Presseinfo 056/16 — 25. Februar 2016


Jahresgespräch des Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer mit der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern

Möglichkeiten der Ausbildung von Menschen mit Migrationshintergrund nutzen

 

Pi-056 Gespräch Arbeitsagentur UnterfrankenFoto (ruf): Trafen sich gestern zu ihrem Jahresge-
spräch, Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer
(Mitte rechts)und die Vertreter der Bundesagentur
für Arbeit, angeführt vom Vorsitzenden der Regio-
naldirektion Bayern, Dr. Markus Schmitz (Mitte links)
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Würzburg (ruf) – Zu ihrem Jahresgespräch trafen sich gestern Vertreter der Bundesagentur für Arbeit mit Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, um sich über die aktuelle Arbeits- und Ausbildungsstellenmarktsituation auszutauschen und insbesondere die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Fluchtgeschichte zu diskutieren. Die Bundesagentur für Arbeit war durch den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Regionaldirektion Bayern, Dr. Markus Schmitz und den Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Würzburg, Eugen Hain, der Arbeitsagentur Aschaffenburg, Harald Maidhof, und in Vertretung der Arbeitsagentur Schweinfurt mit dem Geschäftsführer Operativ, Klaus Seebach, vertreten. Seitens der Regierung von Unterfranken nahmen unter anderem der Bereichsleiter Schulen, Abteilungsdirektor Gustav Eirich und die Leiterin des Sachgebiets Wirtschaft, Leitende Regierungsdirektorin Gisela Götz, an dem Gespräch teil.

Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Unterfranken ist hervorragend. Neben Schwaben weist Unterfranken in Bayern derzeit mit 3,7 % die niedrigste Arbeitslosenquote in Bayern auf (Bayern: 4,1 %). Darauf gilt es jedoch nicht auszuruhen. So bereitet vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung der zunehmende Fachkräftemangel Sorgen. Der Zugang der offenen Stellen beträgt seit dem Jahr 2012 in Unterfranken 1,5%, wobei hier insbesondere die Region Würzburg mit 5,1 % Zuwachs hervortritt. Während die Bewerber um den unterfränkischen Ausbildungsmarkt rückläufig sind (-1,1% von 2014 auf 2015), ist andererseits ein Anstieg der Berufsausbildungsstellen zu verzeichnen. So meldete allein die Handwerkskammer für Unterfranken im Jahr 2015 insgesamt 2.781 neue Lehrverträge. Im Vergleich zu 2014 bedeutet dies ein Plus von 1,0 %.

Menschen mit Migrationshintergrund sind für die unterfränkischen Wirtschafts- und Handwerksbetriebe eine wichtige Zielgruppe, um auf längere Sicht den eigenen Fachkräftenachwuchs zu sichern. Allein im unterfränkischen Handwerk absolvieren derzeit Auszubildende aus 58 Nationen eine Ausbildung. Vor diesem Hintergrund konnten in Unterfranken zum neuen Schulhalbjahr im Februar 2016 die Berufsintegrationsklassen an den unterfränkischen Berufsschulen bereits deutlich auf 63 aufgestockt werden, wobei auch im kommenden Schuljahr weitere erhebliche Aufstockungen bereits vorgesehen sind.

Die Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern, unterstützt im Rahmen des Pakts „Integration durch Arbeit und Ausbildung“ als Partner des Freistaats Bayern zusammen mit der Wirtschaft und den Kammern die Integration der Menschen mit Fluchtgeschichte und Bleibeperspektive in den Arbeits- und Ausbildungsmarkt. So legt die Regionaldirektion für das Jahr 2016 ein zusätzlich mit 75 Millionen Euro dotiertes Arbeitsmarktprogramm „Flucht“ auf.

„Zusammen mit der Bundesagentur für Arbeit und den Kammern möchte ich auf die Möglichkeiten und Chancen gerade auch der Ausbildung von Menschen mit Migrationshintergrund gezielt hinweisen. Gerade vor dem Hintergrund des zunehmenden Fachkräftemangels ist insbesondere auch das Handwerk auf gut ausgebildete zusätzliche neue Fachkräfte angewiesen. Die Ausbildung von Menschen mit Migrationshintergrund bietet dabei Chancen sowohl für die Beschäftigten als auch für die Betriebe. Ich freue mich daher, dass Staat, Wirtschaft, Kammern und die Arbeitsagenturen gemeinsam die Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Migrationshintergrund, wie etwa Asylbewerbern mit Bleibeperspektive gezielt angehen. Sie leisten damit gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zur Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft“, wie Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer anlässlich des Jahresgesprächs bemerkte.

„Das A und O bei Menschen mit Fluchthintergrund ist der Spracherwerb. Daneben ist es wichtig, herauszufinden, welche beruflichen Vorerfahrungen diese Menschen mitbringen und sie entsprechend zu qualifizieren. Die meisten besitzen keine formale Qualifikation entsprechend unseres Bildungssystems. Wir haben daher ein spezielles Programm aufgesetzt, um diese Menschen über einen Mix aus Sprachförderung, Kompetenzfeststellung „an der Werkbank“, Praktika und Weiterbildung möglichst schnell an Ausbildung und Arbeit heranzuführen. Auch wenn wir so vielleicht noch nicht die Fachkräfte von morgen, sondern eher von übermorgen entwickeln, leisten wir damit einen ersten wichtigen Beitrag, um die Integration dieser Menschen in unsere Gesellschaft und unsere Arbeitswelt voranzubringen. Daher freue ich mich sehr, dass wir in engem Schulterschluss mit der Regierung, den Kammern und der Wirtschaft bereits viele bayernweite wie lokale Lösungsansätze für Geflüchtete auf den Weg gebracht haben und sich in dieser besonderen Situation gerade auch die Zusammenarbeit mit den Regierungsbezirken so eng und vertrauensvoll gestaltet“, so Dr. Markus Schmitz abschließend.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109