Hochwasserschutz

Überflutungen stellen häufig eine existenzgefährdende Bedrohung dar. Mit rechtzeitiger Vorsorge können Risiken wirksam vermindert werden.

Beschreibung

Die Hochwasser an Pfingsten 1999 und im August 2002, aber auch die Hochwasser in Süddeutschland im August 2005 und im Juni 2013 haben deutlich gemacht, dass die nach dem Stand der Technik ausgebildeten Hochwasserschutzmaßnahmen effektiv vor Überflutungen schützen. Jedoch sind noch lange nicht alle gefährdeten Gebiete ausreichend gesichert. Der seit Jahrzehnten von der bayerischen Wasserwirtschaftsverwaltung beschrittene Weg muss langfristig konsequent weiter beschritten werden.

Das Bayerische Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz hat hierzu das Programm "Nachhaltiger Hochwasserschutz in Bayern - Aktionsprogramm 2020 für Donau- und Maingebiet" entwickelt. Im Mai 2001 hat der Ministerrat dem Programm und seinen fachlichen Zielen zugestimmt. Nach der Flutkatastrophe 2013 im Donaugebiet beschloss die Bayerische Staatsregierung die Weiterentwicklung des Programms zum Aktionsprogramm 2020plus, kurz AP2020plus, um die Anstrengungen beim Hochwasserschutz weiter voranzubringen und den Schutz der Menschen in Bayern vor den Naturgewalten weiter zu verbessern. 2016 beschloss der Ministerrat die Erweiterung des Aktionsprogramms 2020plus um die Komponente Sturzfluten. Hierbei wird das bewährte Hochwasserrisikomanagement auf die spezifischen Anforderungen von kleinräumigen Sturzregen- und Sturzflutereignisse angepasst.

Ziele und Strategie

Der Hochwasserschutz gehört zu den elementaren Aufgaben des Staates zur menschlichen Daseinsvorsorge. Die aufgelegten Programme verfolgen seit langem eine zukunftsweisende, integrale Hochwasserschutzstrategie. Sie besteht aus den drei gleichberechtigten Handlungsfeldern

  • natürlicher Rückhalt
  • technische Hochwasserschutz und
  • Hochwasservorsorge

Mit dieser Strategie wird sowohl das Schadenspotenzial reduziert als auch ein ausreichender Hochwasserschutz erreicht. Wichtiges Element ist dabei auch ein konsequentes Management von überflutungsgefährdeten Flächen, um potenzielle Schäden gar nicht erst entstehen zu lassen. Überschwemmungsgebiete sind dabei so weit wie möglich freizuhalten bzw. angepasst zu nutzen. Sie sorgen darüber hinaus für eine Dämpfung der Hochwasserwellen zu Gunsten der Unterlieger.

Das AP2020plus gründet sich insbesondere auf das Hochwasserrisikomanagement, also auf das stetige Lernen aus aufgetretenen Hochwasserereignissen, die sukzessive bessere Vorbereitung auf künftige Überflutungen. Im Rahmen eines systematischen Risikodialogs werden Betroffene und verantwortliche Stellen auf Gefahren und Handlungsmöglichkeiten hingewiesen. Denn nur wer die Gefahren und Risiken kennt, ist auch in der Lage, wirksam Vorsorge zu treffen und im Ernstfall richtig zu handeln. Wichtige Grundlage hierfür sind Hochwasserrisikomanagement-Pläne (siehe weitere Informationen „Hochwasserrisikomanagement-Plan Main).

Darüber hinaus verfolgt das AP2020plus die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit bestehender Hochwasserschutzanlagen gegen Extremereignisse, die sogenannte Resilienz. Beispielsweise werden systemrelevante Deiche überströmungssicher ausgebildet. Stehen geeignete Talräume zur Verfügung, lassen sich mit Flutpoldern gezielt Hochwasserspitzen auffangen und die Belastungen von Hochwasserschutzanlagen reduzieren.

Kosten

Seit Bestehen des Aktionsprogramms 2020 investierte der Freistaat Bayern rund 2,5 Milliarden Euro in Maßnahmen des technischen Hochwasserschutzes, des natürlichen Rückhalts und der Hochwasservorsorge. Seit Programmbeginn konnten weitere 536.000 Einwohner vor einem 100-jährlichen Hochwasser geschützt werden. Neben baulichen Maßnahmen wurden auch die Hochwasservorhersagen kontinuierlich verbessert.

Mit dem Aktionsprogramm 2020 plus stellt die Bayerische Staatsregierung ein Gesamtvolumen von jetzt 3,4 Milliarden Euro bereit. Es ist damit das größte wasserbauliche Infrastrukturprogramm Bayerns. Neben finanziellen Ressourcen wurden auch personelle Kapazitäten bereitgestellt, um das enorme Finanzvolumen in den nächsten Jahren zielgerichtet und effektiv umsetzen zu können.

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Stand: 24.04.2020
Redaktionell verantwortlich: Regierung von Unterfranken