Presseinfo 084/15 — 20. März 2015


„Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“:

Regierung von Unterfranken bewilligt im Jahr 2014 rund 267.000 € aus dem Arbeitsmarktfonds, Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“
für Projekte im Raum Aschaffenburg, Miltenberg und Würzburg

Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken hat auch im Jahr 2014 wieder Fördermittel aus dem Arbeitsmarktfonds Bayern, Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“ ausgereicht. Die Fördermittel werden vom Freistaat Bayern aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration im Rahmen des Arbeitsmarktfonds zur Verfügung gestellt. Insgesamt kamen 266.740 € an folgende Träger zur Auszahlung:

1. gfi gGmbH Aschaffenburg (gefördert mit 118.406 €)

Projekt: SAM – Streetwork And More (im Raum Aschaffenburg und Miltenberg)

Zielgruppe des Projekts waren ursprünglich insgesamt ca. 150 erwerbsfähige Hilfebedürftige unter 25 Jahren (ca. 50 pro Jahr), die aufgrund sozialer Auffälligkeiten, Entwicklungs- und Verhaltensdefiziten nicht ohne Unterstützung in der Lage sind, eine berufsfördernde Maßnahme, Ausbildung bzw. Arbeit aufzunehmen. Aufgrund der erfolgreichen Durchführung sowie eines erhöhten Bedarfs wird das Projekt seit 01.10.2013 anstelle von bis dahin ca. 50 Teilnehmern pro Jahr mit ca. 60 Teilnehmern pro Jahr durchgeführt. Im Rahmen des Projekts sollen Jugendliche mit schwerwiegenden Problemlagen und hohem Gefährdungspotential bzw. mit massiven Schwierigkeiten aktiviert und auf dem Weg in die berufliche Integration begleitend betreut und unterstützt werden.

Sozialpädagogische Fachkräfte fungieren als erste Anlaufstelle für Hilfe suchende Jugendliche, Eltern sowie als erste Ansprechpartner für andere Institutionen. Im Projektverlauf werden zunächst Grundkompetenzen und Schlüsselqualifikationen der Teilnehmer gefördert und dann eine spezifische Berufswegeplanung erarbeitet. Es schließen sich Qualifizierungs- und Orientierungsphasen als auch betriebliche Praktika an. Weiterhin ist eine Nachbetreuungsphase vorgesehen, um möglichst eine dauerhafte Eingliederung in die Ausbildungs- und Berufswelt zu gewährleisten. Besonders hervorzuheben sind die einzelnen aufeinander aufbauenden Bausteine des Projekts von einer umfassenden Anlaufstelle bis zur einzelfallabhängigen sozialpädagogischen Betreuung einschließlich Nachbetreuung.

Das Projekt begann am 13.02.2012 und endete am 12.02.2015.

2. HWK-Service GmbH Würzburg (gefördert mit 57.968 €)

Projekt: ALEQ – Aktives Lernen im Quartier

Zielgruppe des Projekts sind insgesamt 60 arbeits- und ausbildungslose sozial benachteiligte Jugendliche von Zuwandererfamilien aus den GUS-Staaten im Stadtteil „Heuchelhof“, Würzburg. Dort ist der Anteil arbeits- u. ausbildungsloser Jugendlicher unter 25 Jahren deutlich erhöht und vor allem Kinder aus Zuwandererfamilien sind bedroht, den Anschluss an berufliche Perspektiven zu verlieren. Kern des Projekts ist die ALEQ-Werkstatt, eine niedrigschwellige Beratungs- und Anlaufstelle im Stadtteil Heuchelhof, und somit im direkten Wohnumfeld der Jugendlichen. Über drei Projektbausteine rund um die ALEQ-Werkstatt soll sich eine kohärente Fördersituation bzw. ein lokales Ausbildungsnetzwerk ergeben, mit dem Ziel der unmittelbaren Integration in Ausbildung bzw. Aufnahme einer Beschäftigung und damit einer nachhaltigen Verbesserung der Integration und beruflichen Perspektiven dieser jungen Menschen.
Der Aktivierung, Qualifizierung und beruflichen Orientierung in der ALEQ-Werkstatt folgt die Übergangsbegleitung und Integration in Ausbildung unter Einbeziehung der Eltern und Familien. Weiterhin ist als „Zweite Chance“ ein niederschwelliges Beratungsangebot vorgesehen, mit dem Jugendliche am Heuchelhof, die erst gar keine Ausbildung aufnehmen oder diese bzw. Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters ohne Abschluss abgebrochen haben, erreicht, motiviert und für sie individuelle Lösungen zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss erarbeitet werden. Betriebe sollen für diese Gruppe geöffnet werden; es sind kurzfristige Erprobungen und längerfristige Praktika vorgesehen.
Für das Projekt werden eine im Übergangsmanagement erfahrene sozialpädagogische Fachkraft und ein Praxisanleiter, der selbst am Heuchelhof wohnt und russischer Herkunft ist, eingesetzt.

Das Projekt begann am 01.01.2014 und endet am 31.12.2016.

3. GbF Aschaffenburg mbH (gefördert mit 90.366 €)

Projekt: PAB – Perspektive Arbeit und Beschäftigung

Zielgruppe des Projekts sind insgesamt 60 junge Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind. Hierzu gehören U25 (Alter 15-24 Jahre)-Kunden des Jobcenters Landkreis Aschaffenburg mit multiplen Vermittlungshemmnissen, für die mit intensiver Förderung eine Prognose der Vermittelbarkeit gestellt werden kann. Insbesondere weisen diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die über keine berufliche Erstausbildung verfügen, vielfältige und schwerwiegende Hemmnisse im Bereich Motivation/Einstellungen, Schlüsselqualifikation und soziale Kompetenzen auf. Zu dieser heterogenen Zielgruppe gehören auch Migranten, Ausländer, Straffällige und sozial Auffällige. Die individuelle Teilnahmedauer beträgt grundsätzlich mindestens 12 Monate und kann in begründeten Fällen verlängert werden, wenn dies zur Erreichung der Zielsetzung notwendig ist.

Mittels niedrigschwelliger Angebote im Vorfeld von Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung soll die Zielgruppe für eine berufliche, schulische Ausbildung oder Beschäftigung motiviert und schrittweise an sie herangeführt werden. Dies soll vorrangig durch intensive Sozial- und Netzwerkarbeit, die Einbindung der Teilnehmer in projektbezogenes Arbeiten / betriebliche Erprobungen und Integrationscoaching geschehen. Es kommen sozialpädagogische und anleitende Fachkräfte zum Einsatz. Während der ersten drei Monate nach Aufnahme einer Beschäftigung durch den Teilnehmer wird eine Nachbetreuung zur Stabilisierung der Beschäftigung durchgeführt. Das Projekt ist über einen Projekt-Fachbeirat mit den regionalen Akteuren vernetzt.

Das Projekt begann am 01.02.2014 und endet am 31.01.2017.

 


Was ist der Arbeitsmarktfonds?

Der Arbeitsmarktfonds wurde von der Bayer. Staatsregierung aus Privatisierungserlösen (Offensive Zukunft Bayern Teil II) mit einem Volumen von rund 204,5 Mio. € aufgelegt. Aus den Zinsen hieraus werden einzelne Projekte gefördert. Der Arbeitsmarktfonds ist Bestandteil des Beschäftigungspakts Bayern, den die Staatsregierung am 11.06.1996 mit den Organisationen der Wirtschaft und den Gewerkschaften abgeschlossen hat.

Welche Zielrichtung hat der Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“?

Mit Hilfe von neuen und innovativen Maßnahmen der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit sollen soziale Benachteiligungen junger Menschen (etwa bei unzureichender schulischer Ausbildung) ausgeglichen werden. Ebenso werden Hilfestellungen bei individuellen Beeinträchtigungen gegeben. Ziel ist, den Einzelnen in seiner beruflichen, gegebenenfalls schulischen Ausbildung zu unterstützen. Auf diese Weise werden die soziale Integration und die Eingliederung in die Arbeitswelt (Aufnahme einer Berufsausbildung) ermöglicht.

Was sind die Voraussetzungen der Förderung?

Durchführung von Maßnahmen mit dem Ziel der unmittelbaren Integration in die Ausbildung bzw. Aufnahme einer Beschäftigung.

Fördergrundsätze und Förderhöhe:

Im Bereich der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit beträgt die Förderquote im ersten Jahr bis zu 90%, im zweiten Jahr bis zu 80% und im dritten Jahr bis zu 70% der förderfähigen Kosten. Eine finanzielle Einbindung der für die Jugendsozialarbeit zuständigen Kommunen soll gewährleistet sein. Die Förderverfahren werden in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit abgewickelt. An der Finanzierung der im Regierungsbezirk Unterfranken im Jahr 2014 geförderten Projekte beteiligten sich neben dem Freistaat Bayern und den jeweiligen Trägern auch die Stadt Würzburg, sowie die Jobcenter Stadt Aschaffenburg, Landkreis Miltenberg und Landkreis Aschaffenburg.

Weitere Informationen zum Arbeitsmarktfonds sind im Internetangebot des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration unter www.stmas.bayern.de/arbeit/fonds/index.htm abrufbar.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109