Dank gilt hier den vielen engagierten Lehrkräften, die zum positiven Image der Mittelschulen beitragen“. Dennoch: Auch einzelne Standorte von Mittelschulen in den Mittelschulverbünden sind im Hinblick auf den Schülerrückgang der letzten Jahre noch nicht über den Berg. Mittlerweile beträgt auch bei den staatlichen Mittelschulen an 28 Standorten die Schülerzahl unter 100. Im Schuljahr zuvor waren dies noch 24 Standorte. So konnte im aktuellen Schuljahr der Mittelschulstandort Röttingen bedauerlicherweise nicht mehr gehalten werden. Auf Grund der sehr hohen Schülerverluste an der Mittelschule Röttingen einigten sich Schulamt, Schulleitung und Eltern darauf, den Nachwuchs an der Mittelschule Gaukönigshofen zu beschulen, da die Kinder dort besser gefördert werden können.

Gerade angesichts der demographischen Entwicklung in Unterfranken ist eine gute Beschulung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund von besonderer Bedeutung. Dem Rechnung tragend stehen den Schulämtern zusätzliche Förderstunden für Deutschförderklassen, Deutschförderkurse und Übergangsklassen zur Verfügung. So konnte die Zahl der Übergangsklassen im Schuljahr 2014/2015 von 14 auf 20 gesteigert werden. Daneben wurde das Angebot an Vorkursen für Schulanfänger mit fehlenden oder geringen Deutschkenntnissen mit 301 (Vorjahr 199) deutlich ausgeweitet.

„Die Schullandschaft ist und bleibt in Unterfranken in Bewegung“, betonte auch der zuständige Bereichsleiter Schulen der Regierung von Unterfranken, Abteilungsdirektor Gustav Eirich. „Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse im Grund- und Mittelschulbereich beträgt mittlerweile 20,12 Schüler“, stellte der Bereichsleiter vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen zum Schuljahresanfang heraus. So starten bei einem Schülerrückgang von -0,4% bei den Grund- und Mittelschulen 3.054 Klassen ins neue Schuljahr, fast genauso viele wie im Vorjahr (Vorjahr: 3.053). In rund 92% der Klassen werden jeweils bis maximal 25 Schüler unterrichtet. Die Zahl der kleinen Klassen bis zu 20 Schülern beträgt 1.715 (Vorjahr: 1.615), was einen Anteil von 56,15% an der Zahl der Gesamtklassen ausmacht.

Bei der Lehrerversorgung ergibt sich in Unterfranken für das kommende Schuljahr eine erfreuliche Verbesserung. Insgesamt errechnet sich in Unterfranken trotz des geringen Schülerrückgangs von -0,4% für die Grund- und Mittelschulen ein Plus von 40 Vollzeitstellen. „Unsere Berechnungen und Wünsche sind im Bayerischen Kultusministerium nicht unbeachtet geblieben“, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer. Der Regierungspräsident dankte in diesem Zusammenhang auch den unterfränkischen Abgeordneten, die sich wiederholt für eine Aufstockung bei der Lehrerversorgung eingesetzt hatten. „Unsere Grund- und Mittelschulen sind in diesem Jahr mit Lehrern gut versorgt; erstmalig konnten wir in Unterfranken mehr Lehrer einstellen bzw. durch Versetzungen zurückholen, als wir nach Oberbayern bzw. Mittelfranken abgeben mussten“, erläuterte Schulbereichsleiter Gustav Eirich. Daher ist Unterfranken auch bei der Mobilen Reserve zur Begegnung etwaiger Unterrichtsausfälle (z.B. infolge Krankheit) gut gerüstet.

Auch im Bereich der Förder- und Berufsschulen gibt es wichtige Themen, die das neue Schuljahr prägen.

Die Schülerzahlen bei den Förderschulen bleiben weitestgehend konstant (leichter Rückgang von 0,28% bei den Förderzentren). Auch vor dem Hintergrund, dass Eltern behinderter Kinder jetzt grundsätzlich selbst entscheiden können, ob ihr Kind auf eine allgemeine oder auf eine Förderschule gehen soll, zeigt dies weiterhin den hohen Stellenwert, den unsere Förderschulen genießen. Für das Schuljahr 2014/2015 sind 6.635 Schülerinnen und Schüler an den unterfränkischen Förderzentren (ohne Schule für Kranke und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung) gemeldet.

Darüber hinaus wird das Inklusionsangebot vor allem auch im Mittelschulbereich deutlich ausgebaut. So kommen zu den bereits im Schuljahr 2013/14 bestehenden 18 Einrichtungen (bisher 15 Grundschulen und 3 Mittelschulen) im Mittelschulbereich 5 weitere Schulen dazu, so dass im neuen Schuljahr dann insgesamt 23 Schulen in Unterfranken das Schulprofil „Inklusive Schule“ aufweisen.

Neues gibt es auch bei den Berufsschulen: So boten ab dem Schuljahr 2013/14 bereits drei Berufsschulen in Unterfranken (Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt) jungen Asylbewerbern und Flüchtlingen ab dem 16. Lebensjahr intensive sprachliche Förderung und praktische Berufsvorbereitung an. Ab dem Schuljahr 2014/2015 kommen die Standorte Bad Kissingen, Haßfurt und Kitzingen mit neuen „BIJ/V-Klassen (Vorklassen Berufsintegrationsjahr) dazu. Der Unterricht für junge Asylbewerber und Flüchtlinge findet damit ab dem Schuljahr 2014/15 in Unterfranken an 6 Berufsschulstandorten mit insgesamt 14 Klassen statt.

Von dem engagierten, erfolgreichen Lernen und Arbeiten in diesen Klassen konnte sich der Regierungspräsident im Übrigen bei seinem diesjährigen Schulbesuch in Schweinfurt auch bereits persönlich überzeugen.

Hinweis:
Die Regierung von Unterfranken ist für Grund- und Mittelschulen, Berufliche Schulen und für Förderschulen in ganz Unterfranken zuständig. Zu den Aufgaben gehören hierbei insbesondere Personaleinsatz und -verwaltung, Schulorganisation, Schulentwicklung, Lehrerfortbildung und vieles mehr.

Anlagen

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

Dokument Typ Dateigröße
Ausführliches Statement zur Schuljahrespressekonferenz PDF 433 KB
Karte Mittelschulen in Unterfranken zum Stand: 01.08.2014 PDF 94 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109