Presseinfo 209/18 — 25. Juli 2018


Alarmplan Main
Regierung von Unterfranken spricht „Warnung“ aus


Würzburg (ruf) – Auf der Grundlage des

„Alarmplan für den bayerischen, staugeregelten Main –
Gewässerökologie“


hat die Regierung von Unterfranken aktuell eine

„WARNUNG“

ausgesprochen. Die Warnung gilt für den Meldebereich 1, von der Landesgrenze nach Hessen bei Kahl (Main-km 66,6) bis unterhalb der Staustufe Erlabrunn (Main-km 241,2). Sollte sich in der nächsten Zeit die Wetterlage nicht wesentlich verändern, ist weiter mit kritischen ökologischen Bedingungen zu rechnen.

Ursache der Warnung ist die derzeit anhaltende warme/ trockene Wetterlage, die auch die gewässerökologischen Verhältnisse im Main belastet. Nach dem Alarmplan Main ist eine Warnung auszusprechen, wenn an den einschlägigen Messstationen der Schwellenwert des Sauerstoffgehaltes von 5mg/l unterschritten wird. Dies ist an der Messstelle Kahl der Fall. Darüber hinaus steigen die Wassertemperaturen kontinuierlich an, so dass in den kommenden Tagen Werte über 26 °C erwartet werden können. Sommerlich bedingt weist der Main derzeit einen niedrigen Abfluss auf, der zu einer geringen Verdünnung eingetragener Stoffe führt und die ökologischen Bedingungen zusätzlich belastet.

Nach den Vorgaben des Alarmplans ist daher in den folgenden Tagen alles zu unterlassen, was zu zusätzlichen Belastungen im Main führen könnte. Dies gilt z.B. für Schlammräumungen und Baggerungen im Main und in seinen Nebengewässern, soweit sie nicht zwingend zur Aufrechterhaltung der Sicherheit und der Leichtigkeit des Verkehrs auf der Bundeswasserstraße notwendig sind. Außerbetriebnahmen (auch teilweise) von Kläranlagen für Revisionsarbeiten sind nicht mehr zulässig. Am Kraftwerk Kleinostheim wird durch die Uniper Kraftwerke GmbH in Absprache mit der Regierung von Unterfranken, dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg und mit Hilfe der Wasserschutzpolizei versucht, über Wehrbelüftung und Turbinenbelüftung des Mainwassers die Sauerstoffverhältnisse messbar zu verbessern.

Die Landratsämter und Stadtverwaltungen wurden bereits gebeten, alle Direkteinleiter (Kläranlagen und Industriebetriebe) zu verständigen.

Weitere Informationen zum Alarmplan Main, den verschiedenen Warnstufen und den damit verbundenen Maßnahmen sind im Internet-Angebot der Regierung unter Aufgaben > Umwelt > Wasserwirtschaft abrufbar.

Aktuelle Informationen zur Wasserqualität, Wassertemperatur und einen Lagebericht zur Gewässersituation (Oberflächenwasser/Grundwasser) finden Interessierte im Niedrigwasser-Informationsdienst des Freistaates Bayern .


Pressesprecher Johannes Hardenacke, Tel. 0931/380-1109, Fax 0931/380-2109