Presseinfo 166/17 — 07. Juni 2017


„Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker – Helfen statt Ruhigstellen?”

Gemeinsamer Fachtag der Regierung von Unterfranken und des Klinikums Main-Spessart mit seiner Senioreneinrichtung Berufsfachschule für Altenpflege im Klinikum Main-Spessart in Marktheidenfeld

- Presseeinladung -

Würzburg (ruf) – „Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker – Helfen statt Ruhigstellen?” lautet das Motto des diesjährigen Fachtages, welchen die Regierung von Unterfranken am

Mittwoch, 21. Juni 2017, 09.00 Uhr bis 16.45 Uhr,
im Klinikum, Baumhofstraße 93
in 97828 Marktheidenfeld,

gemeinsam mit der Senioreneinrichtung Marktheidenfeld des Klinikums Main-Spessart und der Berufsfachschule für Altenpflege ausrichtet.

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Landrat Thomas Schiebel sowie Bürgermeisterin Helga Schmidt-Neder werden zu Beginn der Veranstaltung die Tagungsteilnehmer begrüßen.

Zum Hintergrund der diesjährigen Fachtagung:
Erfreulicherweise hat sich inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt, dass mechanische Fixierungen wie Bauchgurt zumeist durch alternative Maßnahmen (z.B. Niederflurbetten) ersetzt werden können. Aufmerksame Beobachter der Pflegesituation in stationären Einrichtungen beurteilen aber eine solche Erfolgsmeldung eher skeptisch. „Wir haben es mit einem dramatischen und weithin unkontrollierten Einsatz von Psychopharmaka zu tun“ sagt nicht nur Prof. Dr. Thomas Klie, Projektleiter der bekannten ReduFix-Studie, in seinem Buch „Wen kümmern die Alten?“. Und kritische Stimmen häufen sich, die behaupten, dass in ebensolchem Ausmaß, wie mechanische Fixierungen auf dem Rückzug seien, sich die Sedierungen zur Ruhigstellung von Bewohnern auf dem Vormarsch befänden. Die Gefahren von Psychopharmaka mit keineswegs geringeren Risiken und Nebenwirkungen werden gerne unterschätzt. Gleiches gilt möglicherweise für Menschen mit Bewegungsdrang, die „nicht ruhig um den Tisch sitzend auf die Mahlzeiten und den Windelwechsel warten können“, und zur Arbeitserleichterung gerne mal zur Abklärung in die Psychiatrie geschickt werden, so Klaus Dörner in seinem Buch „Helfensbedürftig“. Die Auswirkungen unnötiger Ortsveränderungen bei Menschen mit Demenz seien aber zum Teil schlicht verheerend.

Für Prof. Dr. Dr. Reimer Gronemeyer, einem unserer Referenten auf dem diesjährigen Fachtag, scheint man sich immer häufiger der Instrumente der Diagnose und der Pillen zu bedienen, um Problemen nicht auf den Grund gehen zu müssen (so in seinem Buch „Das 4. Lebensalter. Demenz ist keine Krankheit“). Er fordert eine neue Kultur des Helfens.

Und das ist auch unser Ziel: „Helfen statt Ruhigstellen!“. Das Thema enthält viel Zündstoff. Und wir freuen uns, auch für unseren diesjährigen Fachtag wieder kompetente Referenten und Gesprächspartner gewonnen zu haben.

Eingeladen sind interessierte Betreuungs- und Pflegekräfte aus Einrichtungen für Senioren und Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Fachstellen Pflege- und Behinderteneinrichtungen - Qualitätsentwicklung und Aufsicht - (FQA).

Die Tagesordnung mit hochkarätigen Referenten und Gästen kann dem beiliegenden Veranstaltungsprogramm entnommen werden. Die Veranstalter freuen sich, dass die ausgewählten und renommierten Referenten spontan zusagten, am Fachtag mitzuwirken.

Medienvertreter sind zur Veranstaltung gleichfalls herzlich eingeladen. Im Übrigen ist die Veranstaltung bereits ausgebucht.

Parkgelegenheiten sind ausgeschildert. Eine Anfahrtsskizze finden Sie auf der Homepage des Klinikums Main-Spessart.

Hier erhalten Sie zusätzliche Informationen zur Tagung des Klinikums Main-Spessart  sowie der Regierung von Unterfranken unter der Rubrik „Soziales“.

 

Anlage

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

Dokument Typ Dateigröße
Fachtagung Altenhilfe 2017 - Programm PDF 293 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109