Alarmplan Main: Regierung von Unterfranken hält Warnstufe „Alarm“ im unterfränkischen Main teilweise aufrecht
046 - 03.07.2026
Alarmplan Main: Regierung von Unterfranken hält Warnstufe „Alarm“ im unterfränkischen Main teilweise aufrecht
Würzburg (ruf) – Auf Grundlage des „Alarmplans Main – Gewässerökologie“ wird aufgrund immer noch hoher Wassertemperaturen und eines zunehmenden Sauerstoffdefizits die Warnstufe „Alarm“ für den Meldebereich 1, der von der Landesgrenze zwischen Bayern und Hessen bei Kahl a.M. (Main-km 66,6) bis Würzburg (Main-km 252,3) reicht, aufrechterhalten. Für den Meldebereich 2 von Würzburg Richtung Bamberg (Flusskilometer 252,3 bis 384,2) hat sich die Situation soweit entspannt, dass von der Warnstufe „Alarm“ auf „Warnung“ abgestuft werden konnte. Die Wassermenge (Abfluss) ist derzeit unkritisch.
Aufgrund der nächtlichen Abkühlung hat sich die gewässerökologisch kritische Lage inzwischen etwas entspannt. Im Meldebereich 1 ist die Wassertemperatur allerdings immer noch auf hohem Niveau. Das 3-Stunden-Mittel liegt in Kahl a.M. und in Erlabrunn noch über 28,0°C. Vor allem im Aschaffenburger Raum haben zudem Gewitter und Starkregen zum Eintrag von Nährstoffen und Sedimenten in die Nebengewässer und den Main geführt. Dadurch wird der Sauerstoffgehalt im Main belastet. In Kahl a.M. ist er auf 4,5 mg/l Minimalwert gesunken und zeigt weiter fallende Tendenz, die über das Wochenende anhalten könnte. Das Algenwachstum wird durch die Trübstoffe stark gebremst, wodurch weniger Sauerstoff im Main produziert werden kann. Am Kraftwerk Kleinostheim wurde am 02.07.26 die Turbinenbelüftung eingeschaltet, damit der Lebensraum für Fische und Kleinlebewesen unterstützt wird. Aufgrund der angespannten Lage wird die Warnstufe „Alarm“ beibehalten.
Auch im oberen Meldebereich 2 liegen die Wassertemperaturen nicht mehr über 27°C, aber immer noch über dem Schwellenwert von 26°C im 3-Stunden-Mittel. Dadurch kann dieser Bereich von „Alarm“ in „Warnung“ abgestuft werden. Der Sauerstoffgehalt in Trunstadt lag nach Messungen des Wasserwirtschaftsamtes Bad Kissingen am 02.07.2026 bei 5,8 mg/l. Der Sauerstoffgehalt könnte aufgrund von Nährstoff- und Sedimenteinträgen nach den vergangenen Niederschlägen noch weiter abfallen. Die Situation ist weiterhin intensiv zu beobachten.
Der Abfluss ist mit 86 m³/s im 3-Tagesmittel am Pegel Trunstadt aktuell auskömmlich. Zudem unterstützt die Überleitung von Wasser aus dem Donaugebiet den Abfluss im Main.
Die Wasserwirtschaftsämter stehen mit den Betrieben, die Kühl- oder Abwasser einleiten, weiterhin in Kontakt, um den Main so gut wie möglich zu entlasten.
Die Gesamtsituation am unterfränkischen Main ist weiterhin ernst und wird durch die Wasserwirtschaftsämter Aschaffenburg und Bad Kissingen sowie die Regierung von Unterfranken engmaschig beobachtet.
Für ergänzende Informationen zu den ökologischen Auswirkungen hoher Wassertemperaturen sowie zu Verhaltensregeln für Bürgerinnen und Bürger zum Schutz des Mains verweisen wir auf unsere vorausgegangenen Pressemitteilungen zum Thema, die hier abgerufen werden können: https://www.regierung.unterfranken.bayern.de/presse/pressemitteilungen/archiv/.
Weitere Informationen zum Alarmplan Main, den verschiedenen Warnstufen (mit Schwellenwertangaben) und den damit verbundenen Maßnahmen sind zudem im Internet unter:
Alarmplan Main – Gewässerökologie - Regierung von Unterfranken abrufbar.
Aktuelle Informationen zur Gewässerqualität und zur Wassertemperatur am Main finden Interessierte auch im Niedrigwasser-Informationsdienst des Freistaates Bayern unter: http://www.nid.bayern.de/ (siehe insbesondere dort unter „Gewässerqualität/Alarmplan Main“).
