UNESCO-Biosphärenreservat Rhön

UNESCO-Biosphärenreservate sind großflächige, repräsentative Ausschnitte von Natur- und Kulturlandschaften, in denen beispielhafte Konzepte zu Schutz, Pflege und Entwicklung im Sinne einer nachhaltigen, ressourcenschonenden, tragfähigen Entwicklung erarbeitet und umgesetzt werden sollen. Der überwiegende Teil der Fläche des UNESCO-Biosphärenreservats soll rechtlich geschützt sein.

Beschreibung

Die Rhön wurde von der Weltkulturorganisation UNESCO im Jahre 1991 als Biosphärenreservat anerkannt und damit in das weltweite Netz von derzeit 701 Biosphärenreservaten in 124 Ländern (Stand: 07/2020) aufgenommen. Biosphärenreservate sind Modellregionen, in denen vorgelebt werden soll, wie menschliches Wirtschaften und Handeln im Einklang mit der Natur möglich ist. Das "Land der offenen Fernen", wie die Rhön im Volksmund genannt wird, wäre von Natur aus fast ausschließlich mit Buchenwäldern und Buchenmischwäldern bestanden, die durch zahlreiche Bergbäche, einzelne Moore und Basaltblockhalden bereichert würden. Die Menschen nutzten diese Buchenwälder schon seit mehr als tausend Jahren zur Herstellung von Holzkohle und Pottasche. Mit dem Verschwinden der Wälder entstanden große zusammenhängende artenreiche Bergwiesen. Durch den stetigen Rückzug der Landwirtschaft sind die einmalig wertvollen Bergwiesen heute in ernster Gefahr. Gesellschaftliches Ziel ist die Erhaltung der Rhön als "Land der offenen Fernen". Dieses wollen nicht nur die Menschen in der Rhön selbst, dieses wollen auch die Gäste und Freunde der Rhön. Diese komplexe Aufgabe kann nur in einem gedeihlichen Zusammenwirken von Naturschutz, Landwirtschaft und Freizeitnutzung gemeistert werden.

Mit der Anerkennung durch die UNESCO sind vier zentrale Aufgaben verbunden:

  • der Schutz des natürlichen und kulturellen Erbes eines Gebietes
  • eine modellhafte nachhaltige Entwicklung zusammen mit den dort lebenden Menschen
  • Bildung für nachhaltige Entwicklung
  • anwendungsorientierte Forschung

Die Zuständigkeiten für den Naturschutz liegen beim SG 51 der Regierung von Unterfranken und den unteren Naturschutzbehörden der Landratsämter Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld, für andere Schutzgüter bei den jeweils zuständigen Fachbehörden. Das Arbeitsfeld "Bildung für Nachhaltige Entwicklung" betreut der Verein Naturpark und Biosphärenreservat Bayer. Rhön im Auftrag und mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung des Freistaates Bayern. In den Arbeitsfeldern "Nachhaltige Entwicklung" und "Forschung" arbeitet die Verwaltungsstelle mit zahlreichen regionalen und überregionalen Partnern zusammen. Neben den drei Verwaltungsstellen für das Biosphärenreservat Rhön - in Oberelsbach für Bayern, in Hilders für Hessen und in Zella/Rhön für Thüringen - gibt es zahlreiche Institutionen, die unter anderem die Umsetzung der Zielsetzungen des Biosphärenreservates unterstützen.

Mit Beschluss des Internationalen Koordinierungsrates für das MAB-Programm bei der UNESCO vom 12.06.2014 wurde die Erweiterung des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön im bayerischen Teil anerkannt. Die Fläche des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön vergrößert sich damit insgesamt auf 243.323 ha, in Bayern auf 129.585 ha. Die Unterlagen zur Ausweisung des Naturschutzgebietes "Kernzonen im Bayerischen Teil des Biosphärenreservats Rhön" finden Sie hier: Verordnung über das Naturschutzgebiet “Kernzonen im bayerischen Teil des Biosphärenreservats Rhön“ vom 14. August 2013.

Verordnungen und Erklärungen

Die Aufgaben des thüringischen Teils des UNESCO-Biosphärenreservats sind im Landesrecht des Freistaates Thüringens durch eine Biosphärenreservatsverordnung dokumentiert. Für den bayerischen Teil des UNESCO-Biosphärenreservats Rhön ist mit der Erweiterung im Juni 2014 eine Erklärung im öffentlichen Ministerialblatt des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz (November 2014, S. 509-511) erfolgt.

Für Sie zuständig

Stand: 06.07.2020
Redaktionell verantwortlich: Regierung von Unterfranken