Presseinfo 017/15 — 19. Januar 2015


Regierung von Unterfranken förderte im Jahr 2014 Präventions- und Beratungsangebote im Suchtbereich mit rund 277.000 €


Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken hat im Jahr 2014 zur Förderung von
Präventions- und Beratungsangeboten im Suchtbereich
staatliche Zuwendungen in Höhe von insgesamt 277.179 € bewilligt. Die Förderung erfolgte auf der Grundlage des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Die Fördermittel teilen sich auf:

1. Für die Betreuung und Beratung suchtgefährdeter und abhängigkeitskranker Gefangener in den unterfränkischen Justizvollzugsanstalten durch externe Fachkräfte wurden Fördermittel in Höhe von 169.524 € bewilligt.

Die Suchtberatung und -betreuung der Gefangenen ist eine staatliche Aufgabe, zu deren Durchführung externe Dienste in Anspruch genommen werden. Zum Aufgabenbereich der hier eingesetzten externen Fachkräfte gehören Einzel- und Gruppengespräche, Motivationshilfen zur Führung eines suchtmittelabstinenten Lebens, die Vermittlung von Therapieplätzen, die Durchführung von anstaltsinternen Fortbildungen u. a. m.

Der Freistaat Bayern bezuschusst die Personalkosten der externen Fachkräfte und gewährt zu anfallenden Sachkosten (z. B. Fahrtkosten der Betreuungskräfte zu den vereinbarten Einsatzorten und zu den zentralen Fortbildungsveranstaltungen, Aufwendungen für Supervision und für Ersatzbeschaffung von EDV-Ausstattung) eine pauschale Zuwendung.

Im Einzelnen wurden folgende Maßnahmen gefördert:

Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Aschaffenburg e. V. 55.674,00 Euro
Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt Würzburg 103.641,00 Euro
Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle des Diakonischen
Werks Schweinfurt e. V.:
10.209,00 Euro
insgesamt 169.524,00 Euro

 

 

 

 

 

2. Für die staatliche Förderung der suchtpräventiven Arbeit in Unterfranken wurden Fördermittel in Höhe von 42.980 € bewilligt.

Der zentrale Aufgabenschwerpunkt der Präventionsfachkräfte liegt darin, die im Regierungsbezirk Unterfranken geleistete Erziehungs- und Betreuungsarbeit in Kindertageseinrichtungen und Schulen, in Betreuungsmaßnahmen der Erziehungs- und Jugendhilfe und im Bereich der Jugendarbeit durch suchtpräventive Ansätze zu ergänzen und damit den Gefahren von Sucht und Abhängigkeit so früh wie möglich und breit gefächert entgegenzuwirken.

Um einen möglichst großen Wirkungskreis zu erreichen, wenden sich Präventionsfachkräfte an Multiplikatoren und Mediatoren (z. B. Lehrkräfte und Betreuungs- und Erziehungskräfte), die sie in Fortbildungsveranstaltungen informieren und für die psychosozialen Probleme der Betroffenen und Mitbetroffenen sensibilisieren und ihnen die erforderliche Handlungskompetenz vermitteln.

Der Freistaat Bayern gewährt den Trägern zu den Personalkosten der Suchtpräventionsfachkräfte Zuschüsse als freiwillige Leistungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

Im Einzelnen wurden folgende Träger gefördert:

Landkreis Miltenberg
12.280,00 Euro
Landkreis Haßberge

6.140,00 Euro

Stadt Schweinfurt
12.280,00 Euro
Diakonisches Werk Würzburg e. V. 12.280,00 Euro
insgesamt 42.980,00 Euro

 

3. In den letzten Jahren ist die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 10 bis 19 Jahren, die im Krankenhaus wegen einer akuten Alkoholvergiftung behandelt werden mussten, stark angestiegen. Alkoholprävention – insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – ist ein wichtiger Aspekt der bayerischen Drogenpräventionspolitik. Der Freistaat Bayern fördert daher die flächendeckende Implementierung des Präventionsprojektes „HaLT“ (Hart am Limit). Ziel dieses Projektes ist es,
Alkoholmissbrauch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorzubeugen und bereits gefährdete junge Menschen durch gezielte Maßnahmen vor einem Abgleiten in die Abhängigkeit zu bewahren.

Im Regierungsbezirk Unterfranken wurden erstmals im Jahr 2008 drei Präventionsprojekte eingerichtet und staatlich gefördert. In den Jahren 2009, 2010 und 2011 konnte jeweils ein weiteres Projekt eingerichtet werden, so dass seitdem insgesamt sechs Präventionsprojekte mit einem Festbetrag staatlich gefördert werden konnten. Träger dieser Präventionsprojekte sind der Landkreis Würzburg, der Landkreis Main-Spessart, der Landkreis Schweinfurt, der Landkreis Haßberge, der Landkreis Kitzingen und die Stadt Schweinfurt.

Im Einzelnen konnten daher folgende staatliche Zuwendungen gewährt werden:

Landkreis Würzburg

Landkreis Main-Spessart

Landkreis Schweinfurt

Landkreis Haßberge

Landkreis Kitzingen

Stadt Schweinfurt

insgesamt

6.000,00 Euro

6.000,00 Euro

6.000,00 Euro

6.000,00 Euro

6.000,00 Euro

6.000,00 Euro

36.000,00 Euro

 

Die Zuschüsse werden als freiwillige Leistungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel für zuwendungsfähige Sachkosten als Anschubfinanzierung bzw. zur Weiterführung der Projekte gewährt.


4. Im Rahmen der staatlichen Förderung von Projekten und Maßnahmen zur Sucht-prävention und Suchtbekämpfung wurde erstmals im Jahr 2008 im Regierungsbezirk Unterfranken beim Caritasverband für den Landkreis Main-Spessart e. V. das Projekt „FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“ implementiert. Ziel dieses Projektes ist, Jugendliche und junge Erwachsene mit riskantem Suchtmittelkonsum, die auffällig oder bereits straffällig geworden sind oder denen ein Schulordnungsverfahren droht, zu einer kritischen Einstellung gegenüber dem Konsum von Suchtmitteln anzuregen, über gesundheitliche, rechtliche und soziale Folgen des Drogenkonsums zu informieren und Angebote im Bereich der Jugend- und Suchthilfe zu unterbreiten. Diese Maßnahme wurde in den darauffolgenden Jahren fortgeführt und weiter ausgebaut. Im Jahr 2014 wurde hierfür eine staatliche Zuwendung in Höhe von 10.225 € bewilligt.

Im Jahr 2014 konnte im Regierungsbezirk Unterfranken auch beim Landkreis Schweinfurt erstmals das Projekt „FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“ implementiert werden und im Rahmen der staatlichen Förderung von Projekten und Maßnahmen zur Suchtprävention und Suchtbekämpfung eine staatliche Zuwendung während der Implementierungsphase in Höhe von 3.450 € bewilligt werden.

Der Freistaat Bayern gewährt den Trägern zu den Personalkosten der Fachkräfte Zuschüsse (Förderpauschalen) als freiwillige Leistungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

5. Das Projekt „Stärkung der Selbsthilfe in Bayern im Suchtbereich“ des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e. V., Würzburg, erhält seit dem Jahr 2010 Fördermittel des Freistaates Bayern.

Im Jahr 2014 konnte die Zusammenarbeit mit Professionellen aus der Suchtkrankenhilfe in Bayern auf verschiedenen Ebenen weitergeführt und vertieft werden.

Am 24.10.2014 wurde in Gunzenhausen die 3. Bayerische Selbsthilfekonferenz „Sucht und Gesundheit“ durchgeführt. Menschen erleben durch eine Erkrankung oder eine Lebenskrise, wie ihr Leben aus den Fugen gerät. Oft entstehen dabei mehrere Problembereiche, die sich gegenseitig bedingen können. Zu dem Thema Selbsthilfe und Krise haben sich am 24.10.2014 Selbsthilfegruppen aus den Bereichen Sucht, psychosoziale Probleme und chronische Erkrankungen, die häufig Suchterkrankungen zur Folge haben oder diese begünstigen, ausgetauscht.

Der Freistaat Bayern hat für die Durchführung der Maßnahmen im Jahr 2014 Fördergelder in Höhe von 15.000 € zur Verfügung gestellt.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109