Presseinfo 279/14 — 04. November 2014


Asylbewerber- und Flüchtlingskinder in der Kita – Chance, Bereicherung, Herausforderung

Fachtagung der Regierung von Unterfranken stieß auf überwältigendes Interesse

 

Flüchtlingskinder in Kindertageseinrichtungen Fachtagung(Foto: ruf). Das Bild zeigt Leitenden Regierungs-
direktor Reinhold Kuhn bei der Begrüßung der
Teilnehmer. Bild in Originalgröße

Würzburg (ruf) – Bis auf den letzten Platz gefüllt war gestern der Große Sitzungssaal der Regierung von Unterfranken. Die Regierung von Unterfranken hatte aus Anlass der dramatisch gestiegenen Asylbewerberzahlen zu einer besonderen Fachtagung geladen. Das Thema: Asylbewerber- und Flüchtlingskinder in der Kita – Chance, Bereicherung, Herausforderung. Weit über 130 Verantwortliche waren der Einladung zur Fachtagung gefolgt, namentlich zahlreiche Träger und Leitungen der unterfränkischen Kindertageseinrichtungen, die bereits von Asylbewerberkindern besucht werden oder aufgrund der Planungen von neuen Gemeinschaftsunterkünften in naher Zukunft damit rechnen müssen, sowie die Kindergartenfachberatungen in den unterfränkischen Jugendämtern und bei den Verbänden. „Die überwältigende Teilnehmerresonanz bestätigt den hohen Informationsbedarf bei den Kindertageseinrichtungen“, so Leitender Regierungsdirektor Reinhold Kuhn vom Sachgebiet Soziales bei der Begrüßung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Einen Überblick über den aktuellen Zugang der Asylbewerber nach Unterfranken gab Leitender Regierungsdirektor Thomas Weingart (Sachgebiet Flüchtlingsbetreuung und Integration der Regierung von Unterfranken). So wird nach Weingart bis zum Jahresende mit mehr als einer Verdoppelung der Asylbewerberzahlen im Vergleich zum Vorjahr (2013: 1831 Asylbewerber; 2014 werden 4000 Asylbewerber für Unterfranken erwartet) gerechnet, darunter auch viele Asylbewerberkinder, die kaum oder gar nicht deutsch sprechen. Dabei gilt es diesen Kindern die staatlichen Unterstützungen zuteilwerden zu lassen, wozu auch Kindertageseinrichtungen und Schulen gehören.

Neben der Darstellung der aktuellen Situation und den rechtlichen Rahmenbedingungen stand der fachliche und praktische Austausch beim Umgang mit Asylbewerber- und Flüchtlingskindern in Kindertageseinrichtungen auf dem Programm. Die Aufnahme von Flüchtlings- und Asylbewerberkindern bringt für Träger und Personal besondere Herausforderungen mit, die nicht immer leicht zu meistern sind. Neben der Beschäftigung mit Organisations-, Finanzierungs- und Verwaltungsfragen insbesondere mit der Eingewöhnung und Begleitung traumatisierter Kinder ist das Personal in den Einrichtungen belastet. Vor diesem Hintergrund standen verschiedene Fachvorträge auf dem Programm, die dann mit den Referentinnen unmittelbar diskutiert wurden.

Zum Thema „Sprachliche Bildungsarbeit unter besonderer Berücksichtigung des Zweitspracherwerbs - Theoretische Erkenntnisse für die Praxis nutzbar machen“, sprach Christa Kieferle, Sprachwissenschaftlerin, Linguistin, vom Institut für Frühpädagogik (IFP) München zu Beginn des fachlichen Teils.

Zum Thema „Kulturelle Vielfalt in der Kita – Praktische Anregungen für den Alltag“ referierte Paula Zintl, Erzieherin, Kindheitspädagogin (B.A.) und Sprachberaterin von der Fachberatung für interkulturelle Pädagogik, München.

Unter dem Motto „Das Heute gestalten - Traumapädagogische Erkenntnisse in der Kita nutzen!“ gab die Geschäftsführerin von exilio Hilfe für Flüchtlinge und Folterüberlebende e.V. aus Lindau, Gisela von Maltitz, Dipl. Sozialpädagogin, Psychotherapeutin und Traumatherapeutin einen Einblick in ihre praktischen Erfahrungen mit traumatisierten Kindern.

Am Ende waren sich die Veranstaltungsteilnehmer einig, dass die Veranstaltung einen notwendigen Beitrag zu Bewältigung der Asylbewerberproblematik geleistet hat. „Wir werden unsere Kindertageseinrichtungen aber auch künftig nicht alleine lassen“ fasste daher Reinhildis Wolters-Erauw, Diplom Pädagogin (Univ.) und zuständige Fachbetreuerin für Kindertageseinrichtungen bei der Regierung von Unterfranken die Intention der gestrigen Veranstaltung im Sinne einer Auftaktveranstaltung zusammen.

Unterlagen über die Veranstaltungen werden in Kürze auf der Homepage der Regierung von Unterfranken eingestellt.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109