Presseinfo 291/14 — 14. November 2014


Weitere 150 Asylbewerber zur Notunterbringung in der kommenden Woche aus Oberbayern erwartet

Gemeinschaftsunterkunft Würzburg wird als vorübergehende „Drehscheibe“ zur Notunterbringung ertüchtigt


Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken erwartet in der kommenden Woche rund 150 neue Asylbewerber aus München, die zur Entlastung der dortigen Aufnahmeeinrichtung aufgenommen werden müssen. Die ankommenden Asylbewerber werden im Wege der Notunterbringung zunächst wie bisher in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg (Veitshöchheimer Straße 100) erfasst, erstversorgt, medizinisch untersucht und dann, sofern sie nicht in andere Bundesländer oder andere Regierungsbezirke weitergeleitet werden, in den weiteren Notunterkünften im Technikum am Würzburger Heuchelhof oder bei den Würzburger Erlöserschwestern untergebracht. Die Würzburger Gemeinschaftsunterkunft in der Veitshöchheimer Straße dient insoweit weiterhin vorübergehend als „Drehscheibe“ bei der Erstaufnahme der Notuntergebrachten, bis die geplante neue Aufnahmeeinrichtung in Schweinfurt ab Mitte nächsten Jahres in Betrieb gehen kann.

Angesichts des großen Zustroms von Asylbewerbern nach Deutschland, Bayern und Unterfranken müssen derzeit alle Anstrengungen unternommen werden, geeignete Unterkunftsplätze für die ankommenden Menschen zu schaffen. Dies in Gemeinschaftsunterkünften, in dezentralen Einrichtungen, aber auch in schnell verfügbaren Notunterkünften.

Derzeit sind alle Regierungsbezirke in der Pflicht, zur Entlastung der Aufnahmeeinrichtung in Oberbayern (Bayernkaserne in München) beizutragen. Gleichzeitig laufen die regulären Zuweisungen aus Zirndorf weiter. Zur Unterbringung all der ankommenden und in Teilen erstmals zu registrierenden Asylsuchenden (zu den Zahlen siehe Hintergrund unten) mussten deshalb Notplätze in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg (Umwandlung bestehender Gemeinschaftsräume in Schlafräume, Essensverpflegung in Freizelten) geschaffen werden. Da mit einem anhaltend hohen Zustrom von Asylsuchenden – auch aus München – weiterhin zu rechnen ist und insbesondere die zuletzt im Freien stattfindende Essensversorgung (Zelte) in den Wintermonaten nicht mehr erfolgen kann und deshalb schnellstmöglich in beheizte winterfeste Räumlichkeiten verlegt werden muss, hat die Regierung sich kurzfristig entschlossen, Bettenkapazitäten in Form mobiler Wohnmodule (Kapazität für 100 Personen) in der Gemeinschaftsunterkunft Würzburg zu schaffen. Wegen der Dringlichkeit wurde die Beschaffung bereits in die Wege geleitet. Mit einer Anlieferung ist in Kürze zu rechnen. Die damit freiwerdenden, derzeit als Schlafraum genutzten Gemeinschaftsräume wären dann für die Essensausgabe bzw. wieder als Gemeinschaftsräume frei. Mit Blick auf die Zugangsprognosen der kommenden Monate würden mit den Wohncontainern außerdem zusätzliche Notkapazitäten geschaffen. Die Wohncontainer stünden nach der Inbetriebnahme der Aufnahmeeinrichtung in Schweinfurt und der Auflösung der Würzburger Drehscheibe dann auch zur Weitergabe für andere Notunterbringungsplanungen oder Unterbringungen in den unterfränkischen Landkreisen zur Verfügung.

Die Regierung von Unterfranken dankt in diesem Zusammenhang der Stadt Würzburg für die außerordentliche Unterstützung bei der Bewältigung der anhaltenden Notlage. Der Dank gilt auch den Hilfseinrichtungen und den Ehrenamtlichen, die sich in Würzburg aktuell besonders um die notaufgenommenen Asylbewerber kümmern.

Zum aktuellen Hintergrund (Stand: 31.10.2014):
Derzeit leben in Unterfranken über 4.100 Asylbewerberinnen und Asylbewerber in 25 Gemeinschaftsunterkünften und über 120 dezentralen Unterkünften der Kreisverwaltungsbehörden. Bis zum 31.10.2014 sind in diesem Jahr etwa 2.900 Asylbewerber neu nach Unterfranken gekommen. Allein im Monat Oktober waren es rund 820 Asylbewerber, davon 540 aus der Aufnahmeeinrichtung Zirndorf und 280 Asylbewerber im Wege der Notaufnahme aus der Aufnahmeeinrichtung München. Im gesamten vergangenen Jahr 2013 sind 1.831 Asylbewerber neu nach Unterfranken gekommen. Für das gesamte Jahr 2014 ist in Unterfranken mit mindestens 4.000 neuen Asylbewerbern zu rechnen.

Allein in der nächsten Woche könnten in Unterfranken etwa 400 Asylbewerber neu ankommen, bis zu 250 über die reguläre Verteilung aus Zirndorf und rund 150 Asylbewerber als Notunterbringungsmaßnahme aus Oberbayern.

Von den ab Mitte Oktober 2014 in Würzburg 280 notuntergebrachten Asylbewerbern aus Zirndorf und Oberbayern wurde ein Teil bereits nach wenigen Tagen in andere Bundesländer bzw. Regierungsbezirke verteilt. Derzeit befinden sich davon noch circa 90 Personen in der Obhut der Erlöserschwestern in Würzburg (darunter vor allem auch Familien und Kinder und die zuletzt im Technikum untergebrachten Asylbewerber). Das Technikum am Würzburger Heuchelhof (ab heute) und die Gemeinschaftsunterkunft Würzburg (bereits seit Anfang November) sind derzeit nicht mit Notuntergebrachten belegt und stehen damit in der kommenden Woche wieder zur Notaufnahme zur Verfügung. Das Technikum soll dazu in den nächsten Tagen für die Neuaufnahme von Asylbewerbern ab kommenden Dienstag entsprechend vorbereitet werden.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109