Presseinfo 273/18 — 09. Oktober 2018


„Beeindruckende Beispiele einer aktiven Bürgergesellschaft“ – „Die Bedeutung der Stiftungen in der heutigen Zeit“

 

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Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer heißt die
rund 200 Teilnehmer in der Würzburger Neubau-
kirche herzlich willkommen.
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Würzburg (ruf) – „Die Bedeutung der Stiftungen in der heutigen Zeit“ – unter diesem Motto stand der diesjährige Tag der Stiftungen, den der Initiativkreis Würzburger Stiftungen zusammen mit der Regierung von Unterfranken in der Neubaukirche in Würzburg feierte.

Ein besonderes Datum in diesem Jahr, denn vor 70 Jahren, genauer gesagt am 20. September 1948, wurde der Bundesverband Deutscher Stiftungen –  der größte und älteste Stiftungsverband Europas –  in Würzburg gegründet. In einer Stadt, die heute – gemessen an der Zahl der Stiftungen pro 100 000 Einwohner – als die Stiftungshauptstadt Deutschlands gilt.

Der seit 2013 bundesweit stattfindende Tag der Stiftungen ist der deutsche Beitrag zum European Day of Foundations and Donors und wird für den Raum Würzburg von Beginn an durch den Initiativkreis Würzburger Stiftungen organisiert. Diesem gehören die Stiftungen Juliusspital und Bürgerspital zum Hl. Geist, die Blindeninstitutsstiftung, die Dirk Nowitzki Stiftung und die Stiftung SOS Familie der Ritaschwestern an. Zusammen mit der Regierung von Unterfranken haben sie den 70. Stiftungsgeburtstag zum Anlass genommen, Stiftungen aus Unterfranken zur Feier in die Würzburger Neubaukirche einzuladen.

426 öffentliche Stiftungen gibt es im Zuständigkeitsbereich der Regierung von Unterfranken, sagte Dr. Paul Beinhofer bei der Begrüßung der rund 200 Gäste. „Sie sind beeindruckende Beispiele einer aktiven Bürgergesellschaft, die volle Unterstützung verdient“, machte der Regierungspräsident deutlich. „Ihre Stiftungen bereichern auf unbezahlbare Weise das kulturelle, soziale, wissenschaftliche und wirtschaftliche Leben in unserer Region.“ Beinhofer hob in seiner Rede in diesem Zusammenhang auch die Wichtigkeit der staatlichen Stiftungsaufsicht der Regierung von Unterfranken hervor. Besonders am Herzen liege ihm, dass der Stiftungsgedanke auch in die nächsten Jahrzehnte weitergetragen werde. So seien seit dem Jahr 2000 in Unterfranken allein rund 200 öffentliche Stiftungen dazu gekommen. Auch künftig werde die Regierung von Unterfranken durch kompetente, unbürokratische und an den Bedürfnissen der Stiftungen orientierte Beratung deren Wirken unterstützen.

Mit 22.500 Stiftungen sei Deutschland die erste Adresse, was Stiftungstradition angehe, erklärte Prof. Dr. Joachim Rogall, der Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen, in seinem Festvortrag. In den vergangenen 30 Jahren kamen Stiftungsgründungen auch in ganz Deutschland richtig gut voran. Acht von zehn Stiftungen wurden seit 1990 gegründet. „Stiftungen sind Ausdruck der freiheitlichen Verfassung eines Landes und wichtig für das gesellschaftliche Klima und die öffentliche Wahrnehmung. Sie sind wichtige Partner des Staates und werden in der Zukunft immer bedeutendere Rollen einnehmen“, sagte Rogall.

Stifter müssen auch unternehmerisch denken – das gilt heutzutage mehr denn je, erklärte Felix Oldenburg, der Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen bei der anschließenden Podiumsdiskussion mit den Mitgliedern des Würzburger Initiativkreises. Und natürlich brauchen Stiftungen auch die Anerkennung durch Staat und Kommunen. „Stiftungen können für unser Gemeinwesen neue Wege anstoßen und inspirierend sein“, machte Johannes Spielmann, Vorstand der Blindeninstitutsstiftung deutlich. „Stiftungen sind ein ganz wichtiger Bestandteil innerhalb einer Kommune, darauf können sie stolz sein.“

Er ist „Ermutiger“ von Beruf und fest davon überzeugt, dass die Menschen gerade in der heutigen Zeit mehr denn je Ermutigung benötigen, um das Gute zu sehen und daraus folgend zu säen. Johannes Warth hat sich diesen Beruf zur Lebensaufgabe gemacht und begeisterte die Festgäste bei seinem „Motivationsimpuls“ mit Wortwitz, Bildersprache und komödiantischen Einlagen. Sein Ziel: festgefahrene Verhaltensweisen zu lösen und neue Denkanstöße und Perspektiven aufzeigen hatte er fest im Blick als er die Gäste aufforderte, „Werden Sie Stifter im Kleinen und Sie werden staunen, was durch Sie ins Rollen kommt.“ In der ganzen Welt ist Deutschland als „Land der Dichter und Denker“ bekannt. Vielleicht wird es einmal in das „Land der Stifter und Schenker“ umbenannt, wünschte Mutmacher Johannes Warth abschließend den anwesenden Gästen.

Zum weiteren Hintergrund:

Würzburg gilt – gemessen an der Anzahl der Stiftungen pro 100.000 Einwohner – als „Stiftungshauptstadt Deutschlands“. Aktuell gibt es 138 rechtsfähige Stiftungen mit Sitz in Würzburg, davon verfolgen 127 Stiftungen öffentliche/gemeinnützige Zwecke und 11 Stiftungen private Zwecke. Die große Anzahl der gemeinnützigen Stiftungen bestätigt das starke bürgerschaftliche Engagement in Würzburg und einen guten Zusammenhalt der Bürgerinnen und Bürger untereinander.

Älteste heute in Unterfranken noch existierende Stiftung ist die Hospitalstiftung Stadtprozelten, gegründet zwischen 1305 und 1311 von Gräfin Elisabeth von Hohenlohe. Die Stiftung betreibt heute ein Alten- und Pflegeheim in Amorbach. Etwa zur gleichen Zeit wurde die Stiftung Bürgerspital zum Heiligen Geist in Würzburg errichtet.

Aktuell gibt es über 475 rechtsfähige Stiftungen in Unterfranken.

Anlagen:

Bild 1: Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer heißt die rund 200 Teilnehmer in der Würzburger Neubaukirche herzlich willkommen. (siehe oben)

Bild 2: Auf dem Podium (von links nach rechts): Johannes Spielmann (Vorstand Blindeninstitutsstiftung), Walter Herberth (Oberpflegamtsdirektor Stiftung Juliusspital Würzburg), Silke Mayer (1. Vorsitzende Dirk-Nowitzki-Stiftung), Schwester M. Rita-Maria Käs (OSA, Generaloberin Ritaschwestern), Annette Noffz (Stiftungsdirektorin Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist), Regierungspräsident Dr. Paul Beinhofer, Prof. Dr. Joachim Rogall (Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen) und Simone Thaler (Moderatorin, Bundesverband Deutscher Stiftungen).

Bild 3: Podiumsgespräch (von links nach rechts): Walter Herberth (Oberpflegamtsdirektor Stiftung Juliusspital Würzburg), Johannes Spielmann (Vorstand Blindeninstitutsstiftung), Felix Oldenburg (Generalsekretär des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen), Silke Mayer (1. Vorsitzende Dirk-Nowitzki-Stiftung), Schwester M. Rita-Maria Käs (OSA, Generaloberin Ritaschwestern), Kathleen Regan (Stiftungsaufsicht Regierung von Unterfranken) und Annette Noffz (Stiftungsdirektorin Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist).

Bild 4: Motivationsimpuls: Johannes Warth begeisterte und ermutigte die Festgäste mit seinem „Motivationsimpuls“ auf humorvolle Weise, in ihren Anstrengungen nicht nachzulassen.

Anlagen

Hier können Sie u. a. Formulare, Dokumente, Präsentationen, Bilddokumente mit weiteren Informationen herunterladen.

(Fotos: Johannes Hardenacke/Regierung von Unterfranken)

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Tag der Stiftungen - Bild 3 Bild 2.560 KB
Tag der Stiftungen - Bild 4 Bild 1.642 KB

Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109