Geschichte des Regierungsbezirks Unterfranken


Historische Entwicklung - Unterfranken wird bayerisch -

Nachdem in weiten Teilen Unterfrankens Jahrhunderte lang die Fürstbischöfe von Würzburg auch die weltliche Herrschaft inne hatten, brachen zu Beginn des 19. Jahrhunderts große Veränderungen an.

Im Frieden von Luneville am 9. Februar 1801 war die Aufhebung der geistlichen Fürstentümer beschlossen worden. Das Hochstift Würzburg, die fränkischen Abteien und Reichsstädte erhielt Kurfürst Maximilian IV. Joseph von Pfalz Bayern als Entschädigung für seine an Frankreich abgetretene linksrheinischen Gebiete.

Am 27. November 1802 ging der letzte Fürstbischof Georg Karl von Fechenbach nach Schloß Werneck, wo er als weltlicher Herrscher abdankte - nur das Bistum Würzburg war ihm geblieben. Die erste bayerische Herrschaft dauerte nur kurz. Durch den Frieden von Preßburg von 1805 zwischen Napoleon und Österreich wurde das Würzburger Land wieder von Bayern abgetrennt und an den Kurfürsten Ferdinand von Toskana gegeben, einem Bruder Franz des II. dem letzten Kaiser des heiligen römischen Reiches deutscher Nation.

1814 kam das Großherzogtum Würzburg durch einen Vertrag Bayerns mit Österreich wieder und jetzt endgültig an Bayern. Der Vertrag wurde durch die Wiener Schlußakte vom 09.06.1840 bestätigt. Die Bevölkerung zählte nun zu den Untertanen des bayerischen Königs Max des I. Josef von Bayern.

Ebenfalls bayerisch wurde 1814 das Fürstentum Aschaffenburg, das heute dem Gebiet des bayerischen Untermains entspricht und bis dato eine eigene historische Entwicklung aufwies.

Aschaffenburg war 974 dem neugegründeten Stift Peter und Alexander geschenkt worden und gehörte etwa seit dem 10. Jahrhundert zum Erzbistum und Erzstift Mainz, welches von hier aus weitere Gebiete in Mainfranken bis in den Spessart und den Odenwald einnehmen konnte. Einem weiteren Vordringen über den Spessart hinaus setzten sich die Grafen von Rieneck entgegen. Nach ihrem Aussterben im Jahre 1559 übernahm das Erzbistum ihre Erbschaft und erhob Lohr zu einer Oberamtsstadt. Im 16. Jahrhundert wurde die Bedeutung Aschaffenburgs und seines Umlandes durch die Gründung eines Generalkommissariates nochmals unterstrichen. Der Säkularisation 1803 fiel aber auch das Mainzer Oberstift zum Opfer. Unter Napoleons Herrschaft entstand das Fürstentum Aschaffenburg, zum Fürsten des Gebietes ernannte er den Erzbischof von Mainz und Kurfürsten Karl-Theodor von Dalberg. 1806 wurden dem Fürstentum die Reichsstadt Frankfurt und 1810 auch noch die Fürstentümer Hanau und das ehemalige Hochstift Fulda einverleibt. Von 1810 bis 1813 hieß der Staat unter Führung Dalbergs Großherzogtum Frankfurt, die Residenz blieb weiterhin Aschaffenburg. 1813 löste sich das Großherzogtum Frankfurt nach den ersten Niederlagen Napoleons und der Resignation Dalbergs wieder auf. Das Fürstentum Aschaffenburg fiel am 26. Juni 1814 an das Königreich Bayern.

Mit dem Jahr 1814 wurde der mainfränkische Raum Teil der gesamtbayerischen Geschichte. Die neugewonnenen Landesteile erhielten zunächst den Namen Untermainkreis und ab 1838 den Namen Regierungsbezirk Unterfranken und Aschaffenburg.

Wesentlich zu einer günstigen Entwicklung zwischen Franken und Bayern trug in der folgenden Zeit bei, dass Kronprinz Ludwig mit seiner Familie in den Schlössern Würzburg und Aschaffenburg residierte und seine Verbundenheit mit den Unterfranken auch in seiner Zeit als König durch die Errichtung verschiedener Bauwerke (Julius-Echter-Denkmal, Pompejanum, Förderung der Heilbäder Brückenau, Kissingen) dokumentierte.

Regierungssitz war und blieb seit 1814 Würzburg für den gesamten Regierungsbezirk.

Karte der territorialen Verhältnisse in Unterfranken am Ende des Alten Reiches (1792)

Karte der territorialen Verhältnisse in Unterfranken am Ende des Alten Reiches (1792)

Bearbeitet von W. Schenk nach H.-H. Hofmann, Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken, Reihe II, Heft 1a, München 1958
Kartographie: W. Weber, Geographisches Institut der Universität Würzburg 1997

Die Chronologie zur Verwaltungsgeschichte in Unterfranken (Stand: Juni 2016)

Stand: 15. März 2017