Presseinfo 030/15 — 26. Januar 2015


Erheblich steigende Asylbewerberzahlen in Unterfranken

Neueröffnung weiterer Gemeinschaftsunterkünfte auch 2015


Würzburg (ruf) – Die Zahl der in Unterfranken untergebrachten Asylbewerber (derzeit aus über 40 Nationen; allein in der größten unterfränkischen Gemeinschaftsunterkunft Würzburg sind aktuell 39 Nationalitäten vertreten) ist im vergangenen Jahr nochmals erheblich gestiegen. In den aktuell 9 Gemeinschaftsunterkünften und 17 Teilgemeinschaftsunterkünften der Regierung wohnten am 31.12.2014 insgesamt 2191 Personen. Dazu kamen 2800 Asylbewerber in 184 dezentralen Einrichtungen (meist Gasthäuser und Pensionen) in der Unterbringungszuständigkeit der Landratsämter. Bezogen auf die Gesamtzahl an untergebrachten Asylbewerbern von 4991 Personen zum Jahresende 2014 sind dies 2290 Asylbewerber mehr als vor einem Jahr (Ende 2013: 2701 zentral und dezentral untergebrachte Personen, Ende 2012: 1865, Ende 2011: 1608 Personen, Ende 2010: 1289 Personen), was fast einer Verdoppelung der untergebrachten Asylbewerber entspricht.

Die Zahl der neu in Unterfranken angekommenen (und hier untergebrachten) Asylbewerber stieg 2014 auf 3769 Personen (Vorjahre 2013: 1831, 2012: 922, 2011: 810 und 2010: 751 sowie 2009: 343 Personen). Dies sind 1930 Personen mehr als im Vorjahr, was insoweit sogar mehr als einer Verdoppelung entspricht. Die Hauptherkunftsländer waren im Jahre 2014 Syrien (20% der Asylbewerber), Ukraine (16%), Kosovo (10%), Serbien (9%), Bosnien (5%), Äthiopien (5%), Albanien (5%). Im Jahr 2013 waren dagegen Hauptherkunftsländer die Russische Föderation (29% der Asylbewerber, meist tschetschenische Volkszugehörige), Serbien (10%), Iran (8%), Äthiopien (8%) und Bosnien-Herzegowina (5%), gefolgt von Kosovo (5%) und Syrien (5%).

Der Gesamtzugang an Asylbewerbern in Bayern betrug 2014 rund 30.000 Asylbewerber (Erstantragsteller 25.667), während es bayernweit im Jahr 2013 noch rund 17.600 Neuzugänge waren (siehe Pressemitteilung der Bayerischen Staatskanzlei vom 19.Januar 2015). Bundesweit waren im Jahr 2014 insgesamt 173.072 Asylerstanträge zu verzeichnen, 63.492 mehr als 2013, was einer Steigerung von rund 58% entspricht. Der Gesamtzugang lag bei 203.000 Personen. Hauptherkunftsländer bundesweit waren bei den Asylerstanträgen Syrien, Serbien, Eritrea und Afghanistan (auf die ausführliche Pressemitteilung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 14. Januar 2015 wird ergänzend verwiesen).

Die Regierung von Unterfranken rechnet auch 2015 wegen der nach wie vor steigenden
Asylbewerberzahlen in Deutschland mit einem weiteren Bedarf von aktuell mindestens 1200 weiteren Unterkunftsplätzen in Unterfranken. Die Platzkapazitäten in den unterfränkischen Gemeinschaftsunterkünften sind ausgeschöpft.

Die Regierung von Unterfranken sucht deshalb in ganz Unterfranken dringend geeignete Gebäude, in denen Gemeinschaftsunterkünfte mit einer Kapazität von mindestens 50 Plätzen eingerichtet werden können.

 

Hintergrund:

Momentan kommen jeden Monat zwischen 400 und 600 Asylbewerber neu nach Unterfranken, die kurzfristig aus den Aufnahmeeinrichtungen, insbesondere aus Zirndorf bzw. im Wege der Notunterbringung teilweise auch aus München aufzunehmen sind. Vorrangig ist die Regierung für die Unterbringung der neuankommenden Asylbewerber zuständig. Sie betreibt derzeit 26 Gemeinschaftsunterkünfte/Teilgemeinschaftsunterkünfte (Ende 2013 waren es noch 18 Unterkünfte), die größten in den kreisfreien Städten Würzburg, Aschaffenburg und Schweinfurt.

Im Februar 2014 ist die Teilgemeinschaftsunterkunft in Miltenberg (ca. 40 Plätze), im März 2014 die Teilgemeinschaftsunterkunft in Bad Neustadt a.d. Saale (ca. 40 Plätze), im April 2014 die Teilgemeinschaftsunterkunft Gochsheim (ca. 45 Plätze), im Juli 2014 die Gemeinschaftsunterkunft Bad Brückenau-Volkers (ca. 100 Plätze), im September 2014 die Teilgemeinschaftsunterkunft Ebern (rund 80 Plätze) und im Dezember 2014 die Teilgemeinschaftsunterkunft in Fladungen (rund 40 Plätze) in Betrieb gegangen. Insgesamt konnten so im Jahr 2014 rund 380, auf eine längere Verweildauer ausgerichtete Plätze in der Zuständigkeit der Regierung von Unterfranken, neu geschaffen werden.

Aktuell plant die Regierung die Eröffnung weiterer Gemeinschaftsunterkünfte in den ehemaligen Conn Barracks bei Schweinfurt (200 Plätze ab April/Mai), Kitzingen (Corlette Circle, ab Mai 2015 mit rund 150 Plätzen), in Lohr am Main (ab Herbst mit 116 Plätzen) sowie einer Vielzahl weiterer Standorte.

Sofern eine Unterbringung in den Gemeinschaftsunterkünften aufgrund fehlender Kapazitäten nicht möglich ist, erfolgt die Unterbringung dezentral, über die Kreisverwaltungsbehörden.

Die Kosten der Asylbewerberunterbringung trägt – unabhängig von zentraler oder dezentraler Unterbringung - der Freistaat Bayern mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration auf der Grundlage des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts.

Die Regierung von Unterfranken bittet in diesem Zusammenhang die betroffenen Kommunen und die Bevölkerung um Verständnis für die oftmals sehr kurzfristige Zuweisung und Unterbringung von Asylbewerbern, sei es in eigenen Gemeinschaftsunterkünften der Regierung oder in der dezentralen Verantwortung der betroffenen Landratsämter und Städte. Der Staat und die Kommunen stehen hier in einer gemeinsamen gesellschaftlichen Gesamtverantwortung. Die Regierung von Unterfranken dankt daher den vielen sozial engagierten Institutionen und Einrichtungen und den vielen engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich für die Belange der untergebrachten Asylbewerber einsetzen und damit die gemeinsame Sorge für die Asylbewerber ernst nehmen.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109