Presseinfo 356/15 — 26. November 2015


Gedenken und Kranzniederlegung zum 70. Todestag von Dr. h.c. Adam Stegerwald

- EINLADUNG -

Würzburg (ruf) – Zum 70. Todestag von Dr. h.c. Adam Stegerwald findet am

Donnerstag, 3. Dezember 2015, um 11.00 Uhr,
im Würzburger Hauptfriedhof
am Grab von Dr. h.c. Adam Stegerwald
(Treffpunkt Haupteingang)

eine Gedenkstunde des Adam-Stegerwald-Kreis e.V. statt, an der auch Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer teilnehmen, des ersten unterfränkischen Regierungspräsidenten nach dem Kriege gedenken und einen Kranz niederlegen wird.

Pressevertreter sind zu dieser Gedenkfeier herzlich eingeladen.

Dr. h. c. Adam Stegerwald, geboren 14. Dezember 1874 in Greußenheim bei Würzburg, war eine wichtige Persönlichkeit in der Entwicklung der christlichen Arbeiterbewegung. 1893 trat er in den Kolpingverein ein. Bald schon war er politisch für die Zentrumspartei und gewerkschaftlich im Münchner Verein "Arbeiterschutz" tätig. Seine Vorzüge: Tatkraft, Verantwortungsfreudigkeit und Organisationsgabe ebneten ihm rasch den Aufstieg. 1899 übernahm er den Vorsitz des "Zentralverbandes Christlicher Holzarbeiter" und 1902 wurde er zum Generalsekretär der Christlichen Gewerkschaften gewählt.

Stegerwald wurde in kurzer Zeit zu einem der profiliertesten Arbeiterführer im Kaiserreich. Seit 1903 führte er die Geschäfte des "Deutschen Arbeiterkongresses", eines Zusammenschlusses von christlichen Gewerkschaften. Ab 1908 amtierte er auch noch als Sekretär der Internationalen Konferenz der Christlichen Gewerkschaften.

Im Ersten Weltkrieg begann Stegerwald seinen politischen Aufstieg, der ihn 1917 zum ersten Arbeitervertreter im preußischen Herrenhaus werden ließ. Am 20. November 1918 übernahm er den Vorsitz des "Deutsch-Demokratischen Gewerkschaftsbundes", ab 1919 "Deutscher Gewerkschaftsbund" (DGB), des Zusammenschlusses aller nichtsozialistischen Gewerkschaften.

In der Folgezeit kam Stegerwald in hohe politische Ämter: 1919 bis 1921 preußischer Wohlfahrtsminister, 1921 preußischer Ministerpräsident, 1923 Nominierung zum Reichskanzler, was er aber ablehnte. 1929 bis 1930 war er Reichsverkehrs-, 1930 bis 1932 Reichsarbeitsminister.
Nach der Machtübernahme Hitlers wurde Stegerwald, der ein konsequenter Gegner des Nationalsozialismus war, wie alle nicht-nationalsozialistischen Politiker "kaltgestellt" und lebte als Privatmann in Berlin. Als er 1943 ausgebombt wurde, kehrte er in seinen Heimatort Greußenheim zurück, wurde am 24. August 1944 von der Gestapo verhaftet, acht Wochen später aber wieder freigelassen.

Am 11. Mai 1945 ernannte ihn die amerikanische Militärregierung zum ersten Regierungspräsidenten von Unterfranken nach dem Krieg. Stegerwald war zugleich führender Kopf einer Würzburger Gruppe, die neben der Münchner Gruppe um Josef Müller maßgeblich an der Gründung der CSU im Sommer und Herbst 1945 beteiligt war.

Stegerwald starb überraschend am 03. Dezember 1945 an einer Lungenentzündung.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109