Wasserversorgung, Wasserversorgungsbilanz

Aufgrund der schwierigen klimatischen und hydrogeologischen Verhältnisse in Unterfranken muss ein besonderer Fokus auf die Sicherstellung der öffentlichen Trinkwasserversorgung gelegt werden. Die Wasserversorgungsbilanz bewertet die Situation und gibt Hinweise für künftigen Handlungsbedarf.

Beschreibung

Jedes Jahr verteilen die 309 Wasserversorgungsunternehmen in Unterfranken etwa 80 Millionen Kubikmeter Trinkwasser an Haushalte und Gewerbebetriebe. In Trockenjahren wie 2015, 2018 oder 2019 kann der Bedarf auch um fünf Millionen Kubikmeter ansteigen. Diesem Bedarf stehen in Unterfranken rund 120.000 Kubikmeter Wasser gegenüber, das uns die Natur zur Nutzung bereitstellt. Dieses natürliche Dargebot ist aber ungleich verteilt. Besonders im Bereich der Mainfränkischen Trockenplatte ist das Dargebot gering.

Grundwasser ist die Quelle für unser Trinkwasser – es fließt praktisch unter unseren Füßen. Der Boden schützt das Wasser vor äußeren Einflüssen. Doch geringe Niederschläge bedeuten, dass in vielen Bereichen die Wasservorkommen nur spärlich nachgefüllt werden. Die geringe Verdünnung führt zu erhöhten Stoffkonzentrationen im Grundwasser. Darüber hinaus kann der felsige Untergrund nur wenig Wasser speichern und das Grundwasser schlecht filtern. Diese naturgegebenen Verhältnisse belasten die Wasserqualität und erfordern hohe Anstrengungen der Wasserversorgungsunternehmen und der staatlichen Stellen.

Die Städte und Gemeinden oder die Zweckverbände als Zusammenschluss von Gemeinden sind zuständig für die Sicherstellung der Trinkwasserversorgung für die 1,3 Millionen Menschen in Unterfranken. Sie gewinnen das Wasser aus 206 oberflächennahen Quellen und 561 tiefer in den Boden reichende Brunnen. Rund 10% der geförderten Rohwassermenge überschreiten den Nitratgrenzwert von 50 mg/l und müssen deshalb technisch aufbereitet oder mit weniger belastetem Wasser gemischt werden. Der Anteil an Rohwasser mit zu hohen Nitratbelastungen hat sich in den letzten 20 Jahren etwa halbiert. Hier zeigen sich u.a. die Erfolge des Engagements vieler Wasserversorgungsunternehmen, durch Kooperationen mit Landwirten eine besonders grundwasserschonende Flächenbewirtschaftung zu erreichen.

Die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels verschärfen die natürlicherweise schon schwierigen Verhältnisse zusätzlich. Nach aktuellen Untersuchungen sollen bis 2035 die Quellschüttungen um 15% nachlassen und das Dargebot der Brunnen um 5% sinken. Die Wasserversorgungsunternehmen müssen sich auf diese Situation einstellen. Eine Sonderumfrage nach dem Trockenjahr 2015 hat ergeben, dass rund 2/3 der Unternehmen die Notwendigkeit sehen, Maßnahmen zu ergreifen. Es sind vor allem die Verringerung des Eigenbedarfs und der Verluste, Neuerschließungen von Wasservorkommen, Wassersparmaßnahmen und die Schaffung eines Versorgungsverbundes durch Zusammenschluss mit benachbarten Versorgern oder den (teilweisen) Bezug von Fernwasser.

Die Wasserversorgungbilanz Unterfranken unterstützt die Unternehmen und die Wasserwirtschaftsverwaltung, die Situation heute und in Zukunft einschätzen zu können und darauf aufbauend die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Sie bildet die aktuelle Versorgungssituation sowie künftige Entwicklungen ab, (z.B. Bevölkerung, geänderte Nutzungen, Klimawandel), untersucht die Versorgungssicherheit und macht Vorschläge für Anpassungsmaßnahmen. Die aktuelle Fassung der Wasserversorgungsbilanz finden Sie unter den weiterführenden Links.

Hinweis zum Einfluss des Corona-Virus auf das Trinkwasser

Auf die Frage, ob das Trinkwasser eine mögliche Infektionsquelle für die Übertragung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 darstellt, hat das Umweltbundesamt am 12.03.2020 eine Stellungnahme herausgegeben. Danach bietet die Trinkwassergewinnung zu jedem Zeitpunkt durch das Multibarrieren-Prinzip und durch die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik einen weitreichenden Schutz auch vor unbekannten Organismen und chemischen Stoffen. Insbesondere sind hier die Bodenpassage und die Partikelfiltration als wirksame Schritte hervorzuheben. Die Morphologie und chemische Struktur von SARS-CoV-2 sei anderen Coronaviren sehr ähnlich, bei denen in Untersuchungen gezeigt wurde, dass Wasser keinen relevanten Übertragungsweg darstellt. Die vollständige Stellungnahme finden Sie unter „Weiterführende Links“.

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Stand: 19.03.2020
Redaktionell verantwortlich: Regierung von Unterfranken