Presseinfo 102/17 — 30. März 2017


„Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“:
Regierung von Unterfranken bewilligte im Jahr 2016 rund  314.000 € aus dem Arbeitsmarktfonds, Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“ für Projekte im Raum Aschaffenburg, Miltenberg, Würzburg und der Region Main-Rhön

 

Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken hat auch im Jahr 2016 wieder Fördermittel aus dem Arbeitsmarktfonds Bayern, Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“ ausgereicht. Die Fördermittel werden vom Freistaat Bayern aus Haushaltsmitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration im Rahmen des Arbeitsmarktfonds zur Verfügung gestellt. Insgesamt kamen 314.402 € an folgende Träger zur Auszahlung:

1. gfi gGmbH Aschaffenburg (gefördert mit  147.147 €)

Projekt: JOY – Job am Ort für Youngsters

Zielgruppe des Projekts sind insgesamt ca. 120 erwerbsfähige Leistungsberechtigte bis 25 Jahre, die aufgrund ihrer komplexen Profillage in erhöhtem Maß auf Unterstützung angewiesen sind und bei denen ohne prozessbegleitende Betreuung eine dauerhafte Integration in den Arbeitsmarkt unrealistisch erscheint. Die Jugendlichen sollen durch (individuelles) Coaching gezielt an den Ausbildungsmarkt herangeführt, Ausbildungshemmnisse abgebaut und Ausbildungsreife aufgebaut werden. Im weiteren Verlauf ist eine betriebliche Erprobung über Praktika vorgesehen; diese wird vom JOY-Coach begleitet und unterstützt. Im Falle der Übernahme in Ausbildung bzw. Beschäftigung soll eine individuelle zielgerichtete Nachbetreuung im Betrieb zur Stabilisierung erfolgen.

Das Projekt wird von einem gemischt-0geschlechtlichen Projektteam, bestehend aus qualifiziertem sozialpädagogischem Personal, begleitet, das über Erfahrung mit der Zielgruppe verfügt. Durch individuelle sozialpädagogische Intervention zum Abbau sozialer Defizite und Problemlagen der Zielgruppe wie z. B. Maßnahmen zur Stärkung des Selbstbewusstseins und der Motivation, Vermittlung sozialer und lebenspraktischer Kompetenzen, durch betriebsnahe Qualifizierung sowie die vorgesehene Nachbetreuungsphase sollen den Teilnehmern neue Perspektiven eröffnet und die Integration in Ausbildung oder Arbeit nachhaltig unterstützt werden.

Das Projekt begann am 01.03.2015 und endete am 28.02.2017.

2. HWK-Service GmbH Würzburg (gefördert mit 49.584 €)

Projekt: ALEQ – Aktives Lernen im Quartier

Zielgruppe des Projekts sind insgesamt 60 arbeits- und ausbildungslose sozial benachteiligte Jugendliche von Zuwandererfamilien aus den GUS-Staaten im Stadtteil „Heuchelhof“, Würzburg. Dort ist der Anteil arbeits- u. ausbildungsloser Jugendlicher unter 25 Jahren deutlich erhöht und vor allem Kinder aus Zuwandererfamilien sind bedroht, den Anschluss an berufliche Perspektiven zu verlieren. Kern des Projekts ist die ALEQ-Werkstatt, eine niedrigschwellige Beratungs- und Anlaufstelle im Stadtteil Heuchelhof, und somit im direkten Wohnumfeld der Jugendlichen. Über drei Projektbausteine rund um die ALEQ-Werkstatt soll sich eine kohärente Fördersituation bzw. ein lokales Ausbildungsnetzwerk ergeben, mit dem Ziel der unmittelbaren Integration in Ausbildung bzw. Aufnahme einer Beschäftigung und damit einer nachhaltigen Verbesserung der Integration und beruflichen Perspektiven dieser jungen Menschen.

Der Aktivierung, Qualifizierung und beruflichen Orientierung in der ALEQ-Werkstatt folgt die Übergangsbegleitung und Integration in Ausbildung unter Einbeziehung der Eltern und Familien. Weiterhin ist als „Zweite Chance“ ein niederschwelliges Beratungsangebot vorgesehen, mit dem Jugendliche am Heuchelhof, die erst gar keine Ausbildung aufnehmen oder diese bzw. Maßnahmen der Arbeitsagentur oder des Jobcenters ohne Abschluss abgebrochen haben, erreicht, motiviert und für sie individuelle Lösungen zu einem erfolgreichen Ausbildungsabschluss erarbeitet werden. Betriebe sollen für diese Gruppe geöffnet werden; es sind kurzfristige Erprobungen und längerfristige Praktika vorgesehen.

Für das Projekt werden eine im Übergangsmanagement erfahrene sozialpädagogische Fachkraft und ein Praxisanleiter, der selbst am Heuchelhof wohnt und russischer Herkunft ist, eingesetzt.

Das Projekt begann am 01.01.2014 und endete am 31.12.2016.

3. GbF Aschaffenburg mbH (gefördert mit  42.006 €)

Projekt: PAB – Perspektive Arbeit und Beschäftigung

Zielgruppe des Projekts sind insgesamt 60 junge Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maße auf Unterstützung angewiesen sind. Hierzu gehören U25 (Alter 15-24 Jahre)-Kunden des Jobcenters Landkreis Aschaffenburg mit multiplen Vermittlungshemmnissen, für die mit intensiver Förderung eine Prognose der Vermittelbarkeit gestellt werden kann. Insbesondere weisen diese Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die über keine berufliche Erstausbildung verfügen, vielfältige und schwerwiegende Hemmnisse im Bereich Motivation/Einstellungen, Schlüsselqualifikation und soziale Kompetenzen auf. Zu dieser heterogenen Zielgruppe gehören auch Migranten, Ausländer, Straffällige und sozial Auffällige. Die individuelle Teilnahmedauer beträgt grundsätzlich mindestens 12 Monate und kann in begründeten Fällen verlängert werden, wenn dies zur Erreichung der Zielsetzung notwendig ist.

Mittels niedrigschwelliger Angebote im Vorfeld von Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung soll die Zielgruppe für eine berufliche, schulische Ausbildung oder Beschäftigung motiviert und schrittweise an sie herangeführt werden. Dies soll vorrangig durch intensive Sozial- und Netzwerkarbeit, die Einbindung der Teilnehmer in projektbezogenes Arbeiten / betriebliche Erprobungen und Integrationscoaching geschehen. Es kommen sozialpädagogische und anleitende Fachkräfte zum Einsatz. Während der ersten drei Monate nach Aufnahme einer Beschäftigung durch den Teilnehmer wird eine Nachbetreuung zur Stabilisierung der Beschäftigung durchgeführt. Das Projekt ist über einen Projekt-Fachbeirat mit den regionalen Akteuren vernetzt.

Das Projekt begann am 01.02.2014 und endete am 31.01.2017.

4. bfz gGmbH Schweinfurt (gefördert mit  75.664 €)

Projekt:
Die Azubithek – Ein Projekt der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit zur Steigerung der Selbstvermarktungsfähigkeit von benachteiligten Jugendlichen im Rahmen der Arbeitsplatzsuche

Zielgruppe des Projekts sind benachteiligte ausbildungssuchende Jugendliche und junge Erwachsene in der Region Main-Rhön mit Vermittlungsdefiziten oder Behinderungen, die im Rahmen der beruflichen Integration auf eine besondere sozialpädagogische Unterstützung angewiesen sind und die sich nicht durch bestehende Projekte auffangen lassen. Neben Direktkontakten mit sozialpädagogischer Unterstützung und Begleitung als Kernelement sowie Bewerbungscoaching mit evtl. anschließenden Workshops ist auch ein In-Kontakt-Treten durch „aufsuchende“ arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit im Netz (Internet bzw. über soziale Netzwerke) vorgesehen. Flankierend hierzu werden Projektarbeiten angeboten. Arbeitsmarktpolitisches Ziel ist, dass die Projektteilnehmer in einen dualen Ausbildungsplatz einmünden oder eine Arbeitsstelle antreten.

Neben ca. 200 Teilnehmern, davon ca. 120 mit intensiver sozialpädagogischer Betreuung, sind ca. 500 Online-Kontakte für die Projektlaufzeit geplant.

Das Projekt begann am 01.10.2015 und endet am 30.09.2017.

Was ist der Arbeitsmarktfonds?

Der Arbeitsmarktfonds wurde von der Bayer. Staatsregierung aus Privatisierungserlösen (Offensive Zukunft Bayern Teil II) mit einem Volumen von rund 204,5 Mio. € aufgelegt. Aus den Zinsen hieraus werden einzelne Projekte gefördert. Der Arbeitsmarktfonds ist Bestandteil des Beschäftigungspakts Bayern, den die Staatsregierung am 11.06.1996 mit den Organisationen der Wirtschaft und den Gewerkschaften abgeschlossen hat.

Welche Zielrichtung hat der Förderschwerpunkt „Arbeitsweltbezogene Jugendsozialarbeit“?

Mit Hilfe von neuen und innovativen Maßnahmen der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit sollen soziale Benachteiligungen junger Menschen (etwa bei unzureichender schulischer Ausbildung) ausgeglichen werden. Ebenso sollen Hilfestellungen zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen gegeben werden. Ziel ist, den Teilnehmenden die für den Übergang in Ausbildung und Arbeit erforderlichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Qualifikationen zu vermitteln. Auf diese Weise werden die nachhaltige soziale Integration und Eingliederung in die Arbeitswelt (Aufnahme einer Berufsausbildung) ermöglicht.

Was sind die Voraussetzungen der Förderung?

Durchführung von Maßnahmen mit dem Ziel der unmittelbaren Integration in die Ausbildung bzw. Aufnahme einer Beschäftigung.

Fördergrundsätze und Förderhöhe:

Im Bereich der Arbeitsweltbezogenen Jugendsozialarbeit beträgt die Förderquote im ersten Jahr bis zu 90%, im zweiten Jahr bis zu 80% und im dritten Jahr bis zu 70% der förderfähigen Kosten. Eine finanzielle Einbindung der für die Jugendsozialarbeit zuständigen Kommunen soll gewährleistet sein. Die Förderverfahren werden in Abstimmung mit der örtlichen Agentur für Arbeit sowie der örtlich zuständigen Jobcenter abgewickelt. An der Finanzierung der im Regierungsbezirk Unterfranken im Jahr  2016 geförderten Projekte beteiligten sich neben dem Freistaat Bayern und den jeweiligen Trägern auch die Stadt Würzburg, sowie die Jobcenter Stadt Aschaffenburg, Landkreis Miltenberg und Landkreis Aschaffenburg.

Weitere Informationen zum Arbeitsmarktfonds sind im Internetangebot des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration abrufbar.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109