Presseinfo 204/17 — 12. Juli 2017


Pi-204 Gespräch Arbeitsagentur Unterfranken Neu(Foto: RUF Mathy) Trafen sich am
11.07.2017 zu ihrem Jahresgespräch,
Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer
(Mitte links) und die Vertreter der
Bundesagentur für Arbeit, angeführt
vom Geschäftsführer Operativ der
Regionaldirektion Bayern, Klaus Beier
(Mitte rechts).
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Jahresgespräch des Regierungspräsidenten Dr. Paul Beinhofer mit der Bundesagentur für Arbeit, Regionaldirektion Bayern

Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit und Eingliederung der Menschen mit Migrationshintergrund im Focus

 

Würzburg (ruf) – Zu ihrem Jahresgespräch trafen sich gestern Vertreter der Bundesagentur für Arbeit mit Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, um sich über die aktuelle Arbeits- und Ausbildungsstellenmarktsituation auszutauschen. Dabei standen insbesondere Maßnahmen gegen Langzeitarbeitslosigkeit und die Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Fluchtgeschichte im Vordergrund der Gespräche. Die Bundesagentur für Arbeit war durch den Geschäftsführer Operativ der Regionaldirektion Bayern, Klaus Beier und die Vorsitzenden der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Würzburg, Eugen Hain, der Arbeitsagentur Schweinfurt, Thomas Stelzer, und die stellvertretende Vorsitzende der Geschäftsführung der Arbeitsagentur Aschaffenburg, Maria Haas, vertreten. Seitens der Regierung von Unterfranken nahmen unter anderem der Bereichsleiter Wirtschaft, Landesentwicklung und Verkehr, Leitender Regierungsdirektor Heiko Brückner, und der Bereichsleiter Schulen, Abteilungsdirektor Gustav Eirich, an dem Gespräch teil.

Derzeit beträgt die Arbeitslosenquote in Unterfranken 2,8% und liegt damit noch 0,2%- Punkte unter dem bereits erstklassigen bayerischen Durchschnitt. Oder in Personen ausgedrückt: Aktuell stehen in Unterfranken 21.082 gemeldeten Arbeitslosen (-10,5% zum Vorjahr) immer noch 13.028 gemeldete Arbeitsstellen (+ 25,4% zum Vorjahr) gegenüber. Die niedrigste Arbeitslosenquote in Unterfranken weist im Übrigen der Landkreis Main-Spessart mit derzeit 1,8% aus.

 „Die aktuelle Arbeitsmarktsituation in Unterfranken ist hervorragend und hat sich auch im Vergleich zum Vorjahr nochmals verbessert. Der positive Trend auf dem Arbeitsmarkt setzt sich damit auch in Unterfranken weiter fort. Von der guten Entwicklung profitieren alle Personengruppen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen geht kontinuierlich zurück und die Integration von Geflüchteten in Arbeit steigt. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir diese Menschen weiterhin intensiv unterstützen, eine Beschäftigung zu finden. Hier gilt es, Schritt für Schritt den Weg zurück ins Berufsleben zu ebnen. Die Kompetenzen und Stärken jedes Einzelnen müssen so eingesetzt werden, dass der Bedarf an Arbeitskräften in Bayern langfristig gedeckt werden kann“, betonte Klaus Beier.

Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer sieht für Unterfranken in den nächsten Jahren einen erheblichen Fachkräftebedarf. Bereits jetzt beklagen viele Unternehmen einen Fachkräftemangel, der auch durch  Zuwanderung nur eingeschränkt zu kompensieren sein wird. „Wir müssen also unsere Fachkräfte zunächst in der Region halten, aber natürlich auch den Zuzug von Fachkräften attraktiv gestalten“. Als große Herausforderung und Chance sieht der Regierungspräsident die Eingliederung der vielen Menschen mit Migrationshintergrund. Er verwies dazu auf die vielen runden Tische und Gesprächsrunden unter anderem mit den Kammern zum Thema Beschäftigung und Ausbildung von Asylbewerbern und Geduldeten. Der Regierungspräsident zeigte auf, dass die Beschäftigung und Berufsausbildung von Asylbewerbern und Geduldeten regelmäßig nur mit vorheriger Zustimmung der Ausländerbehörde möglich sind. Arbeitgebern und Ausbildern riet er daher, sich „unbedingt vor Abschluss eines Arbeits- oder Ausbildungsvertrages den kompetenten Rat der zuständigen Ausländerbehörde einzuholen“. Für Asylbewerber und Geduldete ist dies an erster Stelle die zur Regierung von Unterfranken gehörende Zentrale Ausländerbehörde Unterfranken mit Sitz in Schweinfurt. Sofern die Zentrale Ausländerbehörde wider Erwarten nicht zuständig sein sollte, vermitteln die dortigen Mitarbeiter gerne den Kontakt zur zuständigen örtlichen Ausländerbehörde. In Bezug auf die „3+2-Regelung“ betonte Regierungspräsident Dr. Beinhofer weiter: „Die unterfränkischen Betriebe können sich darauf verlassen, dass eine qualifizierte Ausbildung, die im laufenden Asylverfahren erlaubterweise begonnen wurde, regelmäßig auch nach einer ablehnenden Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge auf Basis der „3+2-Regelung“ zu Ende geführt werden kann, sofern die Asylbewerber nicht straffällig werden oder über ihre Identität täuschen.“

Eine große Hürde für die Integration der Flüchtlinge mit Bleibeperspektive ist das Erlernen der deutschen Sprache. Hier setzen zahlreiche Programme an, von bestimmten Berufsintegrationsklassen in den beruflichen Schulen, geförderten Sprachkursen freier Träger bis zu konkreten Angeboten der Arbeitsagentur und der freien Wirtschaft. Diese Angebote rechtzeitig zu nutzen, sei wichtig, betonten Beier und Dr. Beinhofer gemeinsam, verbunden auch mit einem Appell an die betroffenen Flüchtlinge. Von einer gelingenden Integration in den unterfränkischen Arbeitsmarkt werden auch die unterfränkischen Unternehmen profitieren, waren sich beide sicher.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109