Presseinfo 187/18 — 05. Juli 2018


Ein Jahrgang für Schoppenpfetzer, der Jahrgang 2017

Regierung von Unterfranken zieht Zwischenbilanz für das 1. Halbjahr 2018 bei der Qualitätsprüfung für Weine


Würzburg (ruf) –  Das Jahr 2017 war, gemessen an den vergangenen ca. 10 Jahren, ein Jahr ohne besondere klimatische Vorkommnisse für den Weinbau. Zwar gaben zunächst Spätfröste im April, von denen ca. 10 % der Rebfläche relevant betroffen waren, Anlass zur Sorge. Die dadurch bedingten Ausfälle konnten aber überraschend gut kompensiert werden. Später im Jahr war es zunächst zu trocken, dann aber (zur Erntezeit) zu feucht. Eine Tendenz, die sich leider zu verstetigen scheint. Ebenso scheint zur Regel zu werden, dass die Reben im langjährigen Vergleich immer früher austreiben, um dann eine immer frühere (und schnellere) Lese zu erfordern. Trotzdem konnten die fränkischen Winzer auch in 2017 wieder eine Ernte einfahren, die zu Hoffnungen berechtigte. Mit einem Anteil an prädikatsweingeeigneten Mosten von etwa 45 % und einem durchschnittlichen Ertrag von knapp 76 hl/ha wurden die Keller der meisten Weinbaubetriebe erneut gut gefüllt. 2017 erweist sich damit als ein besonders für Schoppenweine geeigneter Jahrgang. Die derzeit anstehenden Weinfeste versprechen demnach gut bestückt zu sein.

Zum Stichtag 30.06.2018 wurden vom Jahrgang 2017 mit rund 23,2 Millionen Liter Wein gut 50 % der gesamten Erntemenge von 46,0 Millionen Liter in der Weinprüfstelle der Regierung von Unterfranken geprüft. Im Vorjahr lag die geprüfte Menge mit 25 Millionen Liter darüber, was bei einer Gesamternte 2016 von 47,1 Millionen Liter mit rund 53 % geprüfter Menge auch rechnerisch einen höheren Anteil ergab.

Der Jahrgang 2017 ergibt die ganze Bandbreite der Qualitäten. So konnten von ansprechenden Schoppenweinen bis hin zu edelsüßen Raritäten Weine fast aller Qualitätsstufen erzeugt werden. Die Weinprüfungen ergaben in der Folge auch, dass wieder rund 96 % der angestellten Weinpartien, die für rund 98 % der geprüften Weinmenge stehen, die beantragte Amtliche Prüfnummer (A.P.Nr.) zugeteilt werden konnte. Ein für den Frankenwein erneut herausragendes Ergebnis.

Von den Anträgen auf Erteilung einer A.P.Nr. betrafen rund 23 % mit ca. 28,5 % der angestellten Weinmenge Abfüllungen im Bocksbeutel.

Erneut hat sich der Silvaner wieder sehr deutlich als „die“ fränkische Rebsorte erwiesen. Nach den Antragszahlen zur Qualitätsprüfung für Weine liegt der Silvaner wieder weit vor dem Müller-Thurgau, der zweitwichtigsten Rebsorte hierzulande. Für Silvaner-Weine gingen fast 1.700 Anträge mit einer Weinmenge von rund 6,5 Millionen Liter ein. Das entspricht einem Anteil von rund 25 % der Anträge mit gut 32 % der Weinmenge bezogen auf die eingereichten Anträge für Weine mit Rebsortenangabe. Die entsprechenden Zahlen für den Müller-Thurgau lauten: Rund 1.150 Anträge (gut 17 %) für 5,3 Millionen Liter Wein (knapp 27 %).
Weitere mengenmäßig relevante Rebsorten in Franken sind Bacchus (3,0 Millionen Liter, 15 %), Riesling (1,0 Millionen Liter, 4,9 %) und die rote Rebsorte Domina (0,8 Millionen Liter, 4,0 %). Insgesamt wurden in 2018 bislang Weine aus 61 verschiedenen Rebsorten zur Prüfung angestellt.

Das Aufkommen an Rotlingen zeigt sich auch in diesem Jahr stabil. Heuer wurden im 1. Halbjahr wieder rund 1,8 Millionen Liter entsprechend etwa 7,4 % der Weinmenge angestellt. Rotlinge sind frische, fruchtige Sommerweine, die aus dem Verschnitt von weißen und roten Trauben gewonnen werden und insbesondere als leichte Schoppenweine ihre Liebhaber finden.

Der Jahrgang 2017 war im Berichtszeitraum mit fast 89 % der angestellten Weinmenge vertreten, noch 8,6 % entfielen auf 2016er Weine, der Rest auf ältere Jahrgänge bzw. auf Weine, die ohne Jahrgangsangabe zur Prüfung angestellt wurden.

Bei einem Anteil von etwa 45 % an prädikatsweingeeigneten Mosten kamen heuer bislang rund 22 % der geprüften Weinmenge als Prädikatsweine zur Anstellung und damit weniger als im Vergleichszeitraum 2017 mit damals 26 %.

Mit insgesamt 41 Anträgen (86.500 Liter) auf Sektprüfung – nach 33 (54.000 Liter) im Vergleichszeitraum 2017 – war in 2018 ein Anstieg zu verzeichnen, der auf Grund der verzeichneten Qualitäten noch viel deutlicher hätte ausfallen dürfen.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109