Presseinfo 285/17 — 12. Oktober 2017


„Kommunen meistern die Energiewende“

Gemeinsame Veranstaltung der Regierungen von Unterfranken und der Regierung von Mittelfranken mit C.A.R.M.E.N. e.V. am 10. Oktober 2017
in der Karl-Knauf-Halle in Iphofen

Würzburg (ruf) – Das Themenfeld „Energiewende“ hat viele Facetten. Neben der Erzeugung regenerativer Energie stellen ein sparsamer und effizienter Umgang mit Energie wesentliche Bausteine dar, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Insbesondere dem Einsatz neuer Technologien, die mit einem geringeren Energieeinsatz eine gleiche Wirkung entfalten, wird eine große Bedeutung bei der Umsetzung der Energiewende beigemessen.

Die Anwendungsbereiche derartiger Technologien sind überaus vielschichtig und betreffen beispielsweise den Verbrauch von Wärmeenergie und elektrischem Strom, aber auch den Antrieb von Fahrzeugen. Energieeinsparungen durch effizienzsteigernde Maßnahmen lassen sich in allen Sektoren erzielen. In privaten Haushalten ebenso wie in Unternehmen und natürlich auch in Kommunen.

Um die Aktivitäten zur Umsetzung der Energiewende auf der Gemeindeebene planen, koordinieren und schließlich umsetzen zu können, stehen ausreichend planerische Instrumente zur Verfügung, die mittlerweile auch auf einem breiten Erfahrungsschatz beruhen. Dies wurde den interessierten Bürgermeistern und Kommunalvertretern aus Unter- und Mittelfranken auf einer von den Bezirksregierungen und C.A.R.M.E.N. e.V. organisierten Informationsveranstaltung am 10. Oktober 2017 in der Karl-Knauf-Halle in Iphofen mit einer Mischung aus Fachvorträgen und Berichten aus der kommunalen Praxis aufgezeigt.

In seiner Begrüßungsrede ging Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer auf die herausragende  Bedeutung der Kommunen für das Gelingen der Energiewende ein. „Sie stehen in direktem Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort und können eine koordinierende und motivierende Rolle einnehmen. Viele Bürgerinnen und Bürger können so in die Prozesse zur Umsetzung der Energiewende eingebunden werden. Kommunales Engagement ist daher gerade auch hier wichtig und zielführend.“

Als Eigentümerin meist zahlreicher Liegenschaften und als Trägerin von Infrastruktureinrichtungen sind für jede Kommune die Energiekosten eine wesentliche Größe im Haushalt. Da Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz meist hohe Investitionen voraussetzen, ist es sinnvoll, sich einen detaillierten Überblick über die einzelnen Bestandteile des Energieverbrauchs und das jeweilige Einsparpotential zu verschaffen. So kann sichergestellt werden, dass das Verhältnis von durchgeführten Investitionen zur tatsächlich eingesparten Energie möglichst günstig ausfällt, also vorrangig die kostengünstigsten Maßnahmen mit dem höchsten Einsparpotential angegangen werden.

Hierfür können über ein kommunales Energiemanagement alle Verbrauchsstellen systematisch erfasst und zu einem vollständigen Bild über den Energieverbrauch zusammengesetzt werden. Dies sollte der Ausgangspunkt für alle Maßnahmen zur Einsparung von Energie sein, stellten die Referenten Erich Maurer von der Energieagentur Nordbayern und Karlheinz Paulus von der Energieagentur Unterfranken in ihren Vorträgen fest. Heinrich Süß, Bürgermeister der mittelfränkischen Marktgemeinde Weisendorf, konnte dies anhand seines Vortrags über die Umrüstung der Straßenbeleuchtung verdeutlichen.

Eine wichtige Rolle bei der Umsetzung der Energiewende spielt auch der Austausch mit an-deren Kommunen, um von deren Erfahrungen zu profitieren. Einen geeigneten Rahmen für einen strukturierten Erfahrungsaustausch stellen sog. Kommunale Energieeffizienz-Netzwerke bereit. In einem solchen Netzwerk schließen sich interessierte Kommunen zusammen, um in einem gemeinsamen und moderierten Erfahrungsaustausch Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz zu erarbeiten, zu analysieren und schließlich umzusetzen. In regelmäßigen Treffen werden geplante oder durchgeführte Projekte und Maßnahmen von den Gemeindevertretern vorgestellt, von denen, wie am Beispiel der mittelfränkischen Marktgemeinde Feucht gezeigt werden konnte, auch Impulse für neue Vorhaben ausgehen können.  

Neben Maßnahmen zum sparsameren Umgang mit Energie spielt in den Kommunen auch weiterhin der Einsatz erneuerbarer Energieformen zur Deckung des Energiebedarfs eine besondere Rolle. Die Akzeptanz des gesamtgesellschaftlichen Projekts „Energiewende“ wird auch davon abhängen, ob weitere Anlagen zur Herstellung von Strom und Wärmeenergie aus erneuerbaren Energieformen errichtet werden können.

Ausgangspunkt dafür stellen auch hier wieder konzeptionelle Überlegungen dar, die in einem Kommunalen Energienutzungsplan bzw. Energie- und Klimaschutzkonzept zusammengefasst werden können. Dies kann die Akzeptanz vor Ort stärken und so den Weg für die Umsetzung von Maßnahmen ebnen, wie der Bürgermeister der mittelfränkischen Gemeinde Neusitz, Rudolf Glas, in seinem Vortrag zeigen konnte.

Auch bei der Daseinsvorsorge lassen sich erneuerbare Energieformen erfolgreich in kleinen Gemeinden einsetzen. So berichtete Dieter Möhring, Bürgermeister der unterfränkischen Gemeinde Aidhausen, über die Anlage zur solaren Klärschlammtrocknung im örtlichen Klärwerk, die noch um eine Anlage zur thermischen Verwertung des getrockneten Klärschlamms ergänzt werden soll. Siegfried Scholtka, Bürgermeister der unterfränkischen Gemeinde Mömlingen, zeigte mit seinem Vortrag, wie der Betrieb der örtlichen Wasserversorgung in einem hohen Grad über die Stromerzeugung einer hierfür eigens errichteten Photovoltaikanlage erfolgen kann. Beide Vorhaben wurden im Jahr 2016 mit dem Bürgerenergiepreis Unterfranken der Bayernwerk AG ausgezeichnet.

Neben den fachlichen Informationen und den Berichten aus der kommunalen Praxis blieb noch genügend Raum für einen gegenseitigen Erfahrungsaustausch abseits der einzelnen Vorträge. Informationstische weiterer Behörden, die ihre Unterstützungsangebote zur Umsetzung der Energiewende in den Kommunen präsentierten, rundeten die Veranstaltung ab.

 

Pi-285 Kommunen

(Foto: Katharina List, C.A.R.M.E.N. e.V.).

(Bild in Originalgröße)

Bürgermeister sowie Kommunalvertreter und weitere Teilnehmer aus Unter- und Mittelfranken zeigten reges Interesse an der gemeinsamen Informationsveranstaltung der Bezirksregierungen und C.A.R.M.E.N. e.V. in der Karl-Knauf-Halle in Iphofen.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109