Niedrigwassermanagement

Aufgrund des Klimawandels nehmen Hitze und Trockenheit zu. Daher müssen wir mit den knapper werdenden Wasservorkommen besonders sorgsam umgehen. Hier finden Sie die aktuellen Ansätze zur Anpassung an Niedrigwasserphasen und weiterführende Informationen zum Thema Trockenheit.

Beschreibung

Aufgrund der naturgegebenen Randbedingungen gehören weite Teile Unterfrankens seit jeher zu den trockensten Regionen in Bayern und Deutschland. Der mittlerweile spürbare Klimawandel verschärft die Situation deutlich. Seit Beginn regelmäßiger und flächendeckender Temperaturmessungen im Jahr 1881 ist die Durchschnittstemperatur in Unterfranken um etwa 1,5 °C angestiegen. Die Folge ist eine Zunahme von Wetterextremen wie Starkregenereignisse und ausgeprägte Trockenphasen. Vor allem die letzten Jahre – insbesondere 2015, 2018 und 2019 – waren von Trockenheit und Hitze besonders geprägt.

Die zunehmende Verschärfung der Situation wirkt sich immer stärker auf die verfügbaren Wasservorkommen aus. Deshalb befasst sich die Regierung von Unterfranken seit 2014 vermehrt mit Niedrigwassermanagement. Ein besonderer Fokus liegt aktuell auf der Steuerung von Grundwasserentnahmen am Beispiel der landwirtschaftlichen Bewässerung. Dem Projekt liegen folgende Überlegungen zugrunde:

  • Grundwasser ist unsere wichtigste Ressource für die öffentliche Trinkwasserversorgung, da 100 % des in Unterfranken gewonnenen Trinkwassers aus dem Grundwasser stammen.
  • Grundwasser ist meistens nicht sichtbar und daher schwer zu untersuchen und zu bewerten.
  • Die Messprogramme müssen künftig noch stärker an den örtlich vorhandenen Nutzungsdruck angepasst werden, um mit fundierten Daten mögliche negative Entwicklungen im Grundwasser rechtzeitig zu erkennen und ihnen entgegensteuern zu können.
  • In Gebieten mit intensiven Nutzungen, z.B. für die landwirtschaftliche Bewässerung, muss das Risiko für die Ressource Grundwasser besonders in den Fokus gerückt werden, um z.B. Konflikte mit der öffentlichen Trinkwasserversorgung, anderen Nutzern oder Feuchtbiotopen zuverlässig zu vermeiden.
  • Gerade in trockenen und heißen Phasen, in denen allgemein wenig Wasser zur Verfügung steht, kann der Wasserbedarf der Landwirtschaft um mehr als das Doppelte ansteigen.
  • Ohne Bewässerungswasser ist der Anbau von Sonderkulturen wie Obst, Gemüse oder Wein häufig kaum mehr möglich. Die Landwirtschaft ist deshalb der Sektor, dessen Wasserbedarf deutschlandweit am schnellsten zunimmt. Für die Erzeugung von Nahrungsmitteln in unserer eigenen Region müssen Lösungen für eine nachhaltige Bereitstellung von Bewässerungswasser gefunden werden.

Das Ergebnis des Projekts ist eine Handlungsempfehlung, um in den Genehmigungsverfahren mit einer einheitlichen, transparenten Systematik die Anträge auf Wasserentnahmen zu begutachten. Mit ihr können Risiken, die sich aus der Nutzung von Grundwasservorkommen ergeben, abgeschätzt und notwendige Restriktionen abgeleitet werden.

Das Projekt profitierte maßgeblich von den Erfahrungen, die in den drei untersuchten Schwerpunktgebieten landwirtschaftlicher Bewässerung – Bergtheimer Mulde, Schwebheim und Gochsheim – gewonnen wurden. Der direkte Kontakt mit landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort im Rahmen von Workshops und bei Exkursionen erwies sich als besonders wertvoll. So konnten die Bedürfnisse, Sorgen und Herausforderungen, mit denen die Betriebe konfrontiert sind, mit einfließen. Die Einbindung von Fachleuten aus verschiedenen Verwaltungsbereichen wie Wasserwirtschaft, Landwirtschaft oder Naturschutz in die projektbegleitende Arbeitsgruppe führte zu einer großen Akzeptanz der entwickelten Ansätze für ein Niedrigwassermanagement.

Die Handlungsempfehlung kann zu einer nachhaltigen, an Klimawandel und Trockenphasen angepassten Grundwasserbewirtschaftung beitragen. Die darin formulierten Ansätze sollen im Laufe der nächsten Jahre evaluiert und an neue Erkenntnisse angepasst werden. Unter dem nachfolgend angegebenen Link finden Sie die aktuelle Fassung der Handlungsempfehlung.

Mit dem Projekt „Nutzwasser – Gewinnung und Einsatzmöglichkeiten am Beispiel der Schweinfurter Trockenplatte“ laufen derzeit Untersuchungen, wie alternative Wasservorkommen für weitere Nutzungen zur Verfügung gestellt werden können. Als Nutzwasser wird dabei Wasser bezeichnet, das bereits einmal verwendet wurde und als Abwasser angefallen ist, wie z.B. in Kläranlagen gereinigtes häusliches Abwasser oder auf befestigten Flächen angefallenes Regenwasser. Es soll nach einer gezielten Aufbereitung einer neuen Nutzung, z.B. zur Bewässerung von kommunalen Grünflächen, Sportplätzen oder landwirtschaftlichen Flächen, zugeführt werden. So kann es gelingen, die natürlichen Wasservorkommen zu schonen und zu entlasten. Das Projekt wird in enger Kooperation mit der Technischen Universität München sowie dem Wasserwirtschaftsamt Bad Kissingen und Fachleuten aus verschiedenen Verwaltungsbereichen bearbeitet. Dabei wird vor allem der Raum Schweinfurt, Gochsheim und Schwebheim untersucht. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Frage, welche Qualitätsanforderungen an das aufzubereitende Wasser zu stellen sind und mit welcher Aufbereitungstechnik diese zuverlässig eingehalten werden können.

Weitergehende Informationen finden Sie unter dem Link zum Projekt „Nutzwasser“.

 

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Stand: 10.03.2020
Redaktionell verantwortlich: Regierung von Unterfranken