Presseinfo 259/15 — 08. September 2015


Grund- und Mittelschulen gut versorgt! Trendwende bei den Schülerzahlen hält an – Einschulungen auf Vorjahresniveau Auch Schulverwaltungen reagieren auf steigende Asylbewerberzahlen

Unterfränkische Schullandschaft im Schuljahr 2015/2016


Würzburg (ruf) – Die Entwicklung der Schülerzahlen, die daraus resultierenden organisatorischen Anpassungen bei der Klassenbildung und der Lehrerversorgung, die schulorganisatorischen Herausforderungen vor dem Hintergrund steigender Asylbewerberzahlen und die weiterhin positive Entwicklung bei den Mittelschulen standen im Zentrum der diesjährigen Schuljahrespressekonferenz, in der Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die aktuelle Situation der Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen für das neue Schuljahr 2015/2016 darlegte.

„Erfreulich ist, dass sich der Schülerrückgang der letzten Jahre zumindest teilweise nicht mehr fortsetzt. Hier zeichnete sich im vergangenen Jahr eine gewisse Trendwende ab, die sich nun stabilisiert. Die Einschulungen liegen etwa auf dem Vorjahresniveau und können die Verluste der Klassen 3 bis 4 noch mehr als ausgleichen“, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seinem diesjährigen Fazit. Dies wirke sich auch auf die kleinen Standorte aus, deren Anteil rückläufig sei. „In Unterfranken gibt es im Schuljahr 2015/16 nur noch 46 staatliche Grundschulen bzw. Grundschulanteile an Volksschulen (Vorjahr 54), die von weniger als 80 Schülern besucht werden, an 15 Grundschulen (Vorjahr 16), werden weniger als 4 Klassen unterrichtet. Die schulorganisatorischen Herausforderungen für die Schulverantwortlichen, vor allem bei der Lehrerversorgung kleiner Schulen, bleiben bestehen“, so der Regierungspräsident.

Der Regierungspräsident betonte erneut, dass die Mittelschulen – zu Recht – bei Schülern, Eltern, aber auch bei den Betrieben ein hohes Ansehen genießen. Dies macht der verlangsamte Schülerrückgang bei den Mittelschulen deutlich (-0,5%; Vorjahr 2014/15: -1,3%; Schuljahr 2013/14: -2,94%; Schuljahr 2012/13: -4%), wobei der noch bestehende Schülerrückgang der demographischen Entwicklung und nicht dem Übertrittsverhalten geschuldet ist. Umgekehrt kommen zunehmend auch Schüler von Realschulen und Gymnasien an die Mittelschulen zurück. Etwa ein Drittel aller Mittelschüler erreichen den Mittleren Schulabschluss, zwei Drittel den qualifizierenden Mittelschulabschluss bzw. den erfolgreichen Mittelschulabschluss. Die Zahlen der Abgangsschüler ohne Abschluss sind in Unterfranken marginal. „Gut ausgebildete Mittelschüler sind für unsere Handwerksbetriebe unentbehrlich und Handwerk hat Zukunft. Hier bieten sich auch langfristig gute Berufschancen“, betonte der Regierungspräsident. „Mein Dank gilt hier den vielen engagierten Lehrkräften, die zum positiven Image der Mittelschulen beitragen“. Dennoch: Auch einzelne Standorte von Mittelschulen in den Mittelschulverbünden sind im Hinblick auf den Schülerrückgang der letzten Jahre noch nicht über den Berg. Mittlerweile beträgt auch bei den staatlichen Mittelschulen an 29 Standorten die Schülerzahl unter 100.

Zur Stabilisierung der Schülerzahlen tragen in Unterfranken aktuell die zunehmenden Asylbewerberzahlen bei. Dem Rechnung tragend, stehen den Schulämtern zusätzliche Förderstunden für Deutschförderklassen, Deutschförderkurse und Übergangsklassen zur Verfügung. So konnte die Zahl der Übergangsklassen im Schuljahr 2015/2016 von 20 auf 32 gesteigert werden. Fünf weitere Klassen stehen zur sofortigen Einrichtung bereit, sobald weitere Schüler eintreffen.

„Die Schullandschaft ist und bleibt in Unterfranken in Bewegung“, betonte auch der zuständige Bereichsleiter Schulen der Regierung von Unterfranken, Abteilungsdirektor Gustav Eirich. „Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse im Grund- und Mittelschulbereich beträgt mittlerweile 20,12 Schüler“, stellte der Bereichsleiter vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen zum Schuljahresanfang heraus. So starten bei stabilen Gesamtschülerzahlen (+0,04%) bei den Grund- und Mittelschulen 3.056 Klassen ins neue Schuljahr, fast genauso viele wie im Vorjahr (Vorjahr: 3.062). In rund 92% der Klassen werden jeweils bis maximal 25 Schüler unterrichtet. Die Zahl der kleinen Klassen bis zu 20 Schülern beträgt 1.704 (Vorjahr: 1.713), was einen Anteil von 55,85% an der Zahl der Gesamtklassen ausmacht.

Bei der Lehrerversorgung ergibt sich in Unterfranken für das kommende Schuljahr ein erfreuliches Bild. Insgesamt errechnet sich in Unterfranken trotz der stabilen Schülerzahlen von
+0,04% für die Grund- und Mittelschulen ein Plus von 29 Vollzeitstellen. Der entscheidende Unterschied zum Vorjahr besteht in der deutlichen Erhöhung des Anteils von Beamten bzw. unbefristeten Beschäftigungsverhältnissen auf 91 Prozent (Vorjahr 64%, jeweils inklusiv Zuversetzungen). Auch bei der Mobilen Reserve zur Begegnung etwaiger Unterrichtsausfälle (z.B. infolge Krankheit) ist Unterfranken gut gerüstet.

Auch im Bereich der Förder- und Berufsschulen gibt es wichtige Themen, die das neue Schuljahr prägen. Die Schülerzahlen bei den Förderschulen bleiben konstant. Auch vor dem Hintergrund, dass Eltern behinderter Kinder jetzt grundsätzlich selbst entscheiden können, ob ihr Kind auf eine allgemeine oder auf eine Förderschule gehen soll, zeigt dies weiterhin den hohen Stellenwert, den unsere Förderschulen genießen. Für das Schuljahr 2015/2016 sind 6.179 Schülerinnen und Schüler an den unterfränkischen Förderzentren (ohne Schule für Kranke und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung) gemeldet.

Darüber hinaus wird das Inklusionsangebot vor allem auch im Mittelschulbereich deutlich ausgebaut. So kommen zu den bereits bestehenden 23 Einrichtungen im Grund- und Mittelschulbereich 3 weitere Schulen hinzu, so dass im neuen Schuljahr dann insgesamt 26 Schulen in Unterfranken das Schulprofil „Inklusive Schule“ aufweisen.

Erfreuliches gibt es auch bei den Berufsschulen zu vermelden: Im kommenden Schuljahr können flächendeckend in ganz Unterfranken Angebote für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge gemacht werden. Die Anzahl der Berufsintegrationsklassen steigt auf 37, ausreichend für 630 Schülerinnen und Schüler.

Erfolgreich ist und bleibt das Modell „Berufsschule Plus“. Neben der Staatlichen Berufsschule Bad Kissingen bietet die Staatliche Berufsschule Main-Spessart in Karlstadt diesen Schulversuch auch im kommenden Schuljahr an. Besonders leistungsbereite und -fähige Berufsschülerinnen und Berufsschüler können über den doppelqualifizierenden Bildungsgang „Berufsschule Plus - BS+“ parallel zur dualen Ausbildung die Fachhochschulreife erwerben.

Hinweis:
Die Regierung von Unterfranken ist für Grund- und Mittelschulen, Berufliche Schulen und für Förderschulen in ganz Unterfranken zuständig. Zu den Aufgaben gehören hierbei insbesondere Personaleinsatz und -verwaltung, Schulorganisation, Schulentwicklung, Lehrerfortbildung und vieles mehr.

Anlagen

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

Dokument Typ Dateigröße
Ausführliches Statement zur Schuljahrespressekonferenz PDF 548 KB
Karte (Mittelschulen in Unterfranken zum Stand: 01.08.2015) PDF 87 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109