Presseinfo 029/17 — 25. Januar 2017


Ordensangelegenheiten
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
- Einladung -

Würzburg (ruf) –  Der Bundespräsident hat auf Vorschlag des Bayerischen Ministerpräsidenten erneut Bürgerinnen und Bürger aus Unterfranken für ihre Verdienste um das Gemeinwohl mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Staatssekretär Gerhard Eck wird die Ordensinsignien 

am Freitag, 27. Januar 2017, 9:00 Uhr,

gemeinsam mit Regierungsvizepräsident Jochen Lange im Fürstensaal in der Residenz in Würzburg, Residenzplatz 2, aushändigen.

Mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland werden

Werner Höhn, 97437 Haßfurt
Anni Kropf, 63834 Sulzbach a. Main
Harald Leitherer, 97525 Schwebheim
Gertrud Schauber, 97892 Kreuzwertheim

ausgezeichnet.

Werner Höhn (73) aus Haßfurt (Landkreis Haßberge) engagiert sich seit über vier Jahrzehnten in außergewöhnlicher Weise im Bereich Musik und hat sich hierbei große Verdienste um das Gemeinwohl erworben. Er ist seit 1958 Mitglied im Nordbayerischen Musikbund (NBMB) und in dieser Vereinigung als aktiver Musiker, Dirigent und Ausbilder tätig. Seit 2000 ist er im NBMB mit seinen 900 Mitgliedsvereinen Bezirksvorsitzender für Unterfranken und seit 2009 Vizepräsident. In diesen Funktionen setzt er sich unermüdlich für eine moderne und zeitgemäße Organisation des Musikbundes ein. Sein umfangreiches, berufliches Wissen als Leiter der Organisationsabteilung bei einer Sparkasse hat er stets auch im Ehrenamt eingesetzt, für das er sehr viel Zeit aufgewendet hat. Dass der NBMB heute mit einer EDV-gestützten Organisation gut aufgestellt ist, und so den Mitgliedsvereinen einen herausragenden Service und Dienstleistungen bieten kann, ist gerade auch sein besonderer Verdienst. Er ist staatlich anerkannter Dirigent im Laienmusizieren und seit Einführung der D‑Prüfungen Dozent für Musiktheorie. Als Dirigent hat er Maßstäbe gesetzt. Viele junge Musiker wurden von ihm ausgebildet. Als Kreis- und Bezirksvorsitzender des NBMB war er seit 1973 bei rund 150 Kreis- und Bundesbezirksmusikfesten tätig. Von 1985 bis 2000 war er als Schatzmeister des Bezirks Unterfranken im NBMB und von 1996 bis 2009 als Kreisdirigent des Landkreises Haßberge aktiv. In seiner Eigenschaft als Bezirksvorsitzender war er darüber hinaus noch von 2003 bis 2011 Schatzmeister im Medienverein Main-Rhön. Wichtig war für ihn auch immer die Pflege von internationalen Begegnungen bei Reisen mit Musikkapellen in viele Länder. Da Musik verbindet, sah er dies immer als einen Beitrag für Aussöhnung und Frieden an. Die Hauptinstrumente, die er selbst seit 1955 spielt, sind die Trompete und das Schlagzeug. Bereits seit 1956 war er Musiker im Blasorchester Sand am Main, war von 1973 bis 1977 dessen Vorstand, und spielt seit 1978 im Seniorenblasorchester mit. Auch in anderen Gemeinden war und ist er als Dirigent und Ausbilder aktiv. Von 1958 bis heute hat er an zahlreichen Wertungsspielen als Musiker und Dirigent teilgenommen und damit zur musikalischen Weiterentwicklung beigetragen. Zehn Jahre lang, von 1960 bis 1970, war er Musiker bei verschiedenen Tanzkapellen.

Anni Kropf (63) aus Sulzbach a. Main (Landkreis Miltenberg) engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten ehrenamtlich für hilfsbedürftige und notleidende Kinder in Sambia (Afrika). Sie ist Fachoberlehrerin für Hauswirtschaft und Textiles Gestalten an der „Ruth-Weiss-Realschule“ in Aschaffenburg und initiierte im September 1993 nach einem privaten Besuch in Afrika ein Schulprojekt, um sambische Waisenkinder in der Nähe der Hauptstadt Lusaka im Rahmen von Patenschaften zu unterstützen. In dem von der Schule unterstützten Waisenhaus in Kasisi leben ca. 300 Kinder im Alter von wenigen Tagen bis ins junge Erwachsenenalter. Benötigt werden vor allem finanzielle Mittel für Säuglingsnahrung, Medikamente, Schulgeld und Schuluniform. Im Rahmen des Sambia-Projekts werden Geld- und Sachspenden gesammelt und an das Waisenhaus weitergeleitet. Patenschaften von Schülerinnen laufen durch alle Jahrgänge und wurden somit in all den Jahren zu einer Selbstverständlichkeit im Schulleben. Frau Kropf kümmert sich verantwortungsvoll um die Überweisung der Spendengelder und um den Transport der Sachspenden. Den persönlichen Kontakt pflegt sie durch regelmäßige Besuche vor Ort und fungiert bei Gegenbesuchen als Gastgeberin. Seit 2011 präsentiert sie mit Schülerinnen der „Ruth-Weiss-Realschule“ auf dem Aschaffenburger Fest „Brüderschaft der Völker“ die Schulpatenschaften für sambische Waisenkinder in Kooperation mit dem „Afrika Freundeskreis Aschaffenburg“. Darüber hinaus organisiert sie auch Autorenlesungen an der „Ruth-Weiss-Realschule“ und an Nachbarschulen mit der Kinderbuchautorin Narsin Siege aus Äthiopien und mit Professor Denis Goldberg aus Südafrika. Ebenso hält sie engen Kontakt zur Namensgeberin der Realschule, der Schriftstellerin und Friedensaktivistin Ruth Weiss. Zu deren 90. Geburtstag im Jahr 2014 brachte sich Frau Kropf intensiv bei der Erstellung einer 350 Seiten starken zweisprachig englisch/deutschen Festschrift ein. Sie initiierte Beiträge verschiedener Autoren, sorgte mit für die Übersetzung ins Englische sowie für Druck, Verkauf und Versand. Im Oktober 2016 fand auf ihre Veranlassung hin ein Besuch von Ruth Weiss in der Schule statt. Von 2010 bis 2013 war sie auch noch ehrenamtlich im Vorstand des Fachverbands Textilunterricht e. V. tätig.

Altlandrat Harald Leitherer (63) aus Schwebheim (Landkreis Schweinfurt) hat sich durch sein außergewöhnlich umfangreiches Engagement im kommunalpolitischen Bereich auf Gemeinde-, Landkreis- und Bezirksebene sowie beim Bayerischen Landkreistag auszeichnungswürdige Verdienste erworben. Er trat 1969 in die CSU und Junge Union ein und hatte in der Folge verschiedene Ehrenämter auf örtlicher Ebene, auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene vorbildlich wahrgenommen. Insgesamt 33 Jahre lang (1980 bis 2013) war er Mitglied des CSU-Bezirksvorstands Unterfranken und hatte im Bezirksverband auch einige Zeit lang die Funktion des Schatzmeisters inne. Darüber hinaus war er von 1978 bis 1993 Mitglied des Gemeinderates der Gemeinde Schwebheim. In dieser Zeit hat die Gemeinde als erste Gemeinde Unterfrankens eine umfassende Dorferneuerung durchgeführt und die Gewerbegebiete und Wohnbauflächen mit der notwendigen Infrastruktur ausgestattet. 1978 wurde Herr Leitherer als jüngster Kreisrat seiner Partei in ganz Unterfranken in den Kreistag Schweinfurt gewählt und war von 1990 bis 1995 Vorsitzender der CSU-Kreistagsfraktion. 1995 wurde er zum Landrat des Landkreises Schweinfurt gewählt und hatte dieses Amt bis 2013 inne. Von Beginn seiner Amtszeit ist er die zukunftsorientierte Entwicklung des Landkreises und der Region mit innovativen Ideen und einer umfassenden Verwaltungsreform tatkräftig und verantwortungsvoll angegangen. Zentrale Anliegen waren ihm vor allem die Bereiche Umwelt und Energie, Schule und Bildung, die Ansiedlung von Betrieben sowie der Ausbau der Infrastruktur. Als erste Kommune in Bayern hat der Landkreis Schweinfurt die Biotonne flächendeckend eingeführt und beschritt unter seiner Ägide mit der Biomüllvergärung und dem Bau der ersten Freifeld-Photovoltaikanlage bereits frühzeitig neue Wege bei der Energiegewinnung. Zahlreiche große schulische Baumaßnahmen zeugen von seinem engagierten Wirken. Auch zu erwähnen ist der Ausbau des Kreisstraßennetzes und die Erstellung eines großen, flächendeckenden Radwanderwegenetzes mit einer Gesamtlänge von über tausend Kilometern. Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Landkreis Schweinfurt war ihm ebenfalls ein großes Anliegen. Beispielhaft seien hier genannt die Fusion der Kreissparkasse mit der städtischen Sparkasse sowie der Zusammenschluss im gemeinsamen Tourismus-Zweckverband. Weiterhin engagierte er sich ab 1996 innerhalb des Bayerischen Landkreistages in verschiedenen Ausschüssen und im Medienrat. Von 2003 bis 2013 war er in diesem Kommunalen Spitzenverband Vorsitzender des Bezirksverbandes Unterfranken und gleichzeitig Mitglied im Präsidium. Schließlich war er u. a. von 1995 bis 2007 Vorsitzender des Verwaltungsrats der Kreissparkasse Schweinfurt. Nach der Fusion 2007 zur neuen Sparkasse Schweinfurt war er alle 2 Jahre im Wechsel Vorsitzender bis zum Ende seiner Amtszeit als Landrat. 1995 wurde er zum Vorsitzenden des damaligen Rettungszweckverbandes Schweinfurt gewählt. Zudem war er  seit 1997 Verwaltungsratsvorsitzender der „Geomed-Klinik Betriebs-GmbH, Gerolzhofen“, seit 1998 Verwaltungsratsvorsitzender der „Abfall- und Energie GmbH“ und seit 2000 Verwaltungsratsvorsitzender der „Kreisalten- und Pflegeheim Werneck gemeinnützige Betriebs-GmbH“. All diese Ämter hatte er bis zu seinem Ausscheiden aus dem Amt als Landrat am 31. Januar 2013 inne. Auch war er von 2001 bis 2010 Stiftungsratsvorsitzender der Stiftung „Klinik am Steigerwald“. Von 1996 bis 2013 agierte er als stellvertretender Vorsitzender des BRK-Kreisverbandes Schweinfurt und hatte in dieser Zeit für zwei Jahre auch den Vorsitz inne.

Gertrud Schauber (78) aus Kreuzwertheim (Landkreis Main-Spessart) engagiert sich seit über zwei Jahrzehnten in außergewöhnlicher Weise im kirchlichen, sozialen und völkerverbindenden Bereich. Sie ist im Gemeindeleben Ihrer Heimatgemeinde Kreuzwertheim und in der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde „Zum Heiligen Kreuz“ in Kreuzwertheim eine tragende Säule. Von 1988 bis 2006 war sie Mitglied des Kirchenvorstandes und in dieser Zeit am Bau des Gemeindehauses, des Kindergartens und an der Kirchenrenovierung maßgeblich beteiligt. Zudem fungierte sie von 2000 bis 2006 als Vertrauensfrau des Kirchenvorstandes. Auch ihre ehrenamtliche Arbeit innerhalb der Leitung der Sozialstation, im Besuchsdienst und in der ökumenischen Praxisgruppe war von besonderer Bedeutung für die Gemeinde. Von 1997 bis 2012 leitete sie den ökumenischen Seniorenclub, seither bringt sie sich weiterhin aktiv in die Gruppe ein. Seit einer Reise nach Ghana im Jahr 1996 setzt sie sich unermüdlich für die Verbesserung der Lebensumstände von benachteiligten Bevölkerungsgruppen in diesem Land ein. Zunächst waren es kleine private Aktionen, um Spendengelder zu sammeln. Seit ihrem ersten Aufenthalt bestehen direkte Kontakte in die ghanaische Hauptstadt Accra zum Straßenkinderprojekt „CAS“, das mit seinen 50 ghanaischen Mitarbeitern Anlaufstelle für rund 10.000 Straßenkinder ist. Das Projekt bietet u.a einen sicheren Platz, Möglichkeiten zum Schlafen, Wäsche waschen, zum gemeinsamen Spielen, zur schulischen und beruflichen Bildung und medizinische Grundversorgung. Im September 2000 gründete Frau Schauber den Verein „Paul e. V.“ („Partnerschaft unterstützt Lebenslinien“), dessen Vorsitzende sie seither ist. Der Verein setzt sich unter der Ägide von Frau Schauber erfolgreich für benachteiligte Bevölkerungsgruppen in Ghana ein. Neben dem Straßenkinderprojekt „CAS“ werden noch zwei weitere Projekte unterstützt. Zum einen das Witwenprojekt „WOMGhana“, das Witwen und Kindern, die oft unter erniedrigenden Bedingungen leben, auf dem Weg in ein selbständiges Leben helfen will. „Paul e. V.“ unterstützt ferner das Weiterbildungszentrum „FISTRAD“, das Möglichkeiten der Schul- und Berufsausbildung bietet und daneben hauptsächlich im Bereich der sozialen und gesundheitlichen Aufklärung tätig ist. Dieses Projekt betreibt eine kleine Radiostation, die mit ihren Beiträgen das soziale und gesundheitliche Bewusstsein der Landbevölkerung schärfen will. Im Jahr 2001 initiierte Frau Schauber den „Tag für Ghana“ in Kreuzwertheim, der seither aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken ist. Durch solche Aktionen und unter Einbindung ihres großen deutschlandweiten Freundes- und Bekanntenkreises gelingt es ihr immer wieder, jährlich zwischen 20.000 und 30.000 Euro an Spenden für ihren Verein zur Unterstützung der drei Projekte in Ghana zu akquirieren.

(Bild-)Berichterstatter/-innen sind herzlich eingeladen.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109