Presseinfo 116/16 — 29. April 2016


Luftbeobachtung im Katastrophenschutz:

Unterfränkische Luftbeobachter nutzen ab Frühjahr 2016 das neue Digitalfunksystem

 

Pi-116 Luftbeobachtung Fortbildung Digitalfunk1(Foto: ruf) Vortrag über Digitalfunk durch den
Fachberater für Brand- und Katastrophenschutz
Steffen Weber (rechts)
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Würzburg (ruf) – Das beginnende Frühjahr ist die Zeit, in der es die Meisten nach den langen dunklen Wintermonaten endlich wieder hinaus in die offene Natur zieht. Die einen aus beruflichen Gründen in der Land- oder Forstwirtschaft, die anderen einfach nur, um sich bei dem warmen sonnigen Wetter die Erholung im Freien zu gönnen. Durch das Zusammentreffen von Mensch und trockener Jahreszeit wächst dann auch wieder die Gefahr von Waldbränden. Für die Luftbeobachter Unterfrankens bedeutet das den Einstieg in ihre Hochsaison. Vom Flugzeug aus versuchen sie einen Brand schon in der Entstehungsphase zu entdecken und Schlimmeres zu vermeiden.

Für die Aufgabe der Luftbeobachtung als Teil des Katastrophenschutzes ist es unerlässlich, dass während der Einsätze auch in der Kommunikation der neueste Stand der Funktechnik zur Verfügung steht. Daher wurde am Donnerstag, den 14.04.2016, der Digitalfunk für die Luftbeobachtung in Unterfranken am Flugplatz in Hettstadt eingeführt. Im Rahmen einer Präsentation stellte der Fachberater für Brand-und Katastrophenschutz der Regierung von Unterfranken, Steffen Weber, zunächst den Sachstand des Digitalfunks im Hinblick auf die einsatztaktische Nutzung und die neue Digitalfunkausrüstung vor. Am Nachmittag ging man dann zur praktischen Anwendung in der Endgerätebedienung über.

Gegenüber dem bekannten analogen Funk hat der Digitalfunk viele Vorteile: So werden z.B. Hintergrundstörgeräusche, wie etwa dröhnende Flugzeugmotoren, unhörbar für den Empfänger aus einer Verbindung herausgefiltert. Auch weisen digitale Geräte weniger Störanfälligkeiten auf, als herkömmliche Geräte.

Im Anschluss stiegen die mit digitalen Geräten ausgerüsteten Luftbeobachter (aus den Bereichen des Katastrophenschutzes, der Feuerwehr, dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten bzw. den Bayer. Staatsforsten und der Staatlichen Feuerwehrschule Würzburg) in die Lüfte auf. 5 Sportmaschinen vom Typ Cessna und Piper standen hierfür mit Einsatz-Piloten in zuvor festgelegten Routen bereit. Die Überwachung der Flüge erfolgte durch Bernd Große, den Leiter der Flugbereitschaft Unterfranken in der Luftrettungsstaffel Bayern. Anhand des Erlernten simulierte man in ständigem Kontakt mit der Integrierten Leitstelle Würzburg und der Bodenstation den Ernstfall. Dabei wurden Vorzüge und technische Handgriffe an den neuen Digitalfunkgeräten umfassend erprobt.

Neben dem Erlernen des Umgangs mit den Digitalfunkgeräten diente auch diese Fortbildung wiederum der Verbesserung verschiedener Fähigkeiten der Teilnehmer, wie dem Festlegen von Flugrouten und dem Auffinden vorgegebener Ziele und nicht zuletzt dem Sammeln von Einsatz-, Funk- und Flugerfahrung.

Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten die Vertreter der Stadt Würzburg und der Landratsämter Bad Kissingen, Haßberge und Miltenberg aus den Händen des Katastrophenschutzsachbearbeiters der Regierung von Unterfranken, Wolfgang Raps, die neuen mit Digitaltechnik ausgestatteten Funkkoffer. Diese wurden bayernweit zentral durch die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg beschafft und konfiguriert. Der Freistaat Bayern finanziert die neue digitale Funkausrüstung für die Luftbeobachtung komplett aus Mitteln des Katastrophenschutzfonds.

Die Einsätze zur Luftbeobachtung werden von den Beobachtern zusätzlich zu ihren hauptamtlichen Tätigkeiten wahrgenommen. Die Einsatz-Piloten von der Luftrettungsstaffel Bayern sind alle ehrenamtlich tätig. Lediglich die Flugkosten werden vom Freistaat Bayern übernommen. Dabei ist die Luftrettungsstaffel Bayern e.V. schon längst nicht mehr aus der Katastrophenschutzplanung und dem Katastrophenschutzeinsatz in Bayern wegzudenken.

Hinweis:
Weitere Informationen zur Luftrettungsstaffel Bayern e.V., Flugbereitschaft Unterfranken, finden Sie im Internet unter: www.lrst-ufr.de. Ergänzende Informationen zur Luftbeobachtung im Katastrophenschutz erhalten Sie zudem auch im Internet-Angebot der Regierung unter der Adresse, www.regierung.unterfranken.bayern.de, Rubrik „Unsere Aufgaben/Sicherheit und Kommunales“ > „Luftbeobachtung“.

Anlage: (Foto: ruf).
Bild 2: Wolfgang Raps von der Regierung von Unterfranken (links) bei der Übergabe des Digitalfunkkoffers für den Stützpunkt Haßfurt an Stefan Reuter vom Landratsamt Haßberge.
Bild 3: Praktische Einführung am Digitalfunkgerät vor dem Start durch den Fachberater für Brand- und Katastrophenschutz Steffen Weber (Mitte).

 

Anlagen

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Dokument Typ Dateigröße
Pi-116 Luftbeobachtung Fortbildung Digitalfunk2 Bild 1.411 KB
Pi-116 Luftbeobachtung Fortbildung Digitalfunk3 Bild 1.609 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109