Presseinfo 237/17 — 07. August 2017


2016 – Ein Jahrgang von reichlicher Ernte

Regierung von Unterfranken zieht Zwischenbilanz für das
1. Halbjahr 2017 bei der Qualitätsprüfung für Weine

 

Würzburg (ruf) –  Auch das Jahr 2016 war wieder ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen. Gaben zunächst Spätfröste im April Anlass zur Sorge, sorgten später im Jahr einzelne Starkregenereignisse bzw. Hagelschlag bei manchem Winzer für Einbußen. Trotz der Starkregenereignisse war auch das Jahr 2016 aber insgesamt wieder geprägt von zu geringen Niederschlägen. Trotzdem konnten die fränkischen Winzer wieder eine Ernte einfahren, die durchaus zu Hoffnungen berechtigte. Mit einem Anteil an prädikatsweingeeigneten Mosten von 60 bis 70 % und einem durchschnittlichen Ertrag von 82 hl/ha wurden die Keller der meisten Weinbaubetriebe gut gefüllt.

Zum Stichtag 30.06.2017 wurden vom Jahrgang 2016 mit rund 25 Millionen Liter Wein gut 53 % der gesamten Erntemenge von 47,1 Millionen Liter in der Weinprüfstelle der Regierung von Unterfranken geprüft. Im Vorjahr lag die geprüfte Menge mit 24 Millionen Liter darunter, was bei einer Gesamternte von 2015 nur 42,0 Millionen Liter allerdings rechnerisch einen höheren geprüften Anteil von 57 % ergab.

Der Jahrgang 2016 ergab die ganze Bandbreite der Qualitäten. So konnten von ansprechenden Schoppenweinen bis hin zu edelsüßen Raritäten Weine aller Qualitätsstufen erzeugt werden. Die Weinprüfungen ergaben in der Folge auch, dass wieder mehr als 96 % der angestellten Weinpartien, die für rund 98 % der geprüften Weinmenge stehen, die beantragte Amtliche Prüfnummer (A.P.Nr.) zugeteilt werden konnte. Ein für den Frankenwein wieder herausragendes Ergebnis, das die zunehmend hohe Qualität der fränkischen Weine unterstreicht.

Von den Anträgen auf Erteilung einer A.P.Nr. betrafen rund 25 % mit ca. 30 % der angestellten Weinmenge Abfüllungen im Bocksbeutel (Vorhalbjahr: noch 27% der Anträge mit 33% der angestellten Weinmenge).

Der Silvaner etabliert sich wieder sehr deutlich als „die“ fränkische Rebsorte. Nach unseren Antragszahlen zur Qualitätsprüfung für Weine liegt der Silvaner erneut weit vor dem Müller-Thurgau, der zweitwichtigsten Rebsorte hierzulande. Für Silvaner-Weine gingen fast 1.800 Anträge mit einer Weinmenge von knapp 6,8 Millionen Liter bei uns ein. Das entspricht einem Anteil von rund 25 % der Anträge mit knapp 32 % der Weinmenge bezogen auf die eingereichten Anträge für Weine mit Rebsortenangabe. Die entsprechenden Zahlen für den Müller-Thurgau lauten: Rund 1.250 Anträge (knapp 18 %) für gut 5,2 Millionen Liter Wein (gut 24 %).

Weitere mengenmäßig relevante Rebsorten in Franken sind Bacchus (3,6 Millionen Liter, 18 %), Riesling (0,98 Millionen Liter, 4,6 %) und die rote Rebsorte Domina (0,95 Millionen Liter, 4,5 %).

Das Aufkommen an Rotlingen zeigt sich in diesem Jahr stabil. Heuer wurden im 1. Halbjahr rund 1,8 Millionen Liter entsprechend etwa 7,1 % der Weinmenge angestellt. Rotlinge sind frische, fruchtige Sommerweine, die aus dem Verschnitt von weißen und roten Trauben gewonnen werden und insbesondere als leichte Schoppenweine ihre Liebhaber finden.

Der Jahrgang 2016 war im Berichtszeitraum mit über 90 % der angestellten Weinmenge vertreten, noch 6,8 % entfielen auf 2015er Weine, der Rest auf ältere Jahrgänge bzw. auf Weine, die ohne Jahrgangsangabe zur Prüfung angestellt wurden.

Bei einem Anteil von 60 % bis 70 % an prädikatsweingeeigneten Mosten kamen heuer bislang rund 26 % der geprüften Weinmenge als Prädikatsweine zu uns, etwas weniger als im Vergleichszeitraum 2016 mit damals 29 %.

Mit insgesamt nur mehr 33 Anträgen (knapp 54.000 Liter) auf Sektprüfung – nach 45 (79.500 Liter) im Vergleichszeitraum 2016 – war in 2017 ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Dies ist aus hiesiger Sicht immer weniger nachvollziehbar, da die Produktqualitäten der Sekte b.A. Franken - ausweislich der Prüfergebnisse der Sektanstellungen - ganz ausgezeichnet sind.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109