Insolvenzberatungsstellen


Ihre Ansprechstelle:

Soziales und Jugend
Tel: 0931/380-1007
Fax: 0931/380-2007
Raum H 68 , Peterplatz 9
97070 Würzburg

Beschreibung

Die Zahl der überschuldeten Privathaushalte ist in den vergangenen Jahren erheblich gestiegen. Seit Einführung der neuen Insolvenzordnung im Jahr 1999 gibt es das Verbraucherinsolvenzverfahren, ein vereinfachtes Sonderverfahren, das ausschließlich für zahlungsunfähige Verbraucher gilt, die weniger als 20 Gläubiger haben. Das Verbraucherinsolvenzverfahren setzt vor den Insolvenzantrag bei Gericht den Versuch einer gütlichen außergerichtlichen Einigung mit allen Gläubigern. Hierüber muss eine anerkannte Insolvenzberatungsstelle eine Bescheinigung erstellen. Bei Scheitern der Einigung versucht das Gericht, einen von allen akzeptierten Schuldenbereinigungsplan aufzustellen. Scheitert auch dieser Versuch kann der Schuldner in einem vereinfachten Insolvenzverfahren eine Restschuldbefreiung innerhalb einer 6-Jahresfrist erreichen.

Die Insolvenzberatung (§ 305 InsO, Art. 112 ff. AGSG) umfasst eine persönliche Beratung und eingehende Prüfung der Einkommens- und Vermögensverhältnisse des Schuldners sowie Durchführung eines außergerichtlichen Einigungsversuches sowie gegebenenfalls die Erstellung eines formellen Schuldenregulierungsplanes. Bei der Schuldnerberatung (§ 11 Abs. 5 SGB XII bzw. § 16a Abs. 2 Nr. 2 SGB II) hingegen handelt es sich im Wesentlichen um die Beratung und Unterstützung bei der Lösung der finanziellen und persönlichen Probleme der Schuldner.

In Unterfranken sind derzeit 11 Insolvenzberatungsstellen gemäß § 305 InsO anerkannt (Link zum Verzeichnis der Beratungsstellen siehe unten).

Zuständigkeit für die Sicherstellung der Insolvenzberatung

Für die Sicherstellung der Insolvenzberatung sind ab 01.01.2019 die kreisfreien Gemeinden und Landkreise zuständig. Sie handeln dabei im übertragenen Wirkungskreis (Art. 113 Abs. 1 AGSG).

Anerkennung von Insolvenzberatungsstellen

Die Anerkennung der Insolvenzberatungsstellen als geeignete Stellen im Sinn der Insolvenzordnung verbleibt als staatliche Aufgabe weiterhin beim Freistaat Bayern. Geeignet im Sinne von § 305 Abs. 1 Nr. 1 der Insolvenzordnung (InsO) sind nur solche Stellen, die von der zuständigen Regierung als geeignet anerkannt worden sind (Art. 112 Abs. 1 AGSG).

Der Antrag auf Anerkennung als geeignete Stelle im Sinne von § 305 Abs. 1 Nr. 1 der Insolvenzordnung (InsO) ist formlos bei der Regierung zu stellen. Eine detaillierte Darlegung der notwendigen Unterlagen ist von der Trägerschaft und Besetzung der Stelle abhängig.

 

Rechtsgrundlagen

Art. 112 - 116 des Gesetzes zur Ausführung der Sozialgesetze (AGSG)

§ 104 der Verordnung zur Ausführung der Sozialgesetze (AVSG)

 

Weitere Informationen

Stand: 07.05.2019