Presseinfo 326/15 — 29. Oktober 2015


„Bildung von Rettungsgassen in Stausituationen hilft Leben retten!“

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer weist zu Beginn der Herbstferien auf die rechtzeitige Bildung von Rettungsgassen in Stausituationen hin

Würzburg (ruf) – Am kommenden Montag beginnen die Bayerischen Herbstferien, weshalb gerade auf den Autobahnen häufig stockender Verkehr und längere Staus zu erwarten sind. Vor diesem Hintergrund weist Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, der auch Vizepräsident der Landesverkehrswacht Bayern ist, auf die vorausschauende Bildung von Rettungsgassen in Stausituationen hin. „Autofahrer denken oft nicht daran, rechtzeitig die von der Straßenverkehrsordnung vorgeschriebene Rettungsgasse zwischen dem linken und dem daneben liegenden rechten Fahrstreifen zu bilden und offen zu halten. Das kann bei einem Unfall zu unnötigen und gefährlichen Verzögerungen bei der Versorgung von Verletzen sowie der Räumung der Unfallstelle führen. Wichtig ist: Der Seitenstreifen ist kein Ersatz für die Rettungsgasse und muss frei bleiben. Auch sollte die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden und ausreichend breit sein. Denn sobald der Verkehr steht, ist der Abstand zum Vordermann häufig zu gering, um noch zu rangieren. Deshalb gilt: Rechtzeitig eine Rettungsgasse bilden hilft Leben retten!, so der Regierungspräsident.

Die Pflicht zur Bildung der Rettungsgasse ist in Paragraf 11 der Straßenverkehrsordnung festgeschrieben. Darin heißt es: Stockt der Verkehr auf Autobahnen und Außerortsstraßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Richtung, müssen Fahrzeuge für die Durchfahrt von Polizei- und Hilfsfahrzeugen in der Mitte der Richtungsfahrbahn, bei Fahrbahnen mit drei Fahrstreifen für eine Richtung zwischen dem linken und dem mittleren Fahrstreifen, eine freie Gasse bilden. Diese gesetzliche Regelung gilt in Deutschland bereits seit dem Jahr 1982. Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift oder die missbräuchliche Benutzung der Rettungsgasse sind ordnungswidrig und bußgeldbewehrt. Zudem muss die Rettungsgasse ausreichend breit sein, damit auch schweres Gerät wie Autokräne an die Unfallstelle gelangen können. Zu den Hilfsdiensten gehören im Übrigen auch Fahrzeuge mit gelben Rundumleuchten wie Abschleppfahrzeuge sowie dem ersten Anschein nach nicht als Hilfsdienste erkennbare Fahrzeuge, die beispielsweise von den Umweltbehörden sein können. Vor der Weiterfahrt sollte unbedingt auf eventuell noch folgende Einsatzfahrzeuge geachtet werden.

Das Bayerische Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr hat bereits im Juni 2013 im Rahmen des Verkehrssicherheitsprogramms „Bayern mobil – sicher ans Ziel“ eine große Informations-Kampagne gestartet. So gibt es unter anderem an verschiedenen Autobahnabschnitten spezielle Rettungsgassen-Banner. Daneben werden gemeinsam mit dem ADAC erstellte Rettungsgassenflyer verteilt und bei Verkehrsdurchsagen im Rundfunk wird zur Rettungsgassenbildung aufgerufen. Im Sommer 2015 kam noch ein „Rettungsgassenspot“ hinzu, der auf der Internetseite des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr abrufbar ist. Dort erklären Kinder in unter einer Minute auf witzige Art und Weise, wann und wie eine Rettungsgasse zu bilden ist.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109