Presseinfo 185/15 — 30. Juni 2015



Hilfe für Schwangere:
Schwangerenberatungsstellen im Regierungsbezirk Unterfranken haben anonyme Beratungsangebote weiter ausgebaut

Beratung Geburt VertraulichWürzburg (ruf) – Schwangerschaft, Konflikt, Beratung – wer diese Wörter hört, denkt meist an einen Schwangerschaftsabbruch. Zu wenige wissen: Jede schwangere Frau hat einen Anspruch auf anonyme Beratung – in jeder Situation und so lange wie nötig. Das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt soll Schwangeren mit dem Wunsch nach Anonymität den Weg in die Beratungsstelle erleichtern. Auch die Schwangerenberatungsstellen im Regierungsbezirk Unterfranken haben deshalb mittlerweile ihre anonymen Hilfen weiter ausgebaut.

Eine Schwangerschaft ist nicht immer nur ein Grund zur Freude: Frauen, die ihre Schwangerschaft verheimlichen, befinden sich in einer schwerwiegenden, mit Angst und Rückzug verbundenen Krise. Ihre Verzweiflung ist so groß, dass sie sich niemandem offen anvertrauen können.

Deshalb finden Schwangere in Not noch umfassender Rat und Hilfe – ohne dass sie ihren Namen nennen müssen. Grundlage dafür ist das Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt, das am 1. Mai 2014 in Kraft getreten ist. Insbesondere Schwangere, die anonym bleiben möchten, können frühzeitiger die qualifizierte Beratung der Schwangerschaftsberatungsstellen in Anspruch nehmen.

Anonyme Beratung – zu jeder Zeit und bei allen Fragen
Um dieses Ziel zu erreichen, sollen noch mehr Frauen von den Angeboten erfahren: Denn wer Schwangerschaftsberatung hört, denkt vor allem an die Konfliktberatung im Fall eines Abbruchs. Was viele nicht wissen: Sie haben einen gesetzlichen Anspruch, sich zu allen Fragen rund um eine Schwangerschaft beraten zu lassen – kostenfrei und auf Wunsch anonym. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Konflikt sich eine Frau befindet oder aus welchem Grund sie anonym bleiben möchte. Alle anvertrauten Informationen sind durch die gesetzliche Schweigepflicht der Beraterinnen besonders geschützt. Die Mitarbeiterinnen sind kompetent und besonders geschult. Gemeinsam suchen sie gute Lösungen für die individuelle Lebenslage.

Vertrauliche Geburt – in großer Not zum Schutz von Mutter und Kind
Auch auf besondere psychosoziale Konflikte sind die Beraterinnen vorbereitet: Frauen, die ihre Schwangerschaft verheimlichen oder verdrängen, finden persönliche Beratung und Begleitung. Diese Frauen konnten bisher nur schwer erreicht werden. Nun haben sie nicht nur die Möglichkeit, sich anonym beraten zu lassen, sondern können, wenn im Gespräch keine andere Lösung gefunden wird, ihr Kind medizinisch begleitet zur Welt bringen, ohne ihre Identität zu offenbaren. Riskante heimliche Geburten und Fälle, in denen Neugeborene ausgesetzt oder getötet werden, sollen dadurch verhindert werden. Gleichzeitig hat das Kind später die Chance, seine Herkunft zu erfahren – ein Grundbedürfnis jedes Menschen.

Zentrale und federführende Rolle der Schwangerschaftsberatungsstellen
Den Schwangerschaftsberatungsstellen kommt hier bei der Umsetzung der Vertraulichen Geburt eine zentrale Rolle zu. Nur die hierfür besonders geschulten Beraterinnen dürfen nach den Vorgaben des Gesetzes eine Schwangere bei einer Vertraulichen Geburt beraten und begleiten. Ihre Aufgabe ist es auch, alle beteiligten Stellen, wie z.B. Adoptionsvermittlungsstellen, Kliniken, Hebammen mit einzubinden und zu vernetzen.

Bei einem Treffen an der Regierung von Unterfranken Anfang Juni 2015 konnten sich die geschulten Fachkräfte im Regierungsbezirk über erste Erfahrungen mit dem Gesetz zum Ausbau der der Hilfen für Schwangere und zur Regelung der vertraulichen Geburt austauschen. Die Erfahrungen zeigten, dass die gesetzlichen Bestimmungen zur Umsetzung der Vertraulichen Geburt noch nicht bei allen beteiligten Stellen ausreichend bekannt sind. Vor allem auch mit den Kliniken wird ein verbesserter Austausch erwünscht.

Im Regierungsbezirk Unterfranken sind in allen Einzugsbereichen zahlreiche Fachkräfte zur Umsetzung der Vertraulichen Geburt geschult worden.

Kontaktdaten der jeweiligen Beratungsstellen sind unter www.schwanger-in-bayern.de - Schwangerschaftsberatung in Ihrer Nähe – zu erfahren.

Rat und Hilfe gibt es auch unter der vom Bundesfamilienministerium eingerichteten bundesweiten Notrufnummer 0800 40 40 020 und im Internet unter www.geburt-vertraulich.de – anonym, kostenlos und rund um die Uhr.
 


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109