Presseinfo 021/18 — 25. Januar 2018


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2017 drei tödliche Betriebsunfälle in Unterfranken –  Keine tödlichen Unfälle in der unterfränkischen Baubranche


Würzburg (ruf) – Im Jahr 2017 haben sich in unterfränkischen Betrieben drei tödliche Arbeitsunfälle ereignet. Dies teilte das Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Unterfranken mit.

Ein tödlicher Arbeitsunfall ist immer ein sehr tragisches und bedrückendes Ereignis. Die unterfränkische Gewerbeaufsicht war 2017 an den Untersuchungen von drei solchen Ereignissen beteiligt.

Im Mai ereignete sich im Werk eines Zulieferers der Automobil- und Maschinenbauindustrie eine Explosion an einer Filteranlage. Dabei wurden vier Personen zum Teil schwer verletzt und 10 Tage später erlag einer von ihnen seinen Verletzungen im Krankenhaus.

Im September 2017 kam es bei einem Papier- und Zellstoffhersteller zum Austritt eines 70°C heißen Wasser-Zellstoff-Gemischs. Dabei wurde ein Mitarbeiter getroffen und großflächig am Körper verbrüht. Er starb 4 Wochen später im Krankenhaus auf Grund seiner Verletzungen.

Der letzte tödliche Unfall fand auf dem Gelände eines Großhandelsunternehmens im Bereich der Container-Entladung statt. Eine Mitarbeiterin wurde von einem anfahrenden LKW erfasst und tödlich verletzt.

Bemerkenswert für das Jahr 2017 ist, dass es keinen einzigen tödlichen Absturz aus größerer Höhe gegeben hat. Laut Unfallstatistiken der BG BAU ist die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle zwar deutschlandweit von 86 im Vorjahr auf 73 in 2016 zurückgegangen. Die Ursachen von 41 Prozent dieser Unfälle waren jedoch im letzten Jahr Sturz- und Absturzunfälle,  wie Abstürze von Gerüsten, Dächern und Leitern sowie Stolper- und Rutschunfälle. Diese Unfallursache gab es im Vorjahr 2016 bei mehr als der Hälfte aller tödlichen Arbeitsunfälle auch in Unterfranken (2016: 7 tödliche Arbeitsunfälle). Das Bewusstsein für Gefährdungen am Arbeitsplatz spielt dabei eine maßgebliche Rolle in der Festlegung der Schutzmaßnahmen und des Verhaltens bei der Arbeit.

Die Zahl der Unfälle bei der Arbeit mit tödlichem Ausgang liegt in Unterfranken seit mehr als 10 Jahren im einstelligen Bereich und folgt der deutschlandweiten Entwicklung. In den letzten 20 Jahren hat sich die Zahl der Arbeitsunfälle in einer sich ständig wandelnden Arbeitswelt mehr als halbiert. Dies ist auch auf ein höheres Arbeitsschutzniveau zurückzuführen, welches auf verbesserten Arbeitsschutzgesetzen und einer erfolgreichen Präventionsarbeit basiert. Ferner ist die qualitative Verbesserung der auch innerbetrieblichen Rettungsmaßnahmen und der unfallmedizinischen Versorgung für das Erhalten vieler Leben verantwortlich.
Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer warnt jedoch davor, angesichts dieser Erfolge in den Bemühungen nachzulassen: „Dieser Rückgang der Unfallzahlen ist kein Selbstläufer. Er sollte vielmehr Ansporn sein, auch zukünftig wachsam zu sein und das Thema Arbeitsschutz im Betrieb nicht zu vernachlässigen.“

Weitergehende Informationen zum Thema Arbeitsschutz erhalten Sie auf der Seite des Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration oder beim Gewerbeaufsichtsamt der Regierung von Unterfranken.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109