Presseinfo 236/15 — 31. Juli 2015


Neue Wege beim Schwimmunterricht an Grundschulen in Unterfranken

Erfolgsmodell „Schwimmfix“ wird im kommenden Schuljahr ausgeweitet


Würzburg (ruf) – Mit der Einführung des Konzepts „Schwimmkids durch Schwimmfix“ (kurz: „Schwimmfix“) beschreitet die Schulabteilung der Regierung von Unterfranken bei der Erteilung des Schwimmunterrichts an Grundschulen neue Wege. Im Schuljahr 2014/15 wurde das Konzept zunächst an 6 Pilotschulen gestartet und mit großem Erfolg umgesetzt. Beteiligt waren die Gutenberg-Grundschule Aschaffenburg, die Grundschule Faulbach, die Eichendorff-Grundschule Gerbrunn, die Kerschensteiner-Grundschule Schweinfurt, die Dr.-Karlheinz-Spielmann-Grundschule Iphofen und die Dreiberg-Grundschule Knetzgau. Nunmehr ist die Ausweitung des Erfolgsmodells „Schwimmfix“ auf weitere unterfränkische Grundschulen für das kommende Schuljahr 2015/2016 bereits in Planung.

Der Lehrer und Fachberater Sport an der Grundschule Faulbach, Andreas Singer, hat seine neuen Erfahrungen so beschrieben: „Es ist ein anderer Ansatz, der Schwimmfix so interessant macht. Es werden nicht Brustschwimmen oder Kraulen gelernt, sondern die Technik effektiver Bewegungen und Abläufe werden völlig neu kombiniert. So lernen die Kinder Hubschrauber, Raddampfer oder Ruderboot – also keine Schwimmtechniken, sondern Vorstufen der klassischen Technikarten. Die Möglichkeiten in den Kleingruppen individuelle Hilfen anzubieten ist von unschätzbarem Wert.“

Das Konzept „Schwimmkids durch Schwimmfix“ wurde von Dr. Klaus Reischle und einem Lehrteam des Instituts für Sport und Sportwissenschaft der Universität Heidelberg entwickelt und seit 2006 sehr erfolgreich an ausgewählten Grundschulen erprobt. Dabei musste „das Rad nicht neu erfunden werden“. Kernpunkte dieses Konzeptes sind neben inhaltlich veränderten Schwerpunkten vor allem organisatorische Umstrukturierungen des Schwimmunterrichts an Grundschulen. Zielgruppen sind ausschließlich die Nichtschwimmer vor allem in der 2. Jahrgangsstufe, die in Kleingruppen mit maximal sechs Schüler/innen über einen Zeitraum von acht Wochen mit 16 Doppelstunden zusätzlichen Schwimmunterricht durch erfahrene Schwimmlehrkräfte erhalten haben. Bei diesem Angebot geht es in erster Linie um eine individuelle Förderung, beginnend mit der klassischen Wassergewöhnung über den Erwerb von weiteren Kompetenzen bis die Kinder die Vorstufe zu den Schwimmarten erreicht haben. Diese Vorstufe sind einfache Vorschwimmtechniken, die unter anderem als Hubschrauber oder Ruderboot von den Schülern/innen sehr schnell erlernt werden können.

Im Rahmen der ersten Pilotphase in Unterfranken nahmen an den sechs Pilotschulen 109 Schüler an dem Konzept teil, wobei 94 Kindern am Ende der Maßnahme große Erfolge attestiert werden konnten. Dass es kein 100-Prozent-Erfolg geworden ist, liegt daran, dass manche Schüler/innen, die nicht regelmäßig an dem Unterricht teilgenommen hatten, noch Defizite aufgewiesen haben.
Alle Beteiligten waren nach anfänglichem Zögern am Ende aber hellauf begeistert, Angefangen bei den Schulleitern/innen, den Schwimmlehrkräften, den Eltern und vor allem bei den Kindern, die den Schwimmunterricht teils als neues Lieblingsfach auserkoren hatten.

Damit dieses Erfolgskonzept auch alle unterfränkischen Grundschulen im kommenden Schuljahr anbieten können, wurde das Konzept „Schwimmfix“ im Rahmen von Schulleiterdienstbesprechungen der Staatlichen Schulämter vorgestellt. Ziel ist es, das Konzept nunmehr möglichst flächendeckend in Unterfranken anzubieten. Auch für Grundschulen, bei denen sich keine Schwimmbäder in erreichbarer Nähe zum Schulort befinden, wird an einer Lösung gearbeitet. So hat Rektor Rudolf Suttner, Vorsitzender des Schullandheimwerkes in Bayern, diese Idee aufgegriffen und bietet zu Beginn des Schuljahres 2015/16 eine Pilotveranstaltung am Schullandheim in Hobbach für zwei Grundschulklassen an, wobei im Rahmen des klassischen Schullandheimaufenthaltes ein weiteres Angebot „Schwimmfix“ für die Nichtschwimmer vorgehalten werden kann. Wenn diese Pilotphase ebenso erfolgreich sein wird, besteht auch über diese Schiene die Möglichkeit, möglichst viele Schüler/innen zu einem Schwimmerfolg verhelfen zu können

Hier erhalten Sie weitere Informationen zum Konzept „Schwimmfix“.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109