Presseinfo 241/14 — 18. September 2014


Gute Lehrkräfte sind das wichtigste

Hattie-Studie steht im Mittelpunkt der gemeinsamen Herbsttagung der Regionalen Schulentwicklung Unterfranken und des Zentrums für Lehrerbildung der Julius-Maximilians-Universität Würzburg

- E i n l a d u n g -


Würzburg (ruf) – Jungen Menschen Wissen vermitteln, ihnen eine klare Wertvorstellung weiterzugeben und sie auf gesellschaftliche Aufgaben vorzubereiten, all das sind essen-zielle Aufgaben von Lehrkräften. Dass Schule ohne Lehrkräfte nicht geht, scheint logisch. Wie wichtig jedoch Lehrer und Lehrerinnen sind, das offenbarte erst jüngst wieder die sogenannte Hattie-Studie.

„Kompetenzorientierung in Zeiten der Hattie-Studie“ lautet in diesem Jahr daher auch das Motto der Herbsttagung, zu der die schulartübergreifende Regionale Schulentwicklung bereits zum fünften Mal gemeinsam mit dem Zentrum für Lehrerbildung und Bildungsforschung der Universität Würzburg am 2. Oktober einlädt. In enger Zusam-menarbeit mit der Regierung von Unterfranken, den MB-Dienststellen für Gymnasien, Realschulen und FOS/BOS sowie der Universität Würzburg überlegen Wissenschaftler und Praktiker gemeinsam, welche Aspekte aus der Hattie-Studie für die Kompetenzori-entierung von besonderer Bedeutung sind. In einer Meta-Analyse, die insgesamt 50.000 Einzelstudien zusammenfasst, hat der Bildungsforscher John Hattie untersucht, was guten Unterricht ausmacht.

Die Herbsttagung des Zentrums für Lehrerbildung und Bildungsforschung (ZfL) findet am

Donnerstag, 2. Oktober 2014 von 08.30 – 16.15 Uhr,
an der Universität Würzburg,
Zentrales Hörsaal- und Seminargebäude Z6, Am Hubland Süd

statt.

Wie Unterricht lernwirksam wird

Dass Kinder nicht dann gut lernen, wenn Lehrkräfte sie trimmen, ist bekannt. Doch was müssen Lehrerinnen und Lehrer tun, damit ihr Unterricht lernwirksam wird? Vor dem Hintergrund der Hattie-Studie und des immer bedeutsameren Themas der Kompetenzor-ientierung im Unterricht geht Professor Dr. Andreas Helmke zum Auftakt der Tagung dieser Frage nach. Das Mitglied der Arbeitsgruppe „Empirische Bildungsforschung“ an der Universität Konstanz wird aufzeigen, welche Handlungsstrategien aus der Studie
„Visible Learning“ des neuseeländischen Pädagogen John Hattie abzuleiten sind.

Stolpersteine der Interpretation

Egal, ob es um die Vermittlung englischer Grammatik, Bruchrechnen oder Biologie geht: Das wichtigste sind John Hattie zufolge gute Lehrkräfte. Demgegenüber sind in seiner Untersuchung möglichst kleine Klassen und raffinierte Unterrichtsmethoden nicht die entscheidenden Faktoren. Zu diesem Schluss kam der Forscher, nachdem er sämtliche englischsprachigen Studien, die weltweit zum Lernerfolg erschienen sind, gesichtet und zu einer Synthese der empirischen Unterrichtsforschung zusammengeführt hatte. Seine Erkenntnisse zu interpretieren, ist allerdings gar nicht so einfach, wie Professor Werner Sacher in seinem Vortrag „Wegmarken und Stolpersteine für die Interpretation der Hattie-Studie“ aufzeigen wird.

14 Workshops zu Schul- und Bildungsthemen

Ein guter Pädagoge versteht es laut Hattie, Feedback zu geben. Er ist ebenso imstande, Lob und Kritik der Schüler entgegenzunehmen. Doch was meint Hattie genau mit „Feed-back“? Dieser Frage gehen die Realschullehrerinnen Heike Kolb aus Ebern (Landkreis Haßberge) und Beate Gründel aus Bad Kissingen in ihrem Workshop nach. Insgesamt 14 Workshops zu unterschiedlichen Schul- und Bildungsthemen stehen nach den beiden Fachvorträgen zur Auswahl.

Wie gelingt ein Unterricht, in dem es sowohl Schülern als auch Lehrkräften gut geht? Diese Frage, die angesichts von Lehrer-Burnout an Brisanz gewinnt, greift Dr. Tuyet Helmke in ihrem Workshop auf. In weiteren Arbeitsgruppen geht es um die Thematik „Kompetenzorientierung“ sowie um das Schulentwicklungsprogramm des Freistaats.

Kompetenzen stärken

Kompetenzorientierung ist für jede Altersklasse wichtig – also keineswegs nur für Schüler. In Kitas können die Kompetenzen der Kinder durch sogenannte Portfolio-Arbeit gestärkt werden, wie Eva Reichert-Garschhammer vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in ihrem Workshop darlegen wird. Zu den wichtigsten Kompetenzen, die Schüler erlernen müssen, gehört das flüssige Lesen. Doch Buchstaben, Wörter und Sätze zu erkennen, das ist gar nicht so einfach. Wie Lehrerinnen und Lehrer leseschwachen Schülern durch die Methode der Lautlesetandems helfen können, das stellt Dr. Carola Rieckmann, Expertin für Leseförderung, in ihrem Workshop vor.

Wir laden Sie als (Bild-)Berichterstatter/-innen hierzu herzlich ein.

Einzelheiten zur Tagung entnehmen Sie bitte dem beigefügten Programmablauf. Ausführliche Hintergrundinformationen (Anmeldung) können zudem im Internet abgerufen werden.
 

Anlage

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

Dokument Typ Dateigröße
Flyer Herbsttagung Lehrerfortbildung Programm PDF 481 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109