Presseinfo 222/16 — 01. September 2016


Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge

Erstes Staatliches Wohnprojekt für anerkannte Flüchtlinge in Unterfranken geht in Karlstadt in Betrieb

Würzburg (ruf) – Im Rahmen des staatlichen Sofortprogramms als erster Säule des „Wohnungspakts Bayern“ plant und baut der Freistaat Bayern selbst Wohnungen für anerkannte Flüchtlinge und sozial schwache Familien. Für diese Wohnungen mit reduziertem Wohn- und Baustandard hat die Staatsregierung im Haushalt 2016 insgesamt rund 70 Millionen Euro für etwa 3.300 Personen bereitgestellt.

Die neue Wohnanlage in Karlstadt in der Gemündener Straße ist eines der ersten Projekte in Bayern, die jetzt fertig gestellt wurden. Seit dem heutigen Tag ist die Einrichtung mit insgesamt 21 Wohneinheiten (für je 3 bis 4 Personen) nunmehr fast vollständig belegt. Die neuen Bewohner haben ihre Mietverträge bereits unterzeichnet und kommen aus den dezentralen Unterkünften in Karlstadt und dem Landkreis Main-Spessart bzw. aus der Aufnahmeeinrichtung Schweinfurt; unter ihnen sind viele Familien mit kleinen Kindern, aber auch junge Männer, die sich eine Wohnung teilen. Mit Planung und Bau der Wohnanlage war das Staatliche Bauamt Würzburg beauftragt. Auf dem staatlichen Grundstück ist eine ansprechende Wohnanlage entstanden.

„Ausreichender Wohnraum ist entscheidend für den sozialen Frieden in unserer Gesellschaft. Mit dem Bau neuer Wohnungen leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung der Wohnungsnot in Bayern. Diese stehen aber nicht nur anerkannten Asylbewerbern, sondern auch der heimischen Bevölkerung zur Verfügung. 70 Millionen Euro nimmt der Freistaat Bayern allein für das Sofortprogramm in die Hand. Damit nehmen wir auch unsere Verantwortung gegenüber den Kommunen wahr und sorgen bei der Unterbringung anerkannter Asylbewerber und Flüchtlinge für eine deutliche Entlastung.“, so Bayerns Sozialministerin Emilia Müller zum erfolgreich umgesetzten Wohnprojekt in Karlstadt.

Auch Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer freut sich, dass das Wohnprojekt in Karlstadt jetzt erfolgreich in Betrieb gegangen ist. Gemeinsam mit der Stadt Karlstadt fand am 28.08.2016 ein Tag der offenen Tür statt, der von der interessierten Öffentlichkeit mit großem Interesse angenommen wurde. Regierung, Staatliches Bauamt Würzburg und Stadt konnten im Rahmen der Besichtigungsmöglichkeiten viele Fragen beantworten. „Das Wohnprojekt in Karlstadt ist ein positives Beispiel für eine gelungene Kooperation auch im engen Schulterschluss mit der Stadt Karlstadt, um anerkannten Asylbewerbern Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Ich danke daher der Stadt Karlstadt für ihr großes Engagement sehr. Ich appelliere aber auch an alle weiteren unterfränkischen Kommunen, die Wohnungsbaugesellschaften und letztlich jeden Inhaber von geeignetem Wohnraum, sich dieser wichtigen Aufgabe nicht zu verschließen und freien Wohnraum auch anerkannten Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen“, so der Regierungspräsident.

Aktuell leben in Unterfranken über 2000 anerkannte Asylbewerber in staatlichen Gemeinschaftsunterkünften oder dezentralen Unterkünften, die auf privaten Wohnraum angewiesen sind.

Weitere Infos zum Wohnungspakt Bayern allgemein finden Sie im Internet unter: http://www.stmi.bayern.de/buw/wohnen/wohnungspakt/index.php. Weitere Infos zum Sofortprogramm (1. Säule) im Wohnungspakt Bayern sind unter:
http://www.stmi.bayern.de/buw/wohnen/wohnungspakt/sofortprogramm/index.php abrufbar.

Hintergrundinformationen zum Staatlichen Wohnprojekt in Karlstadt:

Beschreibung der Wohnanlage:

  • drei freistehende zweigeschossige Mehrfamilienhäuser (ohne Unterkellerung) mit 21 Wohnungen, sowie
  • ein Gemeinschaftsraum (mit Küchenzeile und separatem Bad)
  • ein Hausverwaltungsbereich
  • ein Technikraum
  • ein Raum für Kinderwägen

Größe und Ausstattung der Wohneinheiten:

Die Wohnungen haben eine Wohnfläche von ca. 45m² und verfügen über

  • einen Aufenthaltsraum (inklusive eingerichteter Kochnische und Elektrogeräten)
  • zwei Schlafräume
  • ein Bad mit Dusche und WC inklusive Waschmaschinenanschluss
  • Satellitenanschluss, Telefonanschluss

Die Wohnungen sind geeignet für 3 bis 4 Personen; jede Wohneinheit verfügt über einen separaten Eingang von außen, wobei die Wohnungen des 1.OG über außenliegende Treppen verfügen. Im Zugangsbereich befinden sich eine zentrale Müllsammelstelle, acht KFZ-Stellplätze und ein überdachter Fahrradabstellbereich.

Auf der Freifläche des Geländes wird ein Kinderspielplatz errichtet.

Mit der Verwaltung des Objektes vor Ort wurde eine Hausverwaltungsfirma betraut. Das Belegungsmanagement für die Wohnungen ist Aufgabe der Regierung von Unterfranken. Acht Wohnungen wurden zum 15.08.2016 bezugsfertig, die weiteren 13 zum 01.09.2016.

Neben anerkannten Asylbewerbern kann das Objekt auch mit sozial schwachen Familien belegt werden. Hier hat die Stadt Karlstadt das Vorschlagsrecht.

Der Helferkreis Karlstadt hat sich bereit erklärt, die Bewohner an ihrem neuen Wohnort zu unterstützen. Die Ehrenamtlichen helfen beim Kennenlernen der Infrastruktur (Einkaufsmöglichkeiten, Arzt, Schule) und unterstützen bei den anfallenden Behördengängen. Die Koordination der nötigen Unterstützungsmaßnahmen erfolgt durch eine Mitarbeiterin für Interkulturelle Arbeit der Stadt Karlstadt.

Die Baukosten für das Wohnprojekt in Karlstadt belaufen sich auf rund 3,3 Millionen Euro.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109