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Nachhaltiger Gewässerschutz in Unterfranken, Erreichung der Güteklasse II in allen Flüssen und Bächen; Überblick über Probleme und die gewässerökologische Situation mit Hilfe der Gewässergütekarte.
Beschreibung
Unterfranken ist, gemessen an den übrigen Gebieten Bayerns, ausgesprochen wasserarm. Das natürliche Wasserdargebot ist relativ gering und beträgt nur rund ein Drittel der im bayerischen Donaugebiet verfügbaren Wassermenge.
Folglich ist auch die Gewässerdichte in Unterfranken relativ gering. Abgesehen vom Main gibt es keinen großen Fluss. Lediglich die Fränkische Saale, Sinn, Wern, Tauber, Mud, Kahl und die Baunach haben etwas mehr Wasserführung. Auf Grund der hohen Bevölkerungsdichte muss unseren abflussschwachen Gewässern seit alters her eine hohe Abwasserbelastung zugemutet werden. Nur durch hohe Anforderungen an die Abwasserreinigung konnten deshalb in Unterfranken erträgliche Güteverhältnisse erreicht werden.
Die gewässerbiologischen Güteuntersuchungen der letzten vierzig Jahre zeigen, dass im Gewässerschutz durch den Bau von Abwasseranlagen wesentliche Verbesserungen erzielt wurden. In etwas mehr als einer Generation sind bis heute rund 98 % der unterfränkischen Bevölkerung an biologische Kläranlagen angeschlossen. Zwischenzeitlich wurden an vielen Kläranlagen Bemühungen zum Nährstoffabbau ergriffen und die Phosphor- und Stickstoffbelastungen sowie die damit verbundene Eutrophierung deutlich verringert. Gewässer, die früher extrem belastet waren, weisen heute einen durchwegs zufriedenstellenden Zustand auf. Sie sind heute klar und sauber so dass selbst seltene Tierarten in ihnen wieder einen angemessenen Lebensraum finden.
Künftig wird in allen Flüssen und Bächen die Güteklasse II angestrebt. Dieses Ziel ist bei mehr als der Hälfte aller Gewässerstrecken schon erreicht. Aber es bedarf noch erheblicher Anstrengungen, um dies bei allen Fließgewässern zu verwirklichen.
Gleichzeitig muss die Renaturierung der kleinen Bäche forciert werden. Der ökologische Ausbau, ein großzügiger, angemessener Ufergehölzstreifen und die Extensivierung der Aue tragen entscheidend zum Gewässerschutz und Grundwasserschutz bei. Sie steigern die natürlichen Selbstreinigungsvorgänge und bremsen den Nährstoffeintrag. Hierdurch wird langfristig auch eine Entlastung der kleineren Gewässer und der flächige Schutz unserer natürlichen Wasserressourcen erreicht.
Die Gewässergütekarte dokumentiert den aktuellen Zustand unserer Gewässer und gibt einen Überblick über 40 Jahre Gewässergüte-Entwicklung in Unterfranken. Die aktuellen Güteverhältnisse zeigen die Perspektiven für die künftigen Gewässerschutzbemühungen der staatlichen Verwaltung und der für die Abwasserbeseitigung verantwortlichen Städte und Gemeinden auf.
Mit der neugestalteten Gewässergütekarte wird das Thema Gewässergüte in seiner ganzen Vielfalt dargestellt. Auf der Kartenrückseite ist die komplexe Thematik des modernen Gewässerschutzes, der Abwasserreinigung, Nährstoffbelastung und Trophie, der Versauerung, Strukturgüte und Artenvielfalt illustriert. Damit reiht sich die Gewässergütekarte nahtlos in unsere Bemühungen um einen nachhaltigen Gewässer- und Grundwasserschutz ein. Unter der Rubrik "Formulare und Merkblätter" stehen Ihnen diese Themen als PDF-Dateien zum kostenlosen Download bereit.
Die "Gewässergütekarte 2001" sowie die Broschüre "Gewässerpflegekonzept für den staugeregelten Main, Wasserwirtschaftliches Leitbild mit Entwicklungszielen", herausgegeben von der Regierung von Unterfranken, können Sie bei obiger Adresse in Papierform kostenfrei bestellen.
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Stand
23. August 2011