Presseinfo 245/18 — 06. September 2018


Versorgung der Grund- und Mittelschulen gesichert!
Schülerzahlen weiterhin stabil – Einschulungen über Vorjahresniveau Integration junger Asylbewerber und Flüchtlinge weiterhin große Herausforderung
Digitalisierung an Unterfränkischen Schulen wird vorangetrieben

Unterfränkische Schullandschaft im Schuljahr 2018/2019

Würzburg (ruf) – Die Entwicklung der Schülerzahlen, die daraus resultierenden organisatorischen Anpassungen bei der Klassenbildung, die schulorganisatorischen Herausforderungen vor dem Hintergrund der Integration junger Asylbewerber und Flüchtlinge, die in diesem Jahr wieder ausgeglichene Versorgung mit Lehrerstellen und die Herausforderungen der Digitalisierung der Schulen standen im Zentrum der diesjährigen Schuljahrespressekonferenz, in der Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer die aktuelle Situation der Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen für das neue Schuljahr 2018/2019 darlegte.

„Erfreulich ist, dass die Schülerzahlen bei den Grundschulen mit einem Plus von 202 Schülern (+ 0,48%) im dritten Jahr in Folge insgesamt wieder positiv sind, wobei im Besonderen die Region Main-Rhön hervorsticht. Der über Jahre rückläufige Trend erscheint damit gebrochen. Die Zahl der Schulanfänger halten in etwa das Niveau (- 7 Schüler bei insgesamt 10.495 Schulanfängern)“, so Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer in seinem diesjährigen Fazit. Der Anteil der kleinen Grundschulen geht erfreulicherweise wieder zurück: In Unterfranken gibt es im Schuljahr 2018/19 insgesamt nur noch 37 staatliche Grundschulen bzw. Grundschulstufen an Volksschulen (Vorjahr 47), die von weniger als 80 Schülern besucht werden. An 13 Grundschulen (Vorjahr 18) werden weniger als 4 Klassen unterrichtet. Die schulorganisatorischen Herausforderungen für die Schulverantwortlichen, vor allem bei der Lehrerversorgung kleiner Schulen, bleiben aber bestehen“, so der Regierungspräsident.

Der Regierungspräsident betonte erneut, dass die Mittelschulen – zu Recht – bei Schülern, Eltern, aber auch bei den Betrieben ein hohes Ansehen genießen. Nach dem Zuwachs im vorletzten Schuljahr von rund 2 %, dem Rückgang von –1,3 % im letzten Schuljahr müssen die Mittelschulen auch im kommenden Schuljahr einen leichten Schülerrückgang verzeichnen. Gründe dafür liegen in der demographischen Entwicklung und dem Rückgang der Flüchtlingszahlen. Die Bayerische Mittelschule erweist sich aber dank ihrer vielfältigen Wahlmöglichkeiten weiterhin für viele Schülerinnen und Schüler als ein berufsnahes und damit adäquates Modell. Eltern und Jugendliche schätzen das Angebot an Praxisanteilen und Berufsorientierung, was sich vor allem in der Projektprüfung als wichtigem Teil der Abschlussprüfungen widerspiegelt. Etwa ein Drittel aller Mittelschüler erreichen den Mittleren Schulabschluss, zwei Drittel den qualifizierenden Mittelschulabschluss bzw. den erfolgreichen Mittelschulabschluss. Bei den Zahlen der Abgangsschüler ohne Abschluss befindet sich Unterfranken im Landesdurchschnitt.

„Gut ausgebildete Mittelschüler sind insbesondere für unsere Handwerksbetriebe unentbehrlich, und Handwerk hat Zukunft. Hier bieten sich auch langfristig gute Berufschancen. Für eine qualitativ hochwertige berufsnahe Ausbildung sind unsere Mittelschulen gut gerüstet“, so der Regierungspräsident. Er dankte erneut den vielen engagierten Lehrkräften, die zum positiven Image der Mittelschulen beitragen. Dennoch: Einzelne Standorte von Mittelschulen in den Mittelschulverbünden sind aufgrund regionaler Gegebenheiten möglicherweise nicht langfristig gesichert. So beträgt auch im kommenden Schuljahr die Anzahl kleiner Standorte staatlicher Mittelschulen mit einer Schülerzahl unter 100 immer noch 27 Standorte (Vorjahr allerdings noch 28 Standorte).

Zur Stabilisierung der Schülerzahlen haben in den letzten Jahren auch die Asylbewerberzugänge beigetragen, wenngleich die aktuellen Neuzugänge erneut rückläufig sind. Dem Rechnung tragend, stehen den Schulämtern Förderstunden für Deutschförderklassen, Deutschförderkurse und Deutschklassen (an Stelle der früheren Übergangsklassen) zur Verfügung. Die Zahl der vormaligen Übergangsklassen, jetzt Deutschklassen ist etwas rückläufig. So gehen zum Schuljahresanfang 2018/2019 insgesamt 49 Deutschklassen an den Start (Schuljahresende Vorjahr 2017/2018: 52 Übergangsklassen).

„Die Schullandschaft ist und bleibt in Unterfranken in Bewegung“, betonte auch der zuständige Bereichsleiter Schulen der Regierung von Unterfranken, Abteilungsdirektor Gustav Eirich. „Die durchschnittliche Schülerzahl pro Klasse im Grund- und Mittelschulbereich liegt seit Jahren stabil bei rund  20 Schülern“, stellte der Bereichsleiter vor dem Hintergrund der aktuellen Zahlen zum Schuljahresanfang heraus. So starten bei einem Plus der Gesamtschülerzahlen (+ 0,17 %) bei den Grund- und Mittelschulen 3.080 Klassen ins neue Schuljahr, 12 Klassen mehr als im Vorjahr. In rund 92 % der Klassen werden jeweils bis maximal 25 Schüler unterrichtet. Die Zahl der kleinen Klassen bis zu 20 Schülern beträgt 1.679, was einen Anteil von rund 54 % an der Zahl der Gesamtklassen ausmacht.  

Die Lehrerversorgung ist für das kommende Schuljahr ausgeglichen. Sie liegt auf dem Niveau des Vorjahres. Zugängen im Umfang von insgesamt 266 Vollzeitkontingenten (Vorjahr 300) stehen Abgänge aufgrund von in Ruhestand bzw. in die Freistellungsphase gegangener Lehrkräfte in gleicher Höhe gegenüber. Somit ergibt sich hinsichtlich der Zu- und Abgänge eine ausgeglichene Bilanz. Der Bedarf übersteigt in diesem Jahr das Angebot an Lehrkräften – zu 151 Neueinstellungen in Unterfranken in ein Beamtenverhältnis auf Probe, 90 ein- bzw. zweijährige Qualifizierungsmaßnahmen für Gymnasial- bzw. Realschullehrkräfte wurden noch 25 befristete Verträge zur Verstärkung der Mobilen Reserve (für das ganze Jahr inklusive Bezahlung der nächsten Sommerferien) abgeschlossen. Die oben genannten 266 Vollzeitkontingente ergeben sich im Rahmen eines bayernweiten Ausgleichs. Weil der Bedarf an Lehrkräften in Oberbayern aufgrund hoher Schülerzuwächse nach wie vor sehr hoch ist, erhalten von 235 (Vorjahr 238) in ein Beamtenverhältnis einzustellenden Lehrkräfte aus Unterfranken 84 ein Angebot in Oberbayern. Gleichzeitig können 59 Lehrkräfte vor allem aus Oberbayern im Rahmen des Lehrerausgleichs nach Unterfranken versetzt werden. Im Versetzungsverfahren waren noch 8 Lehrkräfte nach Oberfranken und Schwaben abzugeben. Insgesamt aber ein ausgeglichenes Ergebnis im Hinblick auf die unterfränkische Lehrerversorgung.

Auch im Bereich der Förderschulen gibt es wichtige Themen, die das neue Schuljahr prägen:

Die Schülerzahlen bei den Förderschulen bleiben erneut konstant, steigen sogar leicht an. Auch vor dem Hintergrund, dass Eltern behinderter Kinder jetzt grundsätzlich selbst entscheiden können, ob ihr Kind auf eine allgemeine oder auf eine Förderschule gehen soll, zeigt dies weiterhin den hohen Stellenwert, den unsere Förderschulen genießen. Für das Schuljahr 2018/2019 sind 6.261 Schülerinnen und Schüler an den unterfränkischen Förderzentren (ohne Schule für Kranke und Berufsschulen zur sonderpädagogischen Förderung) gemeldet. Einer weiteren unterfränkischen Förderberufsschule (zu den bestehenden zwei Schulen) wurde das Schulprofil Inklusion verliehen: Johannes-de-la-Salle Berufsschule Würzburg.
 
Neuigkeiten gibt es auch bei den Berufsschulen zu vermelden:

Auch an den Berufsschulen wird für das Schuljahr 2018/19 nur von einer geringen Änderung der Schülerzahlen ausgegangen. Erwartet werden wieder etwas mehr als 26.000 Schülerinnen und Schüler. Die Anmeldezahlen für die mehr als 100 unterfränkischen Berufsfachschulen sind in den meisten Berufsbildern gut. Viele junge Menschen sehen Ihre Chancen im beruflichen Fortkommen, die ihnen Fachschulen (Techniker- und Meisterschulen) und Fachakademien bieten.

Im kommenden Schuljahr 2018/19 bleiben die Bildungsangebote für berufsschulpflichtige Asylbewerber und Flüchtlinge auf hohem Niveau. Vor dem Hintergrund sinkender Neuzugänge sinken allerdings auch die Klassenzahlen etwas. Dennoch kann jedem interessierten jungen Menschen mit Fluchthintergrund ein Angebot in diesem 2-jährigen Beschulungssystem gemacht werden. Nach den derzeitigen Planungen stehen im September 2018 in mehr als 90 Klassen rund 1.850 Schulplätze für Flüchtlinge zur Verfügung.  Auch in den Berufsschulen werden Deutschklassen eingerichtet, in denen berufsschulpflichtige Schülerinnen und Schüler mit Fluchthintergrund unterrichtet werden, die Alphabetisierungsbedarf haben. In der anschließenden Berufsintegrationsvorklasse sollen nun das Sprachniveau verbessert und Kompetenzen erworben werden, die die Grundlage für ein erfolgreiches 2. Beschulungsjahr in der Berufsintegrationsklasse bilden. Ein wichtiges Anliegen ist es, dass die Schülerinnen und Schüler die Zeit der berufsvorbereitenden Maßnahmen nutzen und ein gutes Rüstzeug für die weitere berufliche Integration erwerben.

Die unterfränkischen Schulen machen sich fit für zukünftige digitale Herausforderungen.

Stichwort: Industrie 4.0 - Wirtschaft 4.0 – Digitale Transformation bei den Berufsschulen

Die Digitalisierung in der industriellen Fertigung, bekannt unter dem Schlagwort „Industrie 4.0“, verändert viele berufliche Tätigkeiten und damit auch den Bildungsauftrag unseres beruflichen Schulsystems. Nachdem der Begriff im Laufe der Zeit auf „Wirtschaft 4.0“ geändert wurde, spricht man heute von der „Digitalen Transformation“, um den Innovationen in allen Berufsfeldern gerecht zu werden. Waren in der ersten Runde der zentralen und regionalen Lehrerfortbildungen vor allem die industriellen Berufe im Fokus, so wird das Konzept nun im kommenden Schuljahr in Richtung Kaufmännische Berufe sowie in Richtung Handwerk erweitert.

Stichwort: Digitalisierung der Schulen bei allen Schularten

Die Umsetzung des Masterplans BAYERN DIGITAL II im Schulbereich hat weiter an Fahrt aufgenommen. Die unterfränkischen Schulen sind auf die Herausforderungen, die auf sie zukommen, vorbereitet. Insgesamt drei Fördermaßnahmen mit einem Gesamtbudget von 212,5 Mio. Euro dienen im Rahmen des Masterplans BAYERN DIGITAL II der Verbesserung der IT-Ausstattung der bayerischen Schulen. Davon profitieren auch die unterfränkischen Schulen aller Schularten. Die 2017 an der Regierung von Unterfranken gegründeten Arbeitskreise „Digitale Bildung“ und „Medientandems zur Schulentwicklung“ haben ihre Arbeit bereits im letzten Schuljahr begonnen. Eine Koordinatorin digitale Bildung wurde bereits an die Regierung berufen. Im Juni 2018 wurden die „Richtlinien für die Gewährung von Zuwendungen aus dem Förderprogramm des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus -
Digitalbudget für das digitale Klassenzimmer“ veröffentlicht, so dass die Grund-, Mittel-, Förder- und Berufsschulen auf der Basis ihrer im Schuljahr 2017/2018 entwickelten Medienkonzepte, die Teil des Schulentwicklungsprogrammes sind, nun an die zielführende Planung der Ausstattung ihrer Schulen mit digitaler Hardware gehen können, die sie auf die Förderrichtlinien abstimmen.


Hinweis:
Die Regierung von Unterfranken ist für Grund- und Mittelschulen, Berufliche Schulen und für Förderschulen in ganz Unterfranken zuständig. Zu den Aufgaben gehören hierbei insbesondere Personaleinsatz und -verwaltung, Schulorganisation, Schulentwicklung, Lehrerfortbildung und vieles mehr.

Anlagen (im Internet bei dieser Pressemitteilung abrufbar)
Ausführliches Statement zur Schuljahrespressekonferenz
1 Karte (Mittelschulen in Unterfranken zum Stand: 01.08.2018)

 

Anlagen

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

Dokument Typ Dateigröße
Ausführliches Statement zur Schuljahrespressekonferenz 2018 PDF 706 KB
Karte Mittelschulen in Unterfranken mit Schulverbünden 2018-2019 PDF 1.424 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109