Presseinfo 027/18 — 30. Januar 2018


Regierung von Unterfranken förderte im Jahr 2017 Präventions- und Beratungsangebote im Suchtbereich mit rund 340.000 €

Würzburg (ruf) – Die Regierung von Unterfranken hat im Jahr 2017 zur Förderung von
Präventions- und Beratungsangeboten im Suchtbereich staatliche Zuwendungen in Höhe von insgesamt 339.663 € bewilligt. Die Förderung erfolgte auf der Grundlage des vom Bayerischen Landtag beschlossenen Staatshaushalts aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Die Fördermittel teilen sich auf:

1.
Für die Betreuung und Beratung suchtgefährdeter und abhängigkeitskranker Gefangener in den unterfränkischen Justizvollzugsanstalten durch externe Fachkräfte. Es wurden Fördermittel in Höhe von 213.380 € bewilligt.

Die Suchtberatung und -betreuung der Gefangenen ist eine staatliche Aufgabe, zu deren Durchführung externe Dienste in Anspruch genommen werden. Zum Aufgabenbereich der hier eingesetzten externen Fachkräfte gehören z. B. Einzel- und Gruppengespräche, Motivationshilfen zur Führung eines suchtmittelabstinenten Lebens, die Vermittlung von Therapieplätzen und die Durchführung von anstaltsinternen Fortbildungen.

Der Freistaat Bayern bezuschusst die Personalkosten der externen Fachkräfte und gewährt zu anfallenden Sachkosten (z. B. Fahrtkosten der Betreuungskräfte zu den vereinbarten Einsatzorten und zu den zentralen Fortbildungsveranstaltungen, Aufwendungen für Supervision und für Ersatzbeschaffung von EDV-Ausstattung) eine pauschale Zuwendung.

Im Einzelnen wurden folgende Träger gefördert:    

Träger Betrag in Euro
Caritasverband für die Stadt und den Landkreis Aschaffenburg e.V: 62.831
Jugend- und Drogenberatungsstelle der Stadt Würzburg: 138.547
Psychosoziale Beratungs- und Behandlungsstelle des Diakonischen Werks Schweinfurt e.V.: 12.002
insgesamt: 213.380


2.
Für die staatliche Förderung der suchtpräventiven Arbeit in Unterfranken wurden Fördermittel in Höhe von 46.050 € bewilligt.    

Der zentrale Aufgabenschwerpunkt der Präventionsfachkräfte liegt darin, die im Regierungsbezirk Unterfranken geleistete Erziehungs- und Betreuungsarbeit in Kindertageseinrichtungen und Schulen, in Betreuungsmaßnahmen der Erziehungs- und Jugendhilfe und im Bereich der Jugendarbeit durch suchtpräventive Ansätze zu ergänzen und damit den Gefahren von Sucht und Abhängigkeit so früh wie möglich und breit gefächert entgegenzuwirken.

Um einen möglichst großen Wirkungskreis zu erreichen, wenden sich Präventionsfachkräfte an Multiplikatoren und Mediatoren (z. B. Lehrkräfte und Betreuungs- und Erziehungskräfte), die sie in Fortbildungsveranstaltungen informieren und für die psychosozialen Probleme der Betroffenen und Mitbetroffenen sensibilisieren und ihnen die erforderliche Handlungskompetenz vermitteln.    

Im Einzelnen wurden folgende Träger gefördert:

Träger Betrag in Euro
Landkreis Würzburg: 6.140
Landkreis Miltenberg: 12.280
Landkreis Haßberge: 6.140
Stadt Schweinfurt: 9.210
Diakonisches Werk Würzburg e.V.: 12.280
insgesamt: 46.050


Der Freistaat Bayern gewährt den Trägern zu den Personalkosten der Suchtpräventionsfachkräfte Zuschüsse als freiwillige Leistungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

3.
Die Zahl der Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsen im Alter zwischen 10 und 19 Jahren, die im Krankenhaus wegen akuter Alkoholvergiftung behandelt werden mussten, ist immer noch hoch. Alkoholprävention – insbesondere bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen – ist ein wichtiger Aspekt der bayerischen Drogenpräventionspolitik. Der Freistaat Bayern fördert daher die flächendeckende Implementierung des Präventionsprojektes „HaLT“ (Hart am Limit) mit einer staatlichen Zuwendung in Höhe von 34.300 €.

Ziel dieses Projektes ist es, Alkoholmissbrauch bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen vorzubeugen und bereits gefährdete junge Menschen durch gezielte Maßnahmen vor einem Abgleiten in die Abhängigkeit zu bewahren.    

Im Regierungsbezirk Unterfranken wurden erstmals im Jahr 2008 drei Präventionsprojekte eingerichtet und staatlich gefördert. In den Jahren 2009, 2010 und 2011 konnte jeweils ein weiteres Projekt eingerichtet werden, so dass seitdem insgesamt sechs Präventionsprojekte mit einem Festbetrag staatlich gefördert werden konnten.

Im Einzelnen wurden folgende Träger gefördert:

Träger Betrag in Euro
Landkreis Würzburg: 6.000
Landkreis Main-Spessart: 6.000
Landkreis Schweinfurt: 6.000
Landkreis Haßberge: 6.000
Landkreis Kitzingen: 4.300
Stadt Schweinfurt: 6.000
insgesamt: 34.300


Die Zuschüsse werden als freiwillige Leistungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel für zuwendungsfähige Sachkosten als Anschubfinanzierung bzw. zur Weiterführung der Projekte gewährt.
    
4.
Im Rahmen der staatlichen Förderung von Projekten und Maßnahmen zur Suchtprävention und Suchtbekämpfung wurde erstmals im Jahr 2008 das Projekt „FreD – Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten“ implementiert. In den Jahren 2014 und 2017 wurde jeweils ein weiteres Projekt eingerichtet, so dass aktuell drei Projekte mit 30.303 € staatlich gefördert werden konnten.

Ziel dieser Projekte ist, Jugendliche und junge Erwachsene mit riskantem Suchtmittelkonsum, die auffällig oder bereits straffällig geworden sind, oder denen ein Schulordnungsverfahren droht, zu einer kritischen Einstellung gegenüber dem Konsum von Suchtmitteln anzuregen, über gesundheitliche, rechtliche und soziale Folgen des Drogenkonsums zu informieren und Angebote im Bereich der Jugend- und Suchthilfe zu unterbreiten.

Im Einzelnen wurden folgende Träger gefördert:

Träger Betrag in Euro
Caritasverband für den Landkreis Main-Spessart e.V.: 10.225
Caritasverband für den Landkreis Haßberge e.V.: 7.808
Landkreis Schweinfurt: 12.270
insgesamt: 30.303

 

Der Freistaat Bayern gewährt den Trägern zu den Personalkosten der Fachkräfte Zuschüsse (Förderpauschalen) als freiwillige Leistungen im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel.

5.
Das Projekt „Stärkung der Selbsthilfe in Bayern im Suchtbereich“ des Vereins Selbsthilfekontaktstellen Bayern e. V., Würzburg, erhält seit dem Jahr 2010 Fördermittel des Freistaates Bayern.

Im Jahr 2017 konnte die Zusammenarbeit mit Professionellen aus der Suchtkrankenhilfe in Bayern auf verschiedenen Ebenen weitergeführt und vertieft werden.

Für das Haushaltsjahr 2017 wurden Fördergelder in Höhe von 15.630 € zur teilweisen Deckung der Personal- und Sachausgaben bei der Durchführung des bayernweiten Selbsthilfefachtages am 08.07.2017 „Angehörige von Suchtkranken“ im IBB Hotel in Passau und zur Weiterführung der zusätzlichen Telefonsprechzeit zur Verfügung gestellt.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109