Presseinfo 191/15 — 01. Juli 2015


Am Arbeitsplatz gibt es kein „Hitzefrei“

Gewerbeaufsichtsamt gibt Tipps zum Schutz vor Hitze am Arbeitsplatz

Logo GewerbeaufsichtWürzburg (ruf) – Endlich Sommer und Sonne pur. Die tropischen Temperaturen sind bei Sonnenhungrigen und Biergartenbesuchern willkommen. Aber wie gehen die Beschäftigten bei der Arbeit mit der großen Hitze um?

Die Raumtemperaturen am Arbeitsplatz müssen für Arbeitnehmer erträglich sein. Diese Forderung ist erfüllt, wenn unter definierten Messbedingungen 26° C nicht überschritten werden. Doch auch bei höheren Temperaturen darf gearbeitet werden. Voraussetzung ist jedoch, dass im Betrieb geeignete Maßnahmen gegen die Hitze durchgeführt werden. Damit besteht für die Mitarbeiter ein Anspruch auf Hitzeschutz, nicht jedoch auf „Hitzefrei“.

Was muss nun der Betrieb tun, wenn die Hitze am Arbeitsplatz unerträglich wird? Antwort darauf gibt die Arbeitsstätten-Richtlinie. Darin hat der Gesetzgeber ein abgestuftes Maßnahmenpaket, in Abhängigkeit der jeweiligen Raumtemperatur, festgelegt. So soll der Arbeitgeber bei Raumtemperaturen zwischen 26° und 30° C Mindestmaßnahmen, wie sie auch beispielhaft bei den nachstehenden Tipps aufgeführt sind, anbieten. Über 30°C muss der Betrieb durch eine Arbeitsplatzbeurteilung die weiteren Schutzmaßnahmen ermitteln und umsetzen. Dies kann unter anderem die effektive Steuerung der Lüftungseinrichtungen und des Sonnenschutzes sein. Werden dagegen 35° C überschritten, so sind die Arbeiten nur zulässig, wenn beispielsweise Luftduschen, Wasserschleier und zusätzliche Abkühlpausen angeboten werden.

Das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Unterfranken erinnert daran, dass mit dem Ansteigen der Temperaturen Leistungsfähigkeit und Konzentration der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sinken und gleichzeitig das Unfallrisiko steigt. Deshalb tragen die genannten Maßnahmen und Tipps nicht nur zum erträglichen Umgang mit der Hitze, sondern auch zur Gesundheit der Mitarbeiter bei.
 

Tipps für die Arbeiten an heißen Tagen:

  • Rücksicht auf besondere Personengruppen nehmen: Werdende oder stillende Mütter, ältere und gesundheitlich gefährdete Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer
  • Nachtabkühlung nutzen: Intensive Raumlüftung in den Abend- oder Morgenstunden
  • Früher mit der Arbeit beginnen, zusätzliche Pausen einlegen, Nutzung der Gleitzeitregelung zur Verlagerung der Arbeitszeit
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden:
    • bei Arbeiten im Freien geeignete Kleidung und Kopfschutz tragen
    • Unbedeckte Haut mit Sonnenschutzmitteln versehen
    • bei Arbeiten in Gebäuden Sonnenjalousien benutzen
    • Trinken: Rechtzeitig und ausreichend Wasser, Säfte, Früchtetees oder Saftschorlen zu sich nehmen (2 bis 3 Liter)
    • Richtige Kleidung: Keine enganliegende, sondern helle, lockere Kleidung tragen und auf die Krawatte verzichten 

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109