Presseinfo 281/18 — 11. Oktober 2018


Gaalogo 220

Beseitigung der Sturmschäden

Arbeitsschutz auch in Notsituationen

Würzburg (ruf)  – „Den Beginn des Herbstes stürmisch eingeläutet“, „Weltuntergang im Norden Unterfrankens“ so und ähnlich lauteten die Pressemeldungen zum ersten Herbststurm „Fabienne“. Die Schäden, die „Fabienne“ angerichtet hat, sind mancherorts beträchtlich; ebenso beträchtlich war die Anzahl der damit verbundenen Rettungseinsätze und der Umfang der Aufräumarbeiten. Nicht nur Polizei, Rettungskräfte, Feuerwehr und THW waren innerhalb kürzester Zeit gefordert, sofortige Hilfemaßnahmen zu leisten, sondern auch Forstarbeiter oder Handwerker wie Dachdecker, Elektriker und Baumpfleger. Auf Grund der Zeitknappheit und der gesteigerten Anzahl der Fälle sind die Rettungskräfte und Helfer oft gezwungen zu improvisieren und haben keine Zeit für sorgfältige Planung und Vorbereitung. Dabei darf jedoch der Schutz der an den Aufräum- und Sicherungsmaßnahmen beteiligten Personen nicht in den Hintergrund rücken.

Sind keine Personen von unmittelbarer Gefahr durch Sturmschäden bedroht, steht der Schutz der Helfer, Handwerker und Arbeiter im Vordergrund, auch wenn es sich um handwerkliche Notfälle handelt.

Folgende Arbeitsschutzmaßnahmen sind auch bei Aufräumarbeiten von Sturmschäden zu beachten:

Absturzsicherung
Absturzgefahr besteht bereits bei einer Absturzhöhe von mehr als 1 Meter. Auf Baustellen müssen im Allgemeinen Schutzvorrichtungen bei mehr als 2 Meter Absturzhöhe vorhanden sein. An Wandöffnungen, an freiliegenden Treppenläufen und -absätzen sind jedoch auch auf (kurzfristigen) Baustellen bei mehr als 1 Meter Absturzhöhe Schutzmaßnahmen gegen Absturz zu treffen.

Befinden sich die Arbeitsplätze oder Verkehrswege am oder über Wasser sind unabhängig von der Absturzhöhe Schutzvorrichtungen vorzusehen.

Schutz vor herabfallenden Gegenständen
Äste, lose Ziegel, Ziegelbruch, baufällige Dächer oder sonstige in Mitleidenschaft gezogene Bauteile können Personen, die sich im Gefahrenbereich aufhalten, gefährden. Gefahrenbereiche sind demnach durch geeignete Schutzvorrichtungen abzugrenzen und zu kennzeichnen. Sobald die Gefahr von herabfallenden Gegenständen besteht, ist ein Helm zum persönlichen Schutz unabdingbar.


Schutz vorm Einbrechen durch instabilen Untergrund
Stürme hinterlassen nicht nur sichtbare Schäden. Die Tragfähigkeit von Bauteilen, wie z.B. Dächern, kann beeinträchtigt worden sein, so dass die Begehbarkeit nicht mehr gewährleistet ist. Manche Materialien bieten aber auch ohne vorangegangenen Sturm keine ausreichende Tragfähigkeit, wie z.B. Wellfaser- bzw. Wellasbestzementplatten. Insbesondere bei Arbeiten an höhergelegenen Arbeitsplätzen ist somit zu prüfen, ob der Untergrund eine ausreichende Tragfähigkeit aufweist.

Schutz vor elektrischer Spannung
Vorhandene elektrische Freileitungen, die gegebenenfalls durch den Sturm in Mitleidenschaft gezogen wurden, müssen freigeschaltet oder entsprechend abgeschirmt werden.

Schutz vor Stolpern, Stürzen, Rutschen
Durch den Sturm werden oftmals auch die Verkehrswege an der Arbeitsstätte durch Bruchstücke, Äste oder sonstige umherfliegende Teile verlegt. Hinzu kommt noch die Rutschgefahr bei Nässe. Hier ist es wichtig die Verkehrswege im Vorfeld zu räumen und auf geeignetes Schuhwerk zu achten.

Generell ist zu berücksichtigen, dass technische bzw. kollektive Schutzmaßnahmen (z.B. 3-teiliger Seitenschutz) den persönlichen Schutzausrüstungen (z.B. Gurt & Höhensicherungsgerät) vorzuziehen sind. Denn gerade in der hohen Arbeitsbelastung in der Zeit nach dem Sturm sollten die Sicherheitseinrichtungen nicht auch noch von individuellen Verhalten abhängig sein.


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109